„Einfach nur ausrasten“. Max Stadler, der hier von seinen Mitspielern eingekesselt wurde, jubelte nach seinem Treffer mit den Zuschauern.
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„Einfach nur ausrasten“. Max Stadler, der hier von seinen Mitspielern eingekesselt wurde, jubelte nach seinem Treffer mit den Zuschauern.

SVS schlägt Bad Vilbel

Stadlers Lucky Punch: Steinbach nah am Klassenerhalt

Jetzt muss der SV Steinbach nur noch durch die offene Tür gehen. Nach dem 2:1 (1:1)-Sieg gegen den FV Bad Vilbel hat der SVS sechs Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze.

Endspiel-Charakter hatte die Partie. Bad Vilbel half einzig ein Sieg, nach umkämpften 90 Minuten bleibt für die Elf von Amir Mustafic eigentlich nur noch theoretischen Chancen auf den Klassenerhalt. Vier Punkte beträgt der Rückstand auf Türk Gücü Friedberg bei noch drei ausstehenden Spielen. Und wie wichtig die drei Punkte für Steinbach waren, wurde beim Abpfiff deutlich. Ausflippende Spieler, ausflippende Trainer, ausflippende Zuschauer. Dafür sorgte der in dieser Spielzeit so starke Max Stadler kurz vor Ultimo. Erst holte er den Elfmeter raus – Adnan Alik sah Gelb-Rot –, ehe er den starken Vilbel-Keeper Robin Orband verlud und den Mühlengrund in ein Tollhaus verwandelte (88.). Die Emotionen beim Siegtorschützen? „Einfach nur ausrasten. Dann rennst du in die Kurve zu den Fans und alle Spieler liegen sich in den Armen. Unbeschreiblich.“ Und sein Gedanken beim Elfmeter? „Irgendwie rein damit. Ich habe geschaut was der Torwart macht.“

Dass der Lucky Punch erfolgte, deutete sich in Durchgang zwei überhaupt nicht an. Die Gäste waren bestimmend, rund um Minute 60 hätte die Führung erfolgen können. Jeff Thielmann aus der Nahdistanz, Visar Gashi aus der Distanz und erneut Thielmann per Kopf. Macht der FV die Führung, hätte sich der SVS nicht beklagen können. „Schon in der Pause wurde der Trainer lauter. Wir haben den Fuß irgendwie nicht mehr ins Spiel bekommen“, sagte Stadler, während dessen Trainer Petr Paliatka das Spiel der Gäste gerne bei seinen Schützlingen gesehen hätte. „Zweikampfverhalten ging uns total ab. Wir hätten uns nicht beschweren können, wenn wir als Verlierer vom Platz gehen.“ Dass Homan Halimi zuvor am stark reagierenden Orband scheiterte (58.), heiterte ihn nicht auf. 

Stadler rastet nach Siegtor „einfach nur aus“

In Durchgang eins war die Leistung der Hausherren noch verbessert. Beide Mannschaften tasteten sich eine Zeit lang ab, die erste richtige Strafraumszene führte umgehend für Führung. Jubel brandete erst bei Stadlers Abschluss auf, den Alik noch von der Linie kratzte. Zehn Sekunden später war aber Halimi per Kopf zur Stelle, nachdem Uth flankte (18.). Vilbel ging lange die offensive Gefahr ab, Stadler hätte nach 35 Minuten erhöhen können, aber Orband war einmal mehr zur Stelle und hatte auch bei Halimis Volleyschuss die Hände rechtzeitig oben. Und so bestraften die Gäste umgehend, als Mario Shuteriqi locker einschieben konnte (37.).

Mustafic musste sich auf der anschließenden Pressekonferenz in erster Linie für eine kaputte Tür im Vereinsheim entschuldigen, als ein Gästespieler seine Nerven nicht im Griff hatte. „Ich war mit dem Spiel zufrieden. Die Jungs haben alles am Platz gelassen. Hätten wir einen Max Stadler, würden wir nicht in unserer Situation sein. Aber so nutzen wir unsere Chancen nicht und müssen deshalb Steinbach zum Klassenerhalt gratulieren. Für uns war es das jetzt wohl.“ Die Glückwünsche wollte Paliatka noch nicht annehmen, „da wir noch einen Sieg brauchen. Aber die Lage ist natürlich optimal nun. Es hat letztlich eine Kleinigkeit den Ausschlag gegeben. Dass es nicht gerecht war, ist mir heute herzlich egal. Wir haben schon genug Pech.“

Statistik

SV Steinbach: Bagus; Hildenbrand, T. Wiegand, Neacsu, Hütsch (90.+1 Göb) – F. Wiegand, Uth – Madzar, Halimi (66. Hanslik), Wittke (59. M. Wiegand) – Stadler. 
FV Bad Vilbel: Orband; Okuno, Emmel, Alik, Safaridis, Böger (85. Ushiyama) – Gashi, Embaye (85. Kandelaki) – Shimoda, Shuteriqi (82. Bauscher), Thielmann. 
Schiedsrichter: Patrick Haustein (FC Großen-Buseck). 
Zuschauer: 130. 
Tore: 1:0 Homan Halimi (18.), 1:1 Mario Shuteriqi (36.), 2:1 Max Stadler (88., Foulelfmeter). 
Gelb-Rote Karte: Adnan Alik (88., Bad Vilbel).

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