Thorsten Wörsdörfer ist dem TuS Dietkirchen sehr verbunden und will nun noch Punkte sammeln für die Abstiegsrunde. Foto: Steffen Kollmann
+
Thorsten Wörsdörfer ist dem TuS Dietkirchen sehr verbunden und will nun noch Punkte sammeln für die Abstiegsrunde.

Harter Ritt mit emotionalen Werten

Die entscheidende Phase um den Kampf der Play-off-Plätze hat längst begonnen. Nur noch rechnerische Chancen besitzt der TuS Dietkirchen. Am Sonntag soll Griesheim geärgert werden. Dann beginnt auch die Abschiedstournee von Thorsten Wörsdörfer.

Der 54-Jährige hat jüngst verlauten lassen, dass er sein Traineramt im Sommer nach sechs Jahren zur Verfügung stellt. Ein überraschender Schritt, vor allem der Zeitpunkt der Mitteilung überrascht. Für Wörsdörfer aber ein wohl überleger Zeitpunkt, schließlich möchte der Coach frühzeitig die Weichen stellen. "Fair geht vor", sagt er und gibt den Verantwortlichen genügend Zeit, um sich die Nachfolge zu kümmern.

Doch warum verlässt der Erfolgscoach überhaupt den Verein? "Es gibt eine Vielzahl an Gründen", schildert Wörsdörfer, ohne dabei näher ins Detail zu gehen. Vielmehr sei die Zeit am Reckenforst bislang die "schönste Zeit im Fußball gewesen. Hier hat sich ein Gefühl entwickelt, was ich zuvor nie hatte." So kam der einstige Profi bei seinem Antritt völlig neu in den Verein, baute ein Team auf und brachte den Erfolg. "Viele emotionale Bindungen wurden hergestellt. Deshalb wird es bis zum Saisonende ein harter Ritt, doch bei der Entscheidung musste ich rational denken", erläutert der Noch-Übungsleiter der TuS.

Lässt er seine Zeit in Dietkirchen Revue passieren, kommt Wörsdörfer regelrecht ins Schwärmen: "Als ich kam, war die Mannschaft ein Abstiegskandidat in der Verbandsliga. Neun Leute hatten den Verein verlassen, nur ein Kern blieb über, welchen wir mit Juniorenspielern und einigen Neuzugängen zu einer Einheit formiert haben. Vom damaligen Team haben mich 95 Prozent bis jetzt begleitet. Selbst Ersatzspieler, die selten zum Zug kommen, wollten nicht wechseln. Das zeigt, welch eingeschworener Haufen hier entstanden ist. Manche Spieler kennen ihre Kollegen wohl besser als ihre Freundin." Sportlich wurde ein Schritt nach dem anderen gemach. Über die Relegation ging's schließlich in die Hessenliga. "Dietkirchen ist das gallische Dorf mit wohl dem kleinsten Etat von allen Oberligisten in Deutschland. Das ist ein toller Erfolg", weiß Wörsdörfer.

Wie es für ihn im Sommer weitergeht, ist offen. Zuerst liegt der komplette Fokus auf seinem derzeitigen Club, der zwar noch minimale Chancen auf die Play-offs besitzt, aber dafür neben drei Siegen Patzer der Konkurrenz braucht. Deshalb schaut Wörsdörfer auf die Abstiegsrunde und möchte am Samstag (16 Uhr) drei Punkte in Griesheim holen. Griesheim steht auf Platz sechs, entsprechend kann Dietkirchen dem Kontrahenten gehörig in die Suppe spucken. "Es ist schon irre, wie eng alles ist. Wir wollen Revanche nehmen, denn das Hinspiel war eine Vorführung von Griesheim. Allerdings war das die einzige Partie in der Saison. Selbst gegen die Top-Teams haben die Leistungen gestimmt. Das ist ein gutes Zeichen und stimmt mich zuversichtlich, dass wir noch Punkte holen werden bis zur Winterpause.

Bereits am Freitag (19.30 Uhr) will RW Walldorf im Heimspiel gegen Bad Vilbel Druck auf die Konkurrenten im Kampf um Rang fünf ausüben. Am Sonntag will Waldgirmes die gute Ausgangssituation mit einem Sieg in Ginsheim (14.30 Uhr) untermauern, während Dreieich zeitgleich in Zeilsheim die Play-off-Teilnahme klarmachen möchte. Das Aufeinandertreffen zwischen Eddersheim und Türk Gücü Friedberg (15 Uhr) besitzt nach derzeitigem Stand lediglich Freundschaftscharakter.

Das könnte Sie auch interessieren