Felix Hack Buchonia Flieden
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Felix Hack (links) spielt mit Buchonia Flieden diesmal in Bad Vilbel

Allgegenwärtige Angst vor Corona-Ausfällen

Die Trainer bangen

Nach einem enorm starken Start der Nordvereine in die Abstiegsrunde der Hessenliga (vier Siege, ein Remis) heißt es nun, Farbe zu bekennen. Der zweite Spieltag wird für alle Beteiligten weit mehr Aufschluss bringen.

Undankbar wird die Aufgabe für den SV Steinbach. Am Samstag (16.30 Uhr) spielt die Mannschaft von Petr Paliatka bei Türk Gücü Friedberg. Der Gegner wird aus zwei Gründen unangenehm zu spielen sein. Erstens, weil Friedberg viel stärker eingeschätzt wird, als dies die Punkte bisher aussagen. Zweitens auch deshalb, weil unter der Woche Trainer Carsten Weber hingeworfen hat und sich Friedberg nun einen Schub durch die Veränderung auf dem Trainerposten erhofft.

„In der Hessenliga gibt es für uns keine leichten Gegner, aber Türk Gücü gehört zu den spielstärksten Teams überhaupt. Ich hatte die Mannschaft vor der Runde eigentlich eher in der Aufstiegsrunde gesehen“, sagt Coach Petr Paliatka, dessen Elf ihn beim 2:2 in Griesheim überzeugt hat. „Bis auf das Ergebnis war alles positiv. Wir hatten die richtige Einstellung, den nötigen Willen. Nur müssen wir die Chancen besser verwerten.“

Imponierend war die Unterstützung der Fans. Knapp 40 Leute waren letzten Sonntag die weite Strecke mit nach Griesheim gefahren. „Es ist ja auch für die Spieler eine andere Situation, wenn außen die Unterstützung da ist und dir die Zuschauer das Gefühl geben, es sei ein Heimspiel. Die Fans haben von außen ordentlich Stimmung gemacht. Das macht manchen Schritt einfacher. Man hat gesehen, dass viele Steinbacher alles versuchen wollen, ihren Teil dazu beizutragen, dass wir die Liga vielleicht halten können“, so Paliatka.

Keiner weiß, was ihn bis zum Spieltag noch erwartet.

Johannes Helmke

Ansonsten bangt Steinbachs Trainer genau wie all seine andere Kollegen Woche für Woche vor allem um eines. Johannes Helmke, Coach von SVS-Nachbar Hünfelder SV, bringt es vor dem Spiel bei Rot-Weiß Walldorf (Sonntag, 16 Uhr) auf den Punkt: „Aktueller Stand ist, dass uns zwei Spieler wegen Corona ausfallen. Man kann aber nur von zwei Spielern plus x reden. Keiner weiß, wie sich die Lage bis zum Spieltag entwickelt. Vielleicht sind es dann schon drei oder vier. Das wird uns Trainern jetzt jede Woche so ergehen.“

Da trifft es sich gut, dass Leon Zöll wieder mit an Bord ist. Dazu besteht noch die Hoffnung auf die Rückkehr von Marcel Dücker und Maxi Fröhlich. „Bei beiden ist das aber noch nicht entschieden. Bei dieser Lage musst du als Trainer mehrere Varianten im Kopf haben“, so Helmke, der hofft, dass das 2:1 gegen Bad Vilbel zum Auftakt seinem Team Selbstvertrauen gibt. „Wir haben gut miteinander gearbeitet, jeder ist für jeden gelaufen. So will ich das sehen. Natürlich hatten wir auch Glück, aber trotzdem können wir mit einer breiteren Brust nach Walldorf fahren.“

Das Niddasportfeld in Bad Vilbel ist am Samstag (15 Uhr) das Ziel von Buchonia Flieden. Auch im „Königreich“ herrscht Zuversicht, denn beim 1:0 gegen Zeilsheim hat die Mannschaft vieles richtig gemacht, was sie beim 4:5 gegen den KSV Baunatal falsch gemacht hatte. „Die kämpferische Einstellung hat auch diesmal wieder gestimmt. Was anders war, ist, dass wir die Fehler aus dem ersten Spiel angesprochen und die Spieler das auch umgesetzt haben“, lobt Coach Bardo Hirsch.

Ob der personell weiterhin extrem angespannten Lage (gegen Zeilsheim saß der 45-jährige Routinier Daniel Rother auf der Bank) hat sich Hirsch für eine Wochen zum Verschnaufen entschieden. Montag, Dienstag und Freitag sind und waren frei für die Spieler. „Einfach mal, um die Spieler Luft holen zu lassen, denn da nun auch noch Sascha Rumpeltes ausfällt, wird die Decke immer dünner“, so Hirsch.

Zeit zum Verschnaufen.

Bardo Hirsch

Gegner Bad Vilbel rechnet Hirsch stark ein: „Das wird noch mehr ein heißer Kampf, als das Spiel gegen Zeilsheim. Bad Vilbel steht nach der Niederlage in Hünfeld unter Druck und das werden wir zu spüren bekommen. Ich erwarte einen durchaus spielstarken Gegner, der kämpferisch voll dagegenhalten wird.“

Für den SV Zeilsheim geht es derweil darum, einen Fehlstart zu verhindern. Nach dem 0:1 in Flieden gastiert nun mit Bayern Alzenau der wohl stärkste Gegner der Abstiegsrunde auf dem Kunstrasenplatz an der Lenzenbergstraße. Einen Traumstart dagegen kann der KSV Baunatal aufstellen. Nach zwei Siegen (im Nachholspiel in Flieden, dann zum Abstiegsrunden-Auftakt gegen Walldorf) geht es nun zum VfB Ginsheim, der zwingend drei Punkte benötigt und entsprechend Risiko gehen muss.

Abgerundet wird der Spieltag mit Duell der Traditionsvereine: Viktoria Griesheim empfängt Hanau 93. Dieses Duell gab es in der Hessenliga mit langen Unterbrechungen schon seit vielen Jahrzehnten. Bereits 1977/1978 trafen sich beide erstmals auf diesem Niveau. Damals wurde Hanau Meister und die Viktoria erreichte als Neuling einen hervorragenden vierten Platz.

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