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Aufstellung? Erst am Spieltag!

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Von: Johannes Götze

Johannes Helmke Trainer Hünfelder SV
HSV-Trainer Johannes Helmke vertritt das Motto: „Augen zu und durch“. © Siggi Larbig

Die Abstiegsrunde der Hessenliga spitzt sich von Woche zu Woche mehr zu. Diesmal haben die Süd-Vertreter Heimspielwochenende.

Kein leichtes Unterfangen, was am Beispiel des Hünfelder SV deutlich wird. Trainer Johannes Helmke gewährt Einblick in die Trainingssteuerung in Zeiten von Corona. „Wir müssen durch die vielen positiven Fällen in letzter Zeit sehr differenziert arbeiten und insbesondere die Genesenen langsam heranführen. So bleiben dann vielleicht noch zehn Mann übrig, die Vollgas geben können.“ Im taktischen Bereich könne daher nicht wirkungsvoll gearbeitet werden, die fitten Spieler sollen daher vor allem konditionell und spielerisch Fortschritte machen. 

Und genauso schwer wie sich die Trainingssteuerung gestaltet, verhält sich das Aufstellen: „Wenn man wie wir sieben, acht positive Fälle in den letzten zwei Wochen hatte, kann man vielleicht am Spieltag selbst eine verbindliche Aussage treffen, wer denn jetzt tatsächlich voll und teilweise spielfähig ist. Vorher ergibt es keinen Sinn, sich darüber den Kopf zu zermartern.“ Helmke sagt daher, „dass wir das alles getreu dem Motto ‚Augen zu und durch‘ nehmen müssen. Etwas anderes bleibt uns nicht übrig.“ Auch nicht vor dem Duell in Griesheim am Sonntag (15 Uhr). Etabliert und auf Augenhöhe sei der Gegner, der HSV will freilich Punkte entführen. 

Augen zu und durch.

Das Motto von HSV-Coach Johannes Helmke

Wie der HSV, holte auch Nachbar Steinbach bislang vier Punkte in den Playdowns – allerdings in nur zwei statt drei Spielen. Zuletzt hatte der SVS Zwangspause, weil Zeilsheim wegen Corona passen musste. Zeit, um weiter am neuen System zu feilen. Das  3-5-2 funktionierte offensiv in beiden Spielen wunderbar, defensiv aber hatte der SVS auch Glück. SVS-Trainer Petr Paliatka ist das nicht entgangen, aber er ist prinzipiell ausschließlich positiv gestimmt, vor allem wegen der personellen Situation: „Wir sind jetzt in der Lage, dass wir die Qual der Wahl haben und sich die Mannschaft nicht von selbst aufstellt. Daran war im Herbst gar nicht zu denken.“ Doch Paliatka sagt auch, „dass sich das durch Corona leider jeden Tag ändern kann.“ Am Sonntag tritt der SVS erneut auswärts an, diesmal in Bad Vilbel. Paliatka hat den Gegner beobachtet, weiß, dass sie spielerisch gut und topfit ist. „Trotzdem wollen wir unser Spiel durchziehen“, sagt Paliatka selbstbewusst und vertraut auf die neue offensive Durchschlagskraft.

Durch Corona kann sich jeden Tag alles ändern.

SVS-Coach Petr Paliatka

Buchonia Flieden bestreitet am Sonntag (15 Uhr) bereits das fünfte Spiel nach der Winterpause. Ein Sieg und drei Niederlagen sind ein durchwachsenes Zwischenzeugnis und bedeuten den vorletzten Rang, der nicht zuletzt der schwierigen Personalsituation geschuldet ist. Und doch genießt gerade die Partie bei Schlusslicht Ginsheim wegweisenden Charakter. Gelingt ein Sieg, sind die Buchonen wieder voll im Rennen. Für Ginsheim ist das Spiel bei sieben Zählern Rückstand auf Flieden schon so etwas wie der allerletzte Strohhalm.

Das Spitzenspiel der Play-downs steigt am Sonntag in Walldorf: Bayern Alzenau gastiert als Primus und beinahe schon aller Abstiegssorgen entledigt bei den Rot-Weissen und treffen somit auf ihren Ex-Trainer: Artur Lemm trainierte die Unterfranken in der Regionalliga. Alzenau hat spätestens nach dem Fabelspiel von Maximilian Brauburger am Mittwoch ein dickes Polster, Walldorf liegt vier Punkte hinter Alzenau auf Rang drei. Wichtiger scheint da das Duell zwischen Zeilsheim und Hanau zu sein, das schon am Samstag im Frankfurter Westen stattfindet. Zeilsheim wartet noch auf die ersten Punkte in der Abstiegsrunde, während Hanau um Trainer Kreso Ljubicic so richtig ins Rollen gekommen ist. Dreimal stand die Null, nicht umsonst behauptet Ljubicic, „dass wir als Team funktionieren“.

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