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Barlettas Heizungsmonteur-Vergleich

Erstellt:

Von: Johannes Götze

Angelo Barletta Pressekonferenz Alzenau Kristjan Glibo
Na, wo schaut Angelo Barletta (links) nur hin? Fast apathisch wirkte er nach dem 2:1-Sieg über Eintracht Frankfurts U21 um Trainer Kristjan Glibo (rechts). © Johannes Götze

Wer den Blick auf der Pressekonferenz nach dem 2:1-Coup seiner Alzenauer gegen Eintracht Frankfurts U21 auf Trainer Angelo Barletta richtete, der konnte nicht mehr ablassen. Wie paralysiert, fast apathisch saß er wenige Minuten nach Abpfiff neben Pressesprecher Toni Ritter und Eintracht-Coach Kristjan Glibo.

Beinahe wirkte es so, als würde er den Ausführungen von seinem Kollegen gar nicht zuhören, doch im Zwiegespräch verneinte er das energisch: „Natürlich habe ich zugehört. Ich fand die Analyse total fair. Er hätte auch sagen können, dass der Sieg von uns nur Glück war, aber er hat die Partie gut zusammengefasst“, sagte Barletta. Er selbst sah eine nicht unverdiente Pausenführung – und anschließend eine große Wucht bei der Eintracht, doch Alzenau verteidigte geschickt und legte kämpferisch alles in die Waagschale. 

„Ich liebe es, wenn der Gegner uns haushoch überlegen ist, meine Mannschaft aber alles reinwirft, gefühlt doppelt so viel wie der Gegner laufen muss. Ich kann das analytisch gar nicht erklären, aber genau so ein Spiel haben wir gebraucht, um in die Saison zu starten. Das ist geil“, sagte Barletta, der eiligst anfügte, „dass ihr bitte nicht gleich schreiben sollt, dass wir jetzt der Topfavorit auf die Meisterschaft sind. Wir befinden uns in der Findungsphase. Und das war ein Spiel, das auch 0:4 ausgehen kann.“

Angelo Barletta: Das ist geil, das liebe ich

Die Eintracht ist in Barlettas Augen einer, wenn nicht der große Favorit auf den Titel – auch weil das Team ganz anders arbeiten kann: „Kristjan kann jeden Tag zweimal trainieren, da arbeitet kein Spieler. Ich kann noch so ein gewiefter Taktikfuchs sein, aber wenn der Heizungsmonteur nach acht Stunden harter Arbeit zu mir ins Training kommt, dann kann er vom Kopf her einfach gar nicht mehr alles aufnehmen, was ich gerne von ihm möchte. Das ist nicht schlimm, das ist ganz normal und menschlich.“ 

Entsprechend glaubt Barletta, dass sich die Eintracht schnell findet und sein Team einen guten Zeitpunkt erwischt hat, um die neue Attraktion der Liga am Prischoß zu begrüßen – und dann sogar zu schlagen. Und nicht nur aus Trainersicht verlief der Samstagabend wie gemalt: „Die Kasse hat geklingelt“, sagte Barletta, dem trotz sportlichem Fokus freilich nicht entgangen ist, dass 1500 Zuschauer zum Auftakt kamen. Zahlen, die Bayern Alzenau sogar in den Regionalliga-Jahren kaum bis gar nicht erreichte: „Ich glaube aber, dass dieser Hype um die Eintracht mit der Zeit auch etwas verflachen und sich alles normalisieren wird. Für die Liga ist das aber ein Gewinn.“

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