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Helmke: Alles läuft gegen uns

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Symbolcharakter: Sebasitan Schmeer und der KSV Baunatal waren gegen Marcel Dücker und den HSV obenauf. Foto: Siggi Larbig
Symbolcharakter: Sebasitan Schmeer und der KSV Baunatal waren gegen Marcel Dücker und den HSV obenauf. © Siggi Larbig

Lange Zeit stand der Hünfelder SV über dem Strich, letztlich wurde die Aufstiegsrunde krachend verpasst. Ein Sieg beim KSV, ein Fünkchen Hoffnung hätte noch gelodert, doch nicht in Baunatal hat der HSV den vorzeitigen Klassenerhalt hergeschenkt.

„Heute haben wir uns nichts vorzuwerfen“, sagte ein sichtlich konsternierter HSV-Trainer Johannes Helmke nach Abpfiff. Seine Miene passte sich dem Wetter und den Gegebenheiten auf dem stumpfen Kunstrasen im Schatten des Parkstadions an. Die Stimmung beim HSV ist trist.

Helmke stellte fest, „dass im Moment einfach alles gegen uns läuft“. Er münzte dies nicht zuletzt auf die Tatsache, dass nun plötzlich Neuhof und nicht Alzenau in den Play-offs steht – drei Punkte nimmt Hünfeld deshalb weniger mit ins neue Jahr und steckt tief im Keller der Abstiegsrunde fest. Seine Aussage darf ebenso getrost auf die Personalsituation des HSV gemünzt werden: In Baunatal fehlten Julian Rohde, Steffen Witzel, Sebastian Alles, Alexander Reith, Maximilian Fröhlich, Aaron Gadermann, Nils Wenzel und Max Vogler. Gut dass alsbald Winterpause ist.

Vogler fehlt länger, am Mittwoch wird er am Knie operiert. Knorpelschaden. „Irgendwann muss es gemacht werden, ich brauche mein Knie ja noch“, sagte der Stürmer am Rande des Spiels und wird im Verlauf der Play-downs wieder zum Team stoßen. Die Ausfälle in den vergangenen Wochen waren zu viele, die Ergebnisse mit nun acht sieglosen Spielen in Serie zu schlecht. Dass vor zwei Wochen verlorene Heimspiel gegen Flieden im Nachgang die eine Niederlage zu viel.

In Baunatal machte Hünfeld – ausgenommen der ersten 20 Minuten – ein gutes Spiel, zeigte vor allem Moral. Doch der Qualitätsverlust aufgrund der zahlreichen Ausfälle wurde offensichtlich, gefährliche Torabschlüsse trotz dominanter zweiter Halbzeit waren Fehlanzeige, der zwischenzeitliche Ausgleich durch Andre Vogt ein Sonntagsschuss (57.). Doch genau in dieser Phase war der HSV dran, machte die Rechnung aber ohne Sebastian Schmeer, der nur fünf Minuten später per Traumtor den Siegtreffer erzielte. Baunatal schaukelte das Spiel verdient nach Hause.

Schwierige Vorbereitung gekrönt

Der HSV war vor der Saison kein Kandidat für die Play-offs, schwang sich aber dank gutem Fußball genau zu einem solchen auf. Nun aber ist Hünfeld auf Platz neun abgerutscht. Das erhoffte Endspiel am Samstag gegen Fernwald ist nicht mehr als ein Freundschaftsspiel. Der Klassenerhalt wird bei sechs Absteigern zu einer Herkulesaufgabe.

Ganz anders die Gemengenlage bei KSV-Trainer Tobias Nebe, der den Sieg tief durchatmen lässt:„Wir wollen jetzt noch einmal alles mobilisieren, um am Mittwoch in Flieden noch einen weiteren Dreier zu landen, der uns in den Play-downs ordentlich voranbringen würde. Dann wird Weihnachten noch etwas schöner.“ Nebe konnte eine qualitativ gute Mannschaft stellen, obwohl im Vorhinein viel über ein riesiges Lazarett diskutiert wurde. Das ist zwar bei Baunatal noch immer groß, aber der Kader besser als der der Hünfelder aufgestellt.

Schwierig war aber die Spielvorbereitung, denn nach mehr als einer Woche Trainingspause konnte Baunatal nur am Donnerstag und Freitag trainieren. Trotzdem gelang der wichtige Dreier, der am Mittwoch noch veredelt werden soll.Hünfeld spielt abschließend gegen Fernwald. Ein Spiel ohne Bedeutung – eigentlich sollte es ein Endspiel werden um Platz fünf werden. Der HSV ist aber nur Neunter. Es ist trist.

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