1. torgranate
  2. Hessenliga

Der Torklau von Hadamar

Erstellt:

Von: Johannes Götze

Barockstadts Dennis Müller (links) sieht die Gelb-Rote Karte von Schiedsrichter Florian Tesch. Eine höchst umstrittende Entscheidung, wie auch Tolga Duran (Zweiter von rechts) empfindet.	Foto: Patrick Jahn
Barockstadts Dennis Müller (links) sieht die Gelb-Rote Karte von Schiedsrichter Florian Tesch. Eine höchst umstrittene Entscheidung, wie auch Tolga Duran (Zweiter von rechts) empfindet. © Patrick Jahn

Im Lager der SG Barockstadt herrscht nach dem ersten Ligasieg im neuen Jahr beste Laune. Zumindest fast. Denn das Führungstor beanspruchten gleich zwei Spieler für sich.

„Da muss er ja wirklich nicht mehr hingegen, der geht doch ohne sein Zutun rein“, sagte Barockstadts bester Spieler nach Spielende mit einem Augenzwinkern. Marius Löbig hatte nach einer glänzenden Aktion im Strafraum inklusive Tunnler gegen den Torwart getroffen. Also fast, denn bevor der Ball über die Linie trudelte, hielt Mittelstürmer Dominik Wüst noch den Fuß rein. „Ich habe den Schiri gefragt, er hat es mir gutgeschrieben“, sagte Löbig, dessen exzellente Leistung in Offensive wie Defensive mindestens ein Tor verdient hatte. Doch er hatte sich verhört. Richtigerweise schrieb der insgesamt schwache Schiedsrichter Wüst den Treffer zu. „Ja, ist meins“, sagte der und schob hinterher, „dass ich heute richtig was für die Torschützenliste hätte tun können.“ Wüst traf zwar später noch zum zweiten Male, doch er ließ sogar noch drei „Hundertprozenter“ aus. 

Wer nun wem ein Bier ausgeben musste, blieb offen. Doch ein Spieler wird auf der zweistündigen Rückfahrt einen Kasten Bier bezahlt haben: Dennis Müller. Der Linksverteidger flog mit Gelb-Rot vom Platz – ohne dass er ein Foulspiel begangen hatte. Zwei Unsportlichkeiten, die beide nur mit viel Missgunst zwingend bestraft werden müssen, hatte er begangen. Er konnte die Welt nicht verstehen. Gut für ihn: In der nächsten Aktion flog auch ein Hadamarer unter fragwürdigen Umständen. Es herrschte schnell wieder Gleichzahl – wenngleich gefühlt das ganze Spiel ein Barockstädter mehr auf dem Feld stande. Die Leistung war super souverän und spielerisch stark. Auszusetzen hatte Trainer Sedat Gören nur die Chancenverwertung. 

SG Barockstadt Fulda-Lehnerz: Im eigenen Stadion Siegesserie starten

Löbig sah es an alter Wirkungsstätte wie sein Coach: „Das Selbstvertrauen ist zurück. Und beim Blick auf die Tabelle ist alles drin.“ Barockstadt hat am Donnerstag das Highlight in Alzenau vor der Brust, dort soll das Hessenpokal-Halbfinale erreicht werden. Anschließend geht es in der Liga nacheinander gegen Dietkirchen, Dreieich und Waldgirmes. Jeweils Zuhause. „Im Stadion wollen wir eine Serie starten“, fordert Gören.

Was nicht ins Bild des sonst guten Auftritts passte: Einige wenige Fans der sogenannten Barockstadt-Brigade hatten es in den letzten Minuten auf Hadamars Jerome Zey abgesehen. Beleidigten ihn im sicheren Gefühl des Siegs unter der Gürtellinie. Zey nahm das erst hin, wurde dann aber völlig zu Recht stinkig. Kevin Hillmann, Joker der SGB, sprang Zey zur Seite und machte noch während des Spiels eine klare Ansage an die eigenen Fans: „Wir führen hier 2:0. Freut euch darüber und lasst den Spieler in Ruhe.“ Hillmann erntete dafür Lob, auch vonseiten der Gastgeber.

Auch interessant