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In Unterzahl: Hanau 93 schlägt Bayern Alzenau

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Rico Kaiser (rechts, hier gegen Steinbachs Max Stadler) erzielte für Hanau 93 die Führung im Hessenliga-Spiel gegen den FC Bayern Alzenau.
Rico Kaiser (rechts, hier gegen Steinbachs Max Stadler) erzielte für Hanau 93 die Führung im Hessenliga-Spiel gegen den FC Bayern Alzenau. © Memento36

Der 1. Hanauer FC 1893 hat am Mittwochabend in der Hessenliga seine Ergebniskrise beendet und nach drei Niederlagen in Folge wieder einen Schritt in Richtung Spitzengruppe getätigt. Im Nachbarschaftsduell gegen den FC Bayern Alzenau gewannen die 93er am Mittwochabend zum Auftakt des 12. Spieltages mit 2:1 (1:0).

Die Partie brachte eine gewisse Brisanz mit, da in den letzten Jahren zahlreiche Spieler von Bayern Alzenau zu Hanau 93 gewechselt waren. Aktuell weisen inklusive des weiterhin verletzten Spielertrainers Kreso Ljubicic neun Akteure eine blau-weiße Vergangenheit auf. Gespielt wurde auf dem kleinen Nebenplatz an der Kastanienallee, da der Hauptplatz über kein Flutlicht verfügt. Der Rasenplatz war durch den Regen der vergangenen Tage sehr tief, an den Ecken sogar matschig. Mit den Platzverhältnissen kamen die Gastgeber zunächst besser zurecht, auch wenn die Mainfranken durch Malik Makey den ersten Abschluss verzeichneten, den HFC-Torhüter Armend Brao gut hielt.

In Unterzahl: Hanau 93 schlägt Bayern Alzenau

Bei den Gastgebern operierte der eigentliche Rechtsverteidiger Rico Kaiser - einer der neun Ex-Alzenauer - im rechten Mittelfeld eine Position weiter vorne. Hinter ihm verteidigte Ugur Aslan, der sich auch mit nach vorne einschaltete. Die Gäste hatten vor einer stimmungsvollen Kulisse von 335 Zuschauern durch Dusan Crnomut dann Pfostenschusspech (22.). In Führung gingen die kampfstarken Hanauer nach etwas mehr als einer halben Stunde. Eine Flanke von Kristijan Bejic brachte Kaiser per Direktabnahme im Tor von FCB-Torhüter Daniel Endres unter – 1:0 (33.). Zur Pause wechselten beide Teams in der Offensive, bei Hanau ersetzte Leandro Baumann Cem Kara und bei den Gästen kam Rahim Desveaux für Ihab Darwiche. Die Stakkato-Gesänge der Hanauer Supporter waren weiter gut zu hören, während die Alzenauer Fanecke rechts neben dem Tor ruhig blieb. Erst recht nach dem 2:0 der 93er durch Timucin Sen, der von der Strafraumgrenze flach einschoss (53.).

Bis dahin hatte es in dem fairen Spiel keine Gelbe Karte gegeben. Mitte des zweiten Abschnitts wurden Ioannis Vassiliou und Semih Sentürk von den Gastgebern verwarnt, bei Vassiliou hatte dies in der 72. Minute wegen wiederholten Foulspiels Konsequenzen – er musste mit Gelb-Rot runter. In Überzahl verstärkten die Bayern noch einmal ihre Angriffsbemühungen und verkürzten durch einen Distanzschuss von Danilo Milosevic auf 2:1 (77.). Danach hatten die Gäste Möglichkeiten zum Ausgleich, aber auch auf der anderen Seite hätte das 3:1 fallen können, als Tarik Sejdovic aus 50 Metern versuchte, Endres im Alzenauer Tor zu überlisten (88.). In der Nachspielzeit gab es noch eine Schrecksekunde für Hanau zu überstehen. Nenad Stanojevic traf aus elf Metern Torentfernung die Latte. In der letzten Aktion tauchte sogar Schlussmann Endres im Hanauer Strafraum auf, doch dann ertönte der Schlusspfiff und die Hanauer Supporter feierten ihr Team ausgelassen.

So grausam kann Fußball sein.

Angelo Barletta

„Ich habe ein enges und zähes Spiel gesehen, so habe ich es erwartet. Es war ein Derby mit Pokalcharakter, denn von der Brisanz her war es ein besonders Spiel. Das hat man gemerkt, es war Feuer im Spiel. Dann machen wir uns das Leben selbst schwer nach dem 2:0 mit dieser unnötigen Gelb-Roten Karte. Dann war es normal, dass viele hohe Bälle nach dem 2:1 kommen, wo der Ausgleich fallen kann. Ich bin glücklich, dass wir diesen Turnaround geschafft haben. Es war ein richtungsweisendes Spiel für uns. Heute hatten wir eine richtige Fußball-Atmosphäre. Ich wäre froh, wenn immer so viele Zuschauer kommen würden“, sagte Ljubicic nach dem Abpfiff. Sein Kollege Angelo Barletta zog folgendes Fazit: „Nach einer Niederlage kann man nichts schönreden, nur ich habe eine tolle Mannschaft von uns gesehen, die alles gegeben hat. Die Niederlage ist bitter, ein Punkt wäre verdient gewesen. So grausam ist der Fußball, wir hatten ein Chancenplus. Es sollte aber nicht sein und Montag gegen Erlensee erwartet uns ein völlig anderes Spiel.“

Im zweiten Spiel des Abends sorgte Noah Theis mit seinem goldenen Treffer für den 1:0-Sieg des TSV Steinbach II gegen den SC Waldgirmes. Das Team von Pierre Bellinghausen liegt somit nur noch zwei Punkte hinter einem Nichtabstiegsplatz. Weiter geht es in der Hessenliga erst am Freitag, nachdem das für Donnerstag angesetzte Spiel zwischen Gießen und Dietkirchen wegen Coronafällen abgesagt worden ist.

Die Statistik:

1. Hanauer FC 1893: Brao; Aslan (66. Samardzic), Sejdovic, Sentürk, Vassiliou - Kaiser, Kara (46. Baumann), Ünal, Ferukoski - Bejic (84. Alasovic), Sen (76. Kalata).
FC Bayern Alzenau: Endres; Pancar, Topic (88. Heinz), Milosevic, Aul - Alexander, Makey, Hacker (54. Seikel), Crnomut - Stanojevic, Darwiche (46. Desveaux/88. Torres Eurich).
Schiedsrichter: Marcel Rühl (FSG Wettenberg). Zuschauer: 335.
Tore: 1:0 Rico Kaiser (33.), 2:0 Timucin Sen (53.), 2:1 Danilo Milosevic (77.).
Gelb-Rote Karte: Ioannis Vassiliou (Hanau, 72.).

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