Lukas Fecher FC Bayern Alzenau
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Lukas Fecher erzielte das zwischenzeitliche 2:0 für Alzenau.

Unterhaltsame zweite Halbzeit

Siegtorschütze war schon aus dem Kader gestrichen: Alzenau mit 3:2 gegen Friedberg

Zum Auftakt der Hessenliga-Abstiegsrunde hat Regionalliga-Absteiger FC Bayern Alzenau seine Tabellenführung ausgebaut und unter der Regie von Trainer-Rückkehrer Angelo Barletta den ersten Schritt in Richtung Klassenerhalt getätigt. Gegen Türk Gücü Friedberg gewannen die Unterfranken nach einem erst im zweiten Abschnitt abwechslungsreichen Spiel mit 3:2 (0:0).

Im ersten Abschnitt gab es in der Main-Echo-Arena eigentlich nur zwei Aufreger, denn Torraumszenen oder gar Torchancen waren Mangelware. Vielmehr gab es viele Unterbrechungen, die den Spielfluss unterbrachen. In einem Abnutzungskampf zeigte Schiedsrichter Daniel Losinski wegen Handspielen gleich zweimal auf den Elfmeterpunkt. Friedbergs Jan-Philipp Häuser hatte den Ball im Strafraum gegen die Hand bekommen. Alzenaus Kapitän Marcel Wilke knallte den Ball jedoch wuchtig gegen die Unterkante der Latte (33.). Drei Minuten später zeigte der Referee erneut auf den ominösen Punkt, als er zunächst ein Handspiel erkannt haben wollte. Nach Protesten der Gastgeber und der Intervention des Linienrichters nahm Losinski seine Entscheidung zurück, da ein Gästeakteur mit der Hand gespielt haben soll (36.). Gästetorjäger Noah Michel hatte sich schon den Ball zurecht gelegt, zur Ausführung kam es nicht. 

Ich habe es immer noch nicht verstanden.

Türk Gücü-Trainer Carsten Weber zum nicht gegebenen Elfmeter

Türk Gücü-Trainer Carsten Weber fand beide Entscheidungen „grenzwertig. Der Elfmeter gegen uns war schwierig. Der Elfmeter den wir erst bekommen wird dann zurückgenommen. Ich habe immer noch nicht verstanden warum.“ Im zweiten Abschnitt wurde es dann doch noch ein munteres Spielchen. Alzenau nach Wiederanpfiff mit einem Start nach Maß. Steilpass auf Maximilian Brauburger, der TG-Torhüter Felix Koob umkurvte und zum 1:0 einschob (47.). Nach einer Ecke erhöhte Lukas Fecher aus spitzem Winkel (55.) und die Bayern schienen auf der Siegerstraße zu sein. Doch die Gäste gaben nicht auf und brachten mit Neuzugang Kamil Yikilmaz (von Gruppenligist Fechenheim) einen zweiten Stürmer. Der sorgte auf der linken Seite gleich für Wirbel, passte zu Patrick Schorr, der gelegt wurde. Diesmal durfte Michel den Elfmeter ausführen und traf zum Anschluss (61.). Drei Minuten später köpfte Innenverteidiger Masih Saighani, der Ex-Profi aus Asien, nach einem Freistoß zum 2:2 ein (64.). 

Baumann schreibt die Geschichte des Spiels

Den Siegtreffer der Gastgeber und damit die Geschichte des Spiels lieferte aber Youngster Leandro Baumann, der eigentlich in der Zweiten Mannschaft (Gruppenliga Ost) spielt. Eigentlich war Baumann, wie Barletta hinterher auf der Pressekonferenz erzählte, schon aus dem Kader gestrichen. Weil aber ein Kaderplatz kurzfristig frei wurde, erfolgte doch die Nominierung. „Ich wollte ihn schon zur Halbzeit bringen, musste ihn dann aber zusammen stauchen, weil er sich unterhielt, statt sich warm zu machen“, so die Anekdote Barlettas, der den Jungen erst mal draußen ließ. In der 66. Minute brachte der Coach Baumann dann doch, der dann elf Minuten danach als Joker stach und das vielumjubelte 3:2 erzielte (77.). Die Wetterauer versuchten noch einmal alles, um zum Ausgleich zu kommen. Yikilmaz in der Nachspielzeit hatte die letzte Möglichkeit, doch es reichte nicht mehr. „Wir sind jetzt schon enttäuscht. Sinnbildlich war der Spielverlauf in der zweiten Hälfte. Wir schießen das 1:0 mehr oder weniger selbst. Nach dem 2:0 kamen wir trotzdem wieder rein und waren nach dem Ausgleich am Drücker. Der Gegner hat dann von einem brutalen Stellungsfehler profitiert. So ein Ding tut extrem weh, denn wir haben viel Aufwand betrieben, nachdem der Glaube zurück war“, analysierte Weber. 

Sensationell. Ich wurde noch nicht so begrüßt.

Alzenaus Trainer Angelo Barletta zur Begrüßung durch den Stadionsprecher

Sein Kollege Barletta, der von Stadionsprecher Toni Ritter in „James Bond-Manier“ („Er war nie weg“) willkommen gehießen wurde, bedankte sich bei Ritter für die einleitenden Worte: „Sensationell. Ich wurde noch nie so begrüßt.“ Mit dem Sieg zum Wiedereinstand nach zwei Jahren Abstinenz war Barletta natürlich zufrieden: ‚Wir kamen ideal aus der Halbzeit mit zwei Treffern. Nach dem Ausgleich war die Wahrscheinlichkeit höher noch das 2:3 zu kassieren. Da wäre ich mit einem Punkt zufrieden gewesen. Riesenkompliment für die Moral der Truppe.“ 

Statistik

FC Bayern Alzenau: Wolpert; Pancar, Bergmann (63. Topic), Wilke, Heptazeler - Alexander (89. Arslan), Hodja, Brauburger, Bischof (66. Baumann), Bhatti - Fecher.
Türk Gücü Friedberg: Koob; Häuser, Saighani, Dudda (82. Usic), Fukuhara - Henrich, Schorr - Mahmudov (56. Yikilmaz), Demir (75. Jost), Imek - Michel. 
Schiedsrichter: Daniel Losinski (TSV Immenhausen).
Zuschauer: 299.
Tore: 1:0 Maximilian Brauburger (47.), 2:0 Lukas Fecher (55.), 2:1 Noah Michel (61., Foulelfmeter), 2:2 Masih Saighani (64.), 3:2 Leandro Baumann (77.).
Besonderes Vorkommnis: Marcel Wilke (Alzenau) schießt Handelfmeter an die Latte (33.).

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