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FC Gießen mit Sieg im Hessenliga-Spitzenspiel

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Bildergalerie vom Hessenligaspiel Eintracht Stadtallendorf gegen FC Gießen
Umkämpft war es zwischen Eintracht Stadtallendorf und dem FC Gießen. Der FCG setzte sich im Hessenliga-Spitzenspiel durch. © Stefan Tschersich

Der FC Gießen landete im Mittelhessen-Derby am Samstagnachmittag bei Eintracht Stadtallendorf den achten Sieg in Folge. Durch den 2:1 (1:0)-Auswärtssieg baute der Regionalliga-Absteiger die Tabellenführung in der Hessenliga weiter aus und distanzierte den direkten Konkurrenten bereits auf zehn Punkte. 

Die Gastgeber traten allerdings mit einer Rumpfelf auf. Stadtallendorf-Trainer Dragan Sicaja fehlten wichtige Leistungsträger wie Timo Cecen, Malcolm Phillips, Edi Kulas und Amar Zildzovic. Zehn Tage nach dem 1:0 im Bitburger Hessenpokal trafen beide Kontrahenten erneut im Herrenwaldstadion aufeinander. Diesmal vor einer deutlich höheren Kulisse. Für die Tabelle war es ein wichtiges Spiel, denn die Hausherren hätten bei einem Sieg bis auf vier Punkte auf den Tabellenführer herankommen können. Doch das ließen die Gäste nicht zu, legten vor allem defensiv über weite Strecken einen souveränen Vortrag hin. Torchancen hatte der erste Abschnitt wenige zu bieten. Nach einer Gießener Ecke liefen die Gäste in einen Konter. Del Angelo Williams scheiterte an FCG-Torwart Aleksa Lapcic. Auf der Gegenseite setzte sich Connor Filsinger dynamisch durch, aber Yassine Maingad zögerte beim Abschluss.

Dann erlief der Gießener Stürmer Michael Gorbunow einen Rückpass und konnte Torhüter Tolga Sahin nicht überwinden. Lange war der Angreifer nicht zu sehen, dann schob er kurz vor der Pause zum Führungstreffer ein. Nach einem Ballbesitz der Gastgeber im Zentrum hatte Yassine Maingad abgezogen, Sahin konnte nur abklatschen und Gorbunow war zur Stelle (43.). Im zweiten Abschnitt legte Gießen schnell das zweite Tor nach, allerdings mit gütiger Mithilfe von Schiedsrichter Mirko Radl, der bei einem Klärungsversuch der Gastgeber im Weg stand. Filsinger bediente Maingad, der völlig frei am langen Pfosten einschieben konnte (52.). „Er kam dann zu mir und sagte, er hätte abgepfiffen, wenn er den Ball berührt hätte, aber trotzdem stand er im Weg. Er hat uns da komplett benachteiligt und den Gegner bevorteilt“, regte sich Stadtallendorfs Trainer Dragan Sicaja auf. Gießen spielte in dieser Phase derart abgeklärt, dass man nicht das Gefühl hatte, dass Stadtallendorf zurück ins Spiel kommen könnte. Doch ein Lapsus von Keeper Lapcic, der sich zu weit vor seinem Tor aufhielt und Mitspieler Deniz Vural anspielte, sorgte für neue Hoffnung bei den Gastgebern.

Hessenliga: FC Gießen gewinnt Spitzenspiel bei Eintracht Stadtallendorf

Vural verlor den Ball an Williams, der Stürmer sah das leere Tor und traf im hohen Bogen aus der Distanz zum 1:2 (66.). Trotz der fehlenden akustischen Unterstützung aus der Fankurve versuchte die Eintracht noch einmal alles, aber vor allem dank der Routine und Übersicht des ehemaligen Bundesligaspielers Michael Fink in der Gießener Innenverteidigung brannte beim Klassenprimus kaum etwas an. So brachte Gießen den Sieg in der fünfminütigen Nachspielzeit in den Zielhafen und hat bereits satte 42 Zähler auf dem Puntekonto. „Mit dieser Niederlage habe ich kein Problem, da der Gegner einen Tick besser war. Gießen steht nur wegen Michael Fink oben. Mit seiner Abgeklärtheit ist er für diese Mannschaft viel wert. Ohne ihn wäre das nicht so. Meine Jungs, die auf dem Platz die fehlenden Leistungsträger ersetzten, haben alles probiert. Die kamen von Verletzungen, spielten auf ungewohnten Positionen“, erklärte Sicaja. Bis zur Winterpause an Rang zwei dran bleiben ist jetzt das Nahziel der Stadtallendorfer nach fünf Niederlagen in sechs Spielen. „Zehn Punkte Rückstand auf Gießen sind eine Menge Holz, wir müssen mit unserem Kader auskommen. Die Ausfälle kommen so knüppeldick, das können wir nicht kompensieren. Auf der Bank hatte ich heute drei Spieler, die A-Jugend-Gruppenliga spielen“, erläuterte Sicaja die Personalmisere.

FCG-Trainer Daniyel Cimen zog ein zufriedenes Fazit: „Insgesamt ein absolut verdienter Sieg. In der ersten Halbzeit haben wir weitere Tore verpasst. Nach dem Seitenwechsel muss ich leider meiner Mannschaft den Vorwurf machen, wie wir Stadtallendorf zurück ins Spiel bringen. Das lag nur an uns und vor allem das Gegentor hat mich geärgert. Da wollten wir gefühlt im eigenen Sechzehner alles spielerisch lösen. Da lag nicht nur an Aleksa Lapcic, da gab es noch den Pass dazeischen, das hätte man sauberer klären müssen. Das haben wir uns dann selbst zuzuschreiben, dass es noch spannend wurde. Aleksa hat aber so viel gutes für uns gemacht, da verzeihen wir so etwas natürlich.“ Ob Gießen jetzt nach acht Siegen in Folge mit den machbaren Heimspielen gegen Erlensee und Weidenhausen der Konkurrenz davonzieht? „Es ist ja schön, wenn das Umfeld in Euphorie verfällt. Die Jungs geben den Fans mit ihren Leistungen allen Grund dazu. Wir sind uns aber dessen bewusst, dass wir alle Spiele erst apielen müssen. Wir tun gut daran, weiter von Woche zu Woche zu denken“, bleibt Cimen bescheiden.  

TSV Eintracht Stadtallendorf: Sahin; Enobore, Schadeberg, Ofori, Markovic - Geisler, Schütze (66. Jura), Heuser, Takehara - Williams, Sattorov (66. Bremer).
FC Gießen: Lapcic; Pekesen, Kireski, Fink, Mangafic - Hagley, Vural - Filsinger (83. Gärtner), de Moura Beal (89. Mahmuti), Maingad - Gorbunow (90.+2 Besso).
Schiedsrichter: Mirko Radl (Olympia Biebesheim).
Zuschauer: 587.
Tore: 0:1 Michael Gorbunow (43.), 0:2 Yassine Maingad (52.), 1:2 Del Angelo Williams (66.).

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