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"Für was haben wir eigentlich trainiert?"

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Mit dem diesjährigen Modus wird sich SGB-Trainer Sedat Gören nicht mehr anfreunden. Foto: Charlie Rolff
Mit dem diesjährigen Modus wird sich SGB-Trainer Sedat Gören nicht mehr anfreunden. © Charlie Rolff

Zwar war der 1:0-Erfolg der SG Barockstadt über den SV Steinbach keine spielerische Offenbarung, doch das Spiel hatte SGB-Trainer Sedat Gören schnell abgehakt. Nach der Partie waren die Ereignisse des Vortages das bestimmende Thema.

Denn dass Neuhof sich für die Aufstiegsrunde qualifizierte und Alzenau keine Chance mehr hat, war für die SGB das schlechteste Ereignis. Denn gegen die Bayern holte die Barockstadt sechs Punkte, gegen Neuhof deren drei. Stadtallendorf aber hat zweimal gegen Neuhof gewonnen - und so war die Eintracht trotz der Niederlage gegen Hanau der große Gewinner. Aus zwei Punkten Vorsprung gegen die SGB wurden sieben.

"Stadtallendorf verliert zuhause und bekommt als Belohnung noch zwei Punkte dazu. Ich kann dem Modus nicht folgen", ärgerte sich Gören über den Nachteil, den seine Mannschaft erfahren hat. Sein Vorschlag: "Lasst doch alle ihre Punkte mitnehmen, die Mannschaften haben sich das erarbeitet. Alle haben hart dafür trainiert und viel investiert." Dass die Barockstadt bislang 42 Punkte einfuhr, davon aber zehn oder 13 Zähler in die Aufstiegsrunde mitnehme, sei aus seiner Sicht nicht fair. "Wofür haben wir die anderen Spiele gespielt, was ist mit den Punkten", fragt sich Gören.

"Du kaufst ein Auto und hast zwei Reifen"

Einmal in Rage geredet, polterte der Cheftrainer der SGB weiter in Richtung Verband: "Das ist einfach Wahnsinn. Stell dir vor, du kaufst ein Auto, aber der Verkäufer will auf einmal zwei Räder behalten. Das geht doch gar nicht. Für was haben wir denn trainiert?" Mit einem Erfolg über Erlensee würde seine Mannschaft 13 Punkte mit in die Aufstiegsrunde nehmen, wäre dann vier Punkte hinter Stadtallendorf, das aktuell die Play-off-Tabelle anführt. Gören hofft, in dem Spiel einige seiner zuletzt verletzten Kräfte wieder begrüßen zu dürfen. Neun Spieler fehlten gegen Steinbach.

Beide Teams taten unterdessen ihr Bestes, einen sportlichen Reiz für die unter dem Strich unbedeutende Partie zu setzen. Während die SG Barockstadt unbedingt die Tabellenführung der derzeit noch aktuellen Tabelle zurückerobern wollte, ließ SVS-Trainer Petr Paliatka die Motoren für das Spiel in Alzenau warmlaufen: "Da es nächste Woche um etwas geht, hatten wir einen Anreiz. Die Jungs waren heiß, weil es voll in den Abstiegskampf geht. Ich denke, dass es etwas anderes gewesen wäre, wenn Alzenau die Aufstiegsrunde geschafft hätte."

Gören hingegen vermisste in dem Derby die gesunde Wettkampfhärte: "Wäre das Spiel in die Wertung eingegangen und Steinbach hätte Punkte gegen den Abstieg sammeln können, wäre das eine ganz andere Partie gewesen. Mit mehr Biss, mehr Tempo und Nickligkeiten."

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