Der Doppelpack von Noah Michel brachte die Vorentscheidung zugunsten von Türk Gücü Friedberg. Foto: Verein
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Der Doppelpack von Noah Michel brachte die Vorentscheidung zugunsten von Türk Gücü Friedberg.

Türk Gücü schlägt Hanau deutlich

Selbst ohne des Trainers Anwesenheit läuft‘s

Auch ohne die Anwesenheit von Erfolgstrainer Enis Dzihic läuft es bei Türk Gücü Friedberg. Weil der Ex-Profi am Freitagnachmittag einen positiven Corona-Test erhalten hatte, dirigierte er die Wetterauer vom Qaurantäne-Sofa aus zum überzeugenden 4:0 (2:0)-Sieg in der Hessenliga-Abstiegsrunde gegen den 1. Hanauer FC 1893. Auf dem Spielberichtsbogen und an der Seitenlinie stand bei den Friedbergern freilich Sportdirektor Sinan Karanfil. Seit Dzihics Amtantritt Mitte März ist Türk Gücü ungeschlagen, holte jüngst drei Siege in Folge und zog unter der Woche zum dritten Mal in Folge ins Kreispokal-Finale ein.

Im Vorfeld der Partie war davon die Rede, dass hier die spielstärksten Mannschaften am Ober-Rosbacher Eisenkrain aufeinander treffen würden. Nur die Gastgeber konnten diese Vorschusslorbeeren bestätigen, Hanau hingegen bot mit einem Rumpfkader von nur 14 Akteuren eine enttäuschende Vorstellung. Insbesondere Spielgestalter Cem Kara wurde auf dem Platz vermisst. Der Ex-Gießener saß neben Co-Trainer Alexander Konjevic auf einem der weißen Trainerstühle. Bei den Gastgebern rückte der Ex-Fechenheimer Kamil Yikilmaz für Murad Mahmudov im Stuem neben Torjäger Noah Michel in die Startformation, während die 93er gegenüber der Vorwoche unverändert aufliefen. Trotz des regnerischen Wetters war auch auf den Rängen endlich was los. Neben den stets präsenten Hanauer Supportern war auch eine kleine Fangruppe von Türk Gücü lautstark unterwegs.

Sie konnten vor allem Goalgetter Michel bejubeln, der eine Hereingabe von Eray Eren früh zum 1:0 nutzte (11.). Die Gäste versuchten es mit Distanzschüssen, aber Stürmer Kristijan Bejic und der als Innenverteidiger beginnende Semih Sentürk verfehlten ihr Ziel. Dann startete Yikilmaz dynamisch durch, hatte HFC-Tormann Armend Brao schon überwunden, aber Tarik Sejdovic klärte vor der Linie. Was wäre TGF eigentlich ohne Sturmikone Noah Michel? Er war nach einer Flanke des erneut hinter den Spitzen brutal offensiv agierenden Ex-Profi Patrick Schorr zur Stelle und netzte mit dem Knie zum 2:0 ein (38.). Nach dem Seitenwechsel stellten die Gäste taktisch um, beorderten Sentürk in das Sturmzentrum. Außer dem Wechsel von Dennis Gogol für Enes Yalcin vollzogen sie danach mangels Alternativen aber keinen Personalwechsel mehr. Der Volleyschuss von Francesco Calabrese hätte den Anschluss bedeuten können, aber Friedbergs Schlussmann Felix Koob hielt hervorragend.

Corona sorgt für Fehlen des Trainers

Auf der Gegenseite war Yikilmaz dann erneut in seinem Element und erst von Braos Glanzparade zu stoppen. Türk Gücü schaltete dann immer mehr in den Verwaltungsmodus, ehe dann doch noch die sehenswerten Treffer Nummer drei und vier fielen. Beim 3:0 steckte der eingewechselte Aret Demir super in den Lauf von Imek. Selbstsicher lief der junge Mann auf Brao zu und versenkte die Kugel ins linke Eck (75.). Beim 4:0 lieferte der souveräne Abwehrchef Masih Saighani eher unfreiwillig die Kopfballvorlage für Peter Jost, dessen Schuss wie ein Strich hinter Brao einschlug (82.). Kurz davor passte es ins verkorkste Hanauer Bild, dass Spielertrainer Kreso Ljubicic einen Freistoß an den Pfosten setzte (79.). Friedberg zieht damit den direkten Vergleich mit Hanau und auch nach Punkten gleich und ist auf dem besten Weg zum Klassenerhalt.

Der eingesprungene Karanfil erklärte nach der hochkonzentrierten Vorstellung: „Beide Trainer waren nicht da, aber sie haben bis zum Anpfiff alles aus der Ferne top vorbereitet. Nicht nur Enis Dzihic, sondern auch Co-Trainer Robert Cue. Dass die Mannschaft Qualität hat, wussten wir. Nach dem 2:0 wollte Hanau Druck aufbauen, aber mit den Treffern drei und vier war es dann ein überzeugender Heimerfolg.“ Auf Hanauer Seite bedauerte Ljubicic, dass Friedberg die Tore gemacht habe, die Gäste aber ihre Möglichkeiten ungenutzt ließen. „Wir sind viel angelaufen und haben investiert. Das Zwischenergebnis von 2:0 ist das schlimmste im Fußball und wir haben leider den Anschluss nicht geschafft. Türk Gücü war besser, aber für uns geht die Welt nicht unter.“ Dennoch warnte Ljubicic mit aller Deutlichkeit: „Wer denkt, dass wir die Liga vier Spieltage vor Schluss halten, ist auf dem Irrweg. Das wird ein Kampf bis zum letzten Spieltag.“

Statistik

Türk Gücü Friedberg: Koob; Usic, Saighani, Dudda, Jost - Henrich (84. Häuser), Eren, Imek (85. Mahmudov) - Schorr - Yikilmaz (67. Demir), Michel. 
1. Hanauer FC 1893: Brao; Kovjenic (46. Gogol), Sejdovic, Sentürk, Calabrese - Biehrer, Ljubicic, Yalcin, Topcu - Cetin, Bejic. 
Schiedsrichter: Daniel Heist (TSV Hertingshausen). 
Zuschauer: 185. 
Tore: 1:0, 2:0 Noah Michel (11., 38.), 3:0 Demyan Imek (75.), 4:0 Peter Jost (82.).

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