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Griesheim siegt im Hessenliga-Auftaktspiel

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Lukas Marvin Friedrich Buchonia Flieden und Jean Marie Starck Viktoria Griesheim
Jean Marie Starck (weiß) siegte im Hessenliga-Auftaktspiel mit dem SC Viktoria Griesheim gegen RW Walldorf. © Charlie Rolff

Die neue Hessenliga-Saison 2022/23 ist am Freitagabend mit einer Begegnung zweier Vereine aus der Darmstädter Region gestartet. Der SC Viktoria Griesheim gewann sein Heimspiel gegen den hoch gehandelten SV Rot-Weiß Walldorf etwas überraschend mit 2:1 (2:0) und setzte sich damit zumindest bis zum Samstagnachmittag virtuell an die Tabellenspitze.

Griesheims Trainer Richard Hasa war nach dem Abpfiff im altehrwürdigen Stadion am Hegelsberg über den Auftaktsieg glücklich und konnte sich nicht daran erinnern, seit dem Beginn seiner Amtszeit bei der Viktoria vor vier Jahren mal mit drei Punkten in eine Saison gestartet zu sein. "Auch wenn Walldorf auf einige erfahrene Spieler verzichten musste, war das ein starker Gegner. Wir haben das Spiel kontrolliert, auch wenn die Gäste mehr Ballbesitz hatten", erklärte der slowakische Coach. Schon in der Anfangsphase musste sich Walldorfs Torhüter Marcel Czirbus bei einem Volleyschuss von Benedikt Saltzer mächtig strecken, um den frühen Rückstand zu verhindern. Ins Hintertreffen brachte sich der Gast dann aber durch Kommunikationsprobleme im Defensivverbund, die den 2:0-Vorsprung der Gastgeber zur Halbzeit begünstigten. Walldorfs Trainer Artur Lemm machte die Niederlage an diesen Fehlern fest, meinte hinterher: "Wir waren in beiden Halbzeiten die bessere Mannschaft und haben durch individuelle Fehler verloren. Beide Gegentore haben wir dem Gegner so brutal aufgelegt."

Vor dem ersten Griesheimer Tor ging ein Abstimmungsfehler zwischen Maximilian Huß und Keeper Czirbus voraus, der vom SV Zeilsheim gekommene kleine Stürmer Emin Aykir spritzte dazwischen und schob ins leere Tor ein (23.). Zehn Minuten danach wurde auf Walldorfer Seite erneut nicht klar verteidigt, Griesheims Torjäger Patrick Stumpf ging resolut dazwischen und erhöhte auf 2:0 (33.). Zwischendurch hatten die Gäste durchaus mehr vom Spiel, waren aber auch im Abschluss nicht konsequent genug. Nach dem Seitenwechsel hatten die Gäste gleich zwei gute Chancen, eine davon setzte Stürmer Mahdi Mehnatgir aus kurzer Distanz am Tor vorbei. Trotz eines aufkommenden Gewitters und Blitze am Himmel erkannte Schiedsrichter Vincent Schandry (Königstein) keine unmittelbare Gefahr und ließ die Partie vor 326 Zuschauern ohne Unterbrechung weiter laufen.

Walldorfer Erste Hilfe am Platz

Unter den Augen von Verbandsfußballwart Thorsten Bastian spielte Walldorf weiter nach vorne, kam per Freistoß durch Nikola Mladenovic, den Elias Derwein im Griesheimer Tor gut parierte, zur nächsten Chance. Apropos Wechsel: Unterschiedlich wurde von der neuen Regel Gebrauch gemacht, fünf Spieler wechseln zu können. Während Hasa nur vier Spieler einwechselte und den letzten Tausch erst in der 90. Minute, vor der sechsminütigen Nachspielzeit vollzog, musste Lemm auf den Rückstand reagieren und brachte schon bis zur 70. Minute fünf neue Leute. Als dann der gerade neun Minuten im Spiel mitwirkende Nils Herdt benommen auf dem Boden lag, rannten Teile der Gästebank inklusive Lemm auf das Spielfeld, um Erste Hilfe zu leisten. Der Spieler wurde dann hinausgetragen und wartete auf der Ersatzbank sitzend auf den Krankenwagen.

Da das Auswechselkontingent erschöpft war, musste der Gast fortan in Unterzahl weiter spielen, kam aber just nach Wiederbeginn durch einen schönen Kopfball von Mehnatgir zum 2:1 (80.). Durch den einsetzenden Platzregen wurde das Spiel noch schneller, aber trotz einer Drangperiode gelang der Ausgleich nicht mehr. Einem Treffer von Griesheims Noah Lorenz wurde in der Nachspielzeit wegen Abseits die Anerkennung versagt. "Unser Weg mit jungen Leuten ist ein guter. Wir hatten zwei 18-jährige und zwei 19-jährige auf dem Platz. Einige erfahrene Spieler waren noch nicht so weit, kamen aus dem Urlaub oder sind noch verletzt. Wir müssen aber diese Leichtsinnsfehler abstellen, sonst wird es schwer Spiele zu gewinnen", sagte Lemm. Auf Griesheimer Seite ergänzte Hasa: "Nach dem 2:1 haben wir gezittert, da waren wir nicht in der Lage uns zu befreien."

Statistik

SC Viktoria Griesheim: Derwein; Adusei, Bender, Walter, Böger - Starck - Oliveri del Castillo (81. Schumacher), Saltzer (71. Kazimi), Volk, Aykir (65. Lorenz) - Stumpf (90. Takmaz).
SV Rot-Weiß Walldorf: Czirbus; Thomasberger, Matheisen, Huß - Ludwig, Vogler (62. Vogt), Spamer (46. Mladenovic), Velosa (62. Borger), Nakamura (70. Herdt) - Mehnatgir, von Hagen (57. Benazza).
Schiedsrichter: Vincent Schandry (1. FC-TSG Königstein).
Zuschauer: 326.
Tore: 1:0 Emin Aykir (23.), 2:0 Patrick Stumpf (33.), 2:1 Mahdi Mehnatgir (80.).
Besonderes Vorkommnis: Walldorf spielte ab der 79. Minute in Unterzahl, da das Auswechselkontingent erschöpft war.

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