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Ein Tropfen auf den heißen Stein? Oder doch mehr?

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Von: Steffen Kollmann

Issak Somov (SV Neuhof - schwarz) - Cem Bolgi (FC Bayern Alzenau - weiss)
Issak Somov und der SV Neuhof wollen nach dem furiosen Comeback bei Eintracht Frankfurt in der Hessenliga nachlegen. © Charlie Rolff

Sieben Spiele in Folge hatte der SV Neuhof verloren, ehe in der Hessenliga ein 2:2 bei Eintracht Frankfurts U21 folgte – trotz 0:2-Rückstands bis zur 88. Minute. Was folgt nun auf dieses starke Comeback?

Alexander Bär ist lange genug im Fußballgeschäft, um zu wissen: „Eigentlich gleicht sich in einer Saison alles aus.“ Doch so recht kann der Neuhofer Trainer kaum daran glauben, dass das auf seine Mannschaft in dieser Saison noch zutreffen kann. „Bei so viel Pech, das wir bislang hatten, musst du eigentlich am Ende absteigen. Außer, so ein Comeback wie gegen die Eintracht – wo wir mal die glücklichere Mannschaft waren – passiert noch zwei-, dreimal in dieser Spielzeit.“

Die Aufholjagd in Dreieich, als Neuhof bis zur 88. Minute 0:2 zurück lag und dann durch Tore von Fahrudin und Mirza Kovac noch zum Ausgleich kam, hat auf die Tabelle keinen sonderlich großen Einfluss gehabt. Neuhof steckt weiterhin ganz tief im Keller, ist punktgleich mit dem Schlusslicht Steinbach II. Aber hat der „Punkt für die Moral“ vielleicht etwas in den Spielern geweckt? „Natürlich war es ein positives Gefühl für die Mannschaft. Dass jetzt aber das ganz große Selbstvertrauen zurück ist, glaube ich nicht. Vielleicht war es nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Bär.

Hessenliga: Ausgleich des SV Neuhof bei Eintracht Frankfurt nur ein Tropfen auf den heißen Stein?

Nach dem Spiel am Sonntag (14.30 Uhr) ist der Übungsleiter schlauer, wenn sein SVN den FC Eddersheim zu Gast hat. Die Mannschaft von Christian Lüllig – in der Vorsaison immerhin Vierter und beinahe Partycrasher für die SG Barockstadt – steht mit komplett ausgeglichener Bilanz im Tabellenmittelfeld, hat somit ein kleines Punktepolster auf die Abstiegsränge. „Ich glaube, dass Eddersheim die Leistungsstärke hat, einen absolut gesicherten Mittelfeldplatz zu erreichen. Aber auch dort sieht man: Alle Mannschaften, die im Sommer Leistungsträger verloren haben, haben Probleme.“

In der Vorsaison gab es in beiden Aufeinandertreffen ein 0:0. Ein ähnlich intensives und enges Spiel auf einem schwer bespielbaren Rasen erwartet Bär am Sonntag. „Wir werden alles daran setzen, die Zähler mal wieder in Neuhof zu behalten“, weiß der Coach, dass sein Team am Fuße des Kalibergs erst sechs Punkte eingefahren hat – kein Team hat zuhause weniger. Bis zur Winterpause braucht es noch ein paar Siege, Bär spricht von zwei, mindestens drei. „Wir haben die Hoffnung, die Tabelle noch ein wenig korrigieren zu können. Gerade in den direkten Duellen musst du gewinnen“, fordert der Coach.

Hessenliga: SV Steinbach will beim FC Erlensee wieder in die Spur finden

Ein direkter Konkurrent des SVN ist der 1. FC Erlensee. Der empfängt am Samstag (16 Uhr) den SV Steinbach. Die Mannschaft von Petr Paliatka könnte dabei nicht nur dem osthessischen Kollegen helfen, sondern nach zwei Niederlagen in Serie wieder einen Schritt in die richtige Richtung machen. Auf die höchste Auswärtsniederlage (1:4 in Unter-Flockenbach) folgte am vergangenen Wochenende – beim Debüt des neuen Torhüters Sebastian Ernst – die höchste Heimpleite (0:3 gegen Stadtallendorf) in dieser Saison. Noch höher verlor der SVS zuletzt vor fast einem Jahr, ausgerechnet in Erlensee. Das 0:6 kann aber allein deshalb relativiert werden, als dass es für Steinbach um rein gar nichts ging.

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