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Philipp Bagus ließ Patrick Ochs und Co. staunen

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Von: Johannes Götze

Philipp Bagus, Schlussmann des SV Steinbach, hielt gegen Eintracht Frankfurts U21 streckenweise spektakulär.
Philipp Bagus, Schlussmann des SV Steinbach, hielt gegen Eintracht Frankfurts U21 streckenweise spektakulär. © Charlie Rolff

Großer Bahnhof in Steinbach: „Fußballgott“ Alex Meier und Patrick Ochs waren in ihren Funktionen als Co-Trainer respektive Sportlicher Leiter von Eintracht Frankfurts U 21 da, um die Stars der Zukunft zu beäugen. Doch in das Rampenlicht spielte sich ein Akteur der Gastgeber. 

Denn wie Steinbachs Keeper Philipp Bagus insbesondere in der Schlussphase agierte, ließ Ochs und Co. staunen. Die Fragen nach Alter, Größe und Werdegang wurden noch während des Spiels lauter, weil Bagus zunächst grandios aus Nahdistanz gegen den deutschen U 18-Nationalspieler Marcel Wenig das 0:2 verhinderte, um in der 89. Minute noch spektakulärer eine Doppelchance gegen Nino Cassaniti zu vereiteln. Blöd für Bagus und sein Team, dass Doppeltorschütze Wenig mitgelaufen war und den Ball aus spitzem Winkel doch noch im Tor zum 2:1-Siegtreffer für die Eintracht verwertete.

Philipp Bagus mit reifer Leistung

„Ich bin wirklich dein größter Kritiker, aber besser kannst du es nicht spielen“, sagte nach Schlusspfiff Bagus’ ehemaliger Torwarttrainer Joachim Weber, während Bagus meinte: „Ich schau’ mir das Spiel an, werde analysieren und mich darüber ärgern, dass ich den letzten Freistoß im Spiel kurz gespielt habe. Bringe ich den lang rein, kann es noch mal brennen.“ Selbstkritisch ist er – und trotz seiner erst 18 Jahre extrem stabil in seinen Leistungen. Aber eben nicht der Größte. Vielleicht schaut die Eintracht aber trotzdem mal genauer beim talentierten Schlussmann hin. 

Hätte Wenig den Ball nicht zum Siegtor versenkt, Bagus hätte sich zweifelsfrei die Schlagzeilen mit Luca Uth teilen dürfen. Steinbachs Spielmacher nutzte in der 83. Minute eine von anderthalb Möglichkeiten der Steinbacher zum schmeichelhaften Ausgleich, als er den Ball punktgenau mit der Innenseite seines linken Fußes ins lange Eck neben den Pfosten schlenzte. Ein tolles Tor. Ausgerechnet Uth, der bei der Eintracht spielte, in Glanzzeiten Kandidat für die U-Nationalmannschaft war und nach dem Spiel freimütig zugab, „dass die Spielvorbereitung grundsätzlich normal, ich aber natürlich besonders motiviert war.“ 

Bei dem Schuss hat alles gepasst. Den habe ich ideal getroffen – endlich mal wieder.

Luca Uth, der mit seiner Torquote hadert

Dennoch ging den Steinbachern gegen die unter Profibedingungen arbeitende Frankfurter U 21 über weite Strecken die Spielfreude ab, teilweise wirkte die Mannschaft gehemmt – genau wie das sonst so euphorische Publikum am Mühlengrund. Und so analysierte Ochs das Spiel treffend: „Eine zähe Angelegenheit mit verdientem Sieger.“ SVS-Trainer Petr Paliatka urteilte ähnlich: „In den anderen Spielen waren wir besser, aber trotzdem war was drin. Ich bin stolz auf die Jungs.“

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