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Erst Abstieg, dann Party in Fleschenbach?

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Von: Ralph Kraus

Torhüter Lukas Hohmann vom SV Flieden
An den Klassenerhalt glaubt Fliedens Lukas Hohmann nicht mehr, das ein oder andere Spiel will der Torhüter aber noch gewinnen. Ganz besonders das nächste gegen Ginsheim, schließlich steigt danach eine besondere Feier. © Charlie Rolff

Der SV Flieden und VfB Ginsheim werden nächste Saison vermutlich in der Verbandsliga spielen. Am Samstag (15 Uhr) fällt für den Verlierer rechnerisch wohl der Vorhang. Für den Sieger ist das gleiche Schicksal nur eine Frage der Zeit.

Und so erscheint die große Sause, die nach der Partie steigen wird, schon ein bisschen skurril. Denn im Anschluss an das Ginsheim-Spiel haben die „Hohmänner“ zum Ausstand eingeladen. Die Brüder Lukas und Nico verlassen die Buchonia im Sommer nach vielen Jahren. Verteidiger Nico war 2012 von Kickers Offenbach nach Flieden gekommen, Torhüter Lukas folgte im Januar 2014 ebenfalls vom OFC.

„Die Abschiedsparty ist seit Wochen geplant. Und ganz ehrlich? Irgendwann müssen wir es ja machen. Der Zeitpunkt ist vielleicht nicht der beste, aber in unserer Situation und Lage wird es auch nicht mehr besser werden“, erklärt Lukas Hohmann die Einladung in seine Heimat Fleschenbach. In dem 103-Seelen-Ort, der zur Gemeinde Freiensteinau gehört, wohnt Hohmann mit seiner Familie.

Flieden-Torwart Lukas Hohmann: „Wir werden absteigen“

„Einerseits hat man nach achteinhalb Jahren schon Wehmut, denn in der langen Zeit hat man viel mit dem Verein erlebt und einige Mitspieler sind wirklich gute Freunde geworden. Aber ich freue mich auch schon auf das neue Kapitel, das ab Sommer bei meinem Heimat- und Jugendverein SG Freiensteinau beginnt“, sagt Lukas Hohmann, der nicht drumherum redet: „Wir werden absteigen. In den letzten Spielen geht es nur noch darum, dass wir ordentliche Ergebnisse erzielen und vielleicht noch ein bisschen Spaß haben. Ich würde schon gerne noch das ein oder andere Spiel gewinnen.“

Für die Ewigkeit werden vor allem drei Ereignisse hängenbleiben: „Die beiden Aufstiege 2017 und 2020, aber vor allem der Junggesellen-Abschied von Fabian Schaub. Da haben wir vorher in Alzenau gespielt, haben jeden Punkt gebraucht und waren krasser Außenseiter. Eigentlich waren mit dem 1:1 alle zufrieden, ehe dann ausgerechnet der Fabi in der 95. Minute das 2:1 gemacht hat. Das war irre. Danach ging es ab nach Köln. Das war wie eine Meisterschaft“, erinnert sich Lukas Hohmann.

Während in Flieden der nun offizielle Rückzug von Hessen Dreieich und die dadurch entstandene Reduzierung der sportlichen Absteiger auf nur noch fünf Vereine die Lage nicht mehr wirklich verändert, scheint über dem Steinbacher Mühlengrund mehr denn je die Sonne: Drei Punkte Vorsprung hat der SVS auf den kommenden Gegner FV Bad Vilbel (Sonntag, 15 Uhr). Mit einem Heimsieg wäre Steinbach sechs Punkte vorne und hätte zudem den direkten Vergleich gewonnen. Dagegen droht dem Hünfelder SV das gleiche Schicksal wie Flieden: Selbst ein Sieg am Samstag (13 Uhr) gegen Viktoria Griesheim würde den Abstieg wohl nicht mehr abwenden können.

SG Barockstadt gegen Waldgirmes noch ohne Niederlage

Während das Heimspiel des SV Neuhof gegen Dreieich (Sonntag, 15 Uhr) völlig bedeutungslos ist, befindet sich die SG Barockstadt mitten in der wichtigsten Saisonphase. Den Einzug in die Aufstiegsspiele zur Regionalliga hat die SGB wieder selbst in der Hand. Mehr noch: Sedat Görens Truppe darf sich in den letzten vier Spielen gegen Waldgirmes (Samstag 14 Uhr), in Dietkirchen, gegen Hadamar und zum Abschluss in Eddersheim sogar noch einen Ausrutscher leisten. Gegen Waldgirmes hat die SG Barockstadt seit ihrer Gründung noch kein Spiel verloren. Das 3:3 aus dem Hinspiel war eines von zwei Unentschieden aus den bisherigen fünf Duellen.

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