Ghani Wessam Abdul (links) und der 1. Hanauer FC nehmen den ersten Saisonsieg ins Visier – während Julian Pecks und die SG Barockstadt gegen den ersten Verfolger weiter schadlos bleiben wollen. Foto: Charlie Rolff
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Ghani Wessam Abdul (links) und der 1. Hanauer FC nehmen den ersten Saisonsieg ins Visier – während Julian Pecks und die SG Barockstadt gegen den ersten Verfolger weiter schadlos bleiben wollen.

"Hanau bleibt nicht unten - und wir auch nicht"

Das Duell der Sieglosen, ein unerwartetes Spitzenspiel und ein Verfolgerduell, das die eine Seite vor der Saison wohl blind unterschrieben hätte. Der 6. Spieltag in der Hessenliga hält seine eigenen Geschichten bereit.

"Emotionen pur!" SGB-Trainer Sedat Gören hatte nach dem Sieg in letzter Sekunde über Hanau 93 noch die Bilder im Kopf, wurde aber im selben Moment wieder ernst: "Wir haben gesehen, dass wir keinen Gegner auf die leichte Schulter nehmen dürfen. Wir bekommen in dieser Liga nichts geschenkt." Aus der Schusslinie nimmt er bei dieser Aussage jedoch seine Mannschaft, die zwar im ersten Durchgang mit mehr Tempo hätte spielen können, sich den Erfolg in der zweiten Halbzeit aber verdiente.

Ein vermeintliches Spitzenspiel steht der Barockstadt am Samstag (16 Uhr) bevor. Gegen den 1. FC Erlensee. Den vor der Saison wohl die wenigsten Experten nach fünf Spieltagen auf Rang zwei gesehen hätten. Der beeindruckende Schlussspurt gegen Alzenau, als das Team von Trainer Jochen Breideband einen 0:2-Rückstand ab der 78. Minute in einen 4:2-Erfolg drehte, fand vor den Augen von Gören statt. "Sie haben einen großen Schritt nach vorne gemacht und sind spielerisch stark", befindet der 50-Jährige.

Duell der Sieglosen

Zwei Punkte und ein Punkt. Auf die bisherige Ausbeute des SV Neuhof und von Hanau vor dem Duell am Sonntag (15 Uhr) hätten beide Trainer gerne den ein oder anderen Zähler mehr hinzuaddiert. "Der Saisonstart ist so gekommen, wie wir es nicht wollten. Gegen Hünfeld und das Rückspiel gegen Fernwald haben wir verdient verloren, aber im Hinspiel und gegen Flieden haben wir fünf Punkte liegen gelassen. Dann sähe die Welt schon anders aus und alles wäre ruhiger", zählt SVN-Trainer Alexander Bär die Spiele auf, die ihn noch heute ärgern.

Einen Blick auf die Tabelle verschwendet er dabei nicht. "Die ist völlig uninteressant, weil Hanau nicht da unten bleiben wird und wir ebenfalls nicht", betont Bär. Der Umstand, dass die 93er die SG Barockstadt am Dienstag am Rande einer Niederlage hatten, spreche Bände. Entsprechend erwartet der Neuhofer Trainer eine verbesserte Einstellung, ",denn wenn sich das Spiel gegen dich entwickelt, musst du dich damit wehren." Darin sehe er den Schlüssel, aus dem Duell der Sieglosen als Sieger hervorzugehen.

Verfolgerduell mit Alzenau

Hätte dem SVS jemand gesagt, dass sie an Spieltag sechs punktgleich mit Alzenau in der Tabelle steht, hätten die Steinbacher wohl andere Tabellenregionen im Kopf gehabt. "Nach dem Abstieg hatte Alzenau einen großen Umbruch zu bewältigen. Da spielt nicht jede Mannschaft direkt wieder um den Aufstieg mit", bewertet Petr Paliatka die Situation. Anders als Alzenau, das in der Vorwoche gegen Erlensee unterlag, geht Steinbach mit dem Rückenwind des 2:1-Erfolgs in Hanau in die Begegnung. "Im Training hatten wir ein bisschen mehr Lockerheit. Die Jungs haben sich für ihre gute Leistung, die sie auch in den Spielen zuvor schon gezeigt haben, endlich belohnt", sagt Paliatka, der sich angriffslustig zeigt, denn gegen Alzenau soll nachgelegt werden. Großer Name hin oder her.

Der SV Flieden und der Hünfelder SV sind am Samstag auswärts gefordert. Bei den Buchonen ist vor dem Duell mit der punktgleichen Eintracht aus Stadtallendorf (14 Uhr) allerdings nicht mit einem Rückgang des Lazaretts zu rechnen. Im Vergleich zum 2:1-Sieg gegen Neuhof bleibt die Situation unverändert. Felix Hack hat am Freitag sein MRT, Aaron Neu erlitt einen Bänderriss im Sprunggelenk und Niko Zeller hat Probleme in der Kniekehle. Der Hünfelder SV - neben Erlensee das Überraschungsteam der bisherigen Saison - kann beim FSV Fernwald (Samstag, 15 Uhr) den starken Start ausbauen. Der FSV liegt zwei Punkte hinter Hünfeld auf Rang fünf. Der Sieger der Partie wird sich erstmal oben festsetzen.