Da Steffen Wiegand seine Hochzeit feiern wird, muss der SV Steinbach auf die Brüder Fabian und Michael verzichten. Foto: Charlie Rolff
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Da Steffen Wiegand seine Hochzeit feiern wird, muss der SV Steinbach auf die Brüder Fabian und Michael verzichten.

Evergreen steigt erstmals in der Hessenliga

Hünfeld gegen Steinbach. Unzählige Male gab es das Nachbarschaftsduell schon, quasi jedes Jahr im Kreispokal, dazu oft in der Verbandsliga. Aber in der Hessenliga treffen die Rivalen erstmalig am Samstag (15 Uhr) in Hünfeld aufeinander.

Nach Geschichten, die das Derby schreibt, muss man nicht allzu lang suchen. Es reicht schon ein Blick auf die Trainerbank des HSV. Johannes Helmke ist in Steinbach aufgewachsen, Vater Willi gehörte viele Jahre dem Vorstand des SVS an. „Natürlich drückt mein Vater Steinbach die Daumen. Er will aber auch, dass ich erfolgreich bin“, weiß Hünfelds Coach um den Interessenskonflikt und schiebt hinterher: „Für uns alle ist das ein besonderes Spiel, für mich natürlich auch. Im Altkreis Hünfeld ist diese Partie der Evergreen.“

Durch Helmkes Adern fließt seit inzwischen 14 Jahren blau-weißes Blut, in Steinbach spielte der 35-Jährige letztmals im Jugendbereich. Seine Derbybilanz an der Seitenlinie ist allerdings ausbaubar: Seit Helmke vor einem Jahr das Traineramt der ersten Mannschaft übernommen hat, gab es drei Pleiten in den Osthessen-Duellen, ein Tor erzielte der HSV nicht. Für den Coach keine große Sache, den ersten Sieg soll es nun aber doch geben. Endspielcharakter, wie es Mittelstürmer Andre Vogt sagte, habe die Partie für Helmke aber nicht: „Es ist ja erst der zweite Spieltag.“

Personell stehen beide Vereine vor schwierigen Aufgaben. Bei den Hausherren werden im Vergleich zur Vorwoche Offensivmann Christoph Sternstein (privat verhindert) und Noah Quanz (Urlaub) fehlen, bei Kapitän und Ex-Steinbacher Julian Rohde sieht es aufgrund von Wadenproblemen alles andere als gut aus. Ähnlich groß sind die Sorgen in Steinbach. Da Steffen Wiegand, Spielertrainer der SG Praforst, heiratet, fehlen seine Brüder Fabian und Michael dem SVS auf dem Platz. Eigentlich wollten die Gäste das Derby verschieben, doch zu einer Verlegung kam es nicht. Steinbach muss zudem auf die verletzten Defensivspieler Lukas Hildenbrand und Nikolaj Zvekic verzichten. „Da müssen wir durch. Und so ein Derby ist sowieso immer besonders“, weiß SVS-Coach Petr Paliatka. Anders als gegen Baunatal, als die Gegentore in der Nachspielzeit fielen, müsse die Paliatka-Elf bis zur letzten Minute konzentriert verteidigen.

Flieden hofft auf Heimspielfaktor, Gören kritisiert den Modus

Die ersten Zähler der Saison möchte der SV Flieden im Heimspiel gegen Erlensee (Samstag, 15 Uhr) einfahren. Wie Trainer Bardo Hirsch bekräftigt, war die 0:3-Auftaktpleite bei Barockstadt schnell abgehakt – zu frappierend seien die Unterschiede gewesen. „Natürlich haben wir das ein oder andere angesprochen, das nicht so gut umgesetzt wurde. Solche Themen behandeln wir aber intern“, sagt Hirsch, der gegen Erlensee auf den Heimfaktor am Weiher setzt: „Es wird immer so sein, dass wir gerade unsere Spiele zuhause gewinnen müssen.“ Vor einem Jahr besiegte Flieden Erlensee mit 3:0, dreimal waren die Hausherren per Standards erfolgreich. Ähnlich könnte es gegen junge Gäste wieder laufen, zumal Routinier Andre Leibold – der damals zum 1:0 einköpfte – eine Startelf-Option ist.

Zeitgleich ist die SG Barockstadt im Einsatz, die vor der ersten hohen Hürde der Saison steht. Es geht zu Hanau 93: Der älteste Fußballverein Hessens verlor zwar sein Auftaktspiel in Alzenau mit 2:4, gehört aber zu den Favoriten in Gruppe A. Sofern sich beide für die Aufstiegsrunde qualifizieren – wovon auszugehen ist – steht der SGB das erste Sechs-Punkte-Spiel bevor. Trainer Sedat Gören ist überhaupt kein Fan dieses Modus, würde lieber alle Punkte ins neue Jahr mitnehmen. „Im Spiel ist definitiv mehr Brisanz drin, wir haben die Konstellation im Hinterkopf“, betont Gören, der um die Einsätze von Abwehrchef Markus Gröger (womöglich beruflich verhindert) und Außenspieler Marius Löbig (dicker Knöchel) bangt. Ebenfalls auf Reisen ist der SV Neuhof, der ins Baunataler Parkstadion muss (Samstag, 14.30 Uhr). Der KSV siegte zwar zum Auftakt in Steinbach, hat aber zuletzt vor anderthalb Jahren ein Hessenliga-Heimspiel gewonnen.