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Türk Gücü verliert nach Reljic-Verlängerung

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Alit Usic und Türk Gücü Friedberg sind seit sieben Spielen in der Hessenliga ungeschlagen.
Alit Usic verlor mit Türk Gücü Friedberg zum Jahresabschluss.F © Charlie Rolff

Zur ungewöhnlichen Anstoßzeit um 12.30 Uhr wurde die Hessenliga-Begegnung zwischen Türk Gücü Friedberg und dem FSV Fernwald auf dem Kunstrasenplatz am Burgfeld über die Bühne gebracht. Die Gastgeber verpassten es durch die 1:2 (1:1)-Heimniederlage, den gestrigen Patzer des FC Gießen auszunutzen und bis auf einen Zähler an Rang zwei heranzuführen.

Stattdessen jubelten nach dem Schlusspfiff die Gäste aus dem Gießener Umland, die durch den etwas glücklichen Sieg bis auf drei Zähler an die Friedberger herankamen. Doch was war der Grund für die frühe Anstoßzeit? Ursprünglich war die Partie für 17 Uhr geplant, angesichts der zu erwartenden Minustemperaturen wollten die Vereine aber nicht abends spielen. Nachmittags war der Platz jedoch durch ein A-Jugendspiel belegt. „Wir sind Friedberg dankbar, dass die das mitgemacht haben, das war allemal besser als um 17 Uhr und wir hatten ja eine kurze Anreise“, war Fernwalds Trainer Daniyel Bulut mit dem Spieltermin einverstanden.

Hessenliga: Reljic verlängert, Türk Gücü Friedberg verliert

Die Gastgeber, die am Freitag die Vertragsverlängerungen von Trainer Enis Dzihic und den Offensivspielern Noah Michel und Toni Reljic bekannt gegeben hatten und aufgrund des Fehlens von sechs Stammspielern mit einer Rumpfelf antraten, gerieten früh durch einen Foulelfmeter in Rückstand. Brian Mukasa war über die Beine von TGF-Verteidiger Alit Usic gefallen. Den fälligen Strafstoß verwandelte FSV-Kapitän Erdinc Solak gegen seinen Ex-Verein und Torhüter Felix Koob im Kasten (13.). Erst danach wurden die Friedberger wach, kamen durch Jeff Thielmanns Volleyschuss und Kamil Yikilmaz per Kopfball zu Ausgleichschancen. Der fiel dann auf Vorlage von Yikilmaz durch den Japaner Ren Gatamura, der überlegt flach einschoss (20.). Die 190 Zuschauer erwärmten sich an der Partie, zudem erfreulich: Der Verein spendete sämtliche Eintrittsgelder an das „Bärenhospiz Wiesbaden“, welches sich um das Wohlergehen schwerstkranker Kinder kümmert.

Nach dem Seitenwechsel nahm die Begegnung an Fahrt auf. Zunächst reklamierten die Gastgeber nicht nur in einer Szene Handelfmeter, das Schiedsrichtergespann war sich jedoch in der Auslegung der Handspielregel nicht einig. Auf der Gegenseite traf Fernwalds Stürmer Tom Woiwod mit einem strammen Schuss den Pfosten (51.), später traf noch Solak das Aluminium (77.). Obwohl Friedberg deutlich mehr vom Spiel hatte, jubelten am Ende die Gäste. Die Flanke des eingewechselten David Siebert schoss Fernwalds Abwehrhüne Kevin Malau Kaguah zum Siegtreffer ein (84.). In der Schlussphase fehlten den Friedbergern auch die Alternativen von der Ersatzbank, denn die war mit Spielern der Zweiten Mannschaft (Kreisoberliga) aufgefüllt worden. Michel bot sich in der Nachspielzeit noch die Ausgleichschance, doch der Torjäger vergab. „Wir sind froh, dass jetzt Winterpause ist. Um so schöner ist der Abschluss. Die erste Halbzeit waren wir nicht im Spiel, auch im ganzen Spiel war Friedberg aggressiver und hatte die bessere Raumaufteilung. Nach der Pause waren wir kompakter, klar sind die drei Punkte etwas glücklich. Aber so ganz unverdient sind sie auch nicht bei einem starken Gegner“, sagte Bulut.

Türk Gücü Friedbergs Trainer Enis Dzihic war in seiner Analyse gewohnt sachlich: „Sechs vermeintliche Stammspieler waren nicht dabei. Trotzdem haben die Jungs, die auf dem Platz standen, es zu 80 Prozent sehr gut gemacht. Nach dem Rückstand sind wir gut zurückgekommen, leider war der Fußball-Gott nicht auf der Seite von jenen, die mehr investieren. Die Niederlage ist ärgerlich“. Zudem haderte der Ex-Profi mit „zwei, drei Situationen im Sechzehner, wo der Schiedsrichter bei der ersten Aktion Elfmeter für Fernwald pfeift. Bei uns gab es dann Szenen mit Handspielen, der Schiri hat eine tolle Sicht, muss aber den Linienrichter fragen, um sich zu vergewissern. Dann kommen zwei verschiedene Aussagen, die ich nicht verstehen kann.“ Dzihic weiter: „Mit so einem Unentschieden hätten wir leben können, so gehen wir mit einem nicht so guten Gefühl in die Winterpause. Wenn aber alle wieder da sind, kommen wir wieder gestärkt raus.“

Türk Gücü Friedberg: Koob; Gatamura, Usic, Häuser, Knecht (89. Mahmudov) - Henrich, Schorr - Imek (73. Hayashi), Thielmann, Yikilmaz - Michel.

FSV Fernwald: Kleinheider; Burger (90.+5 Markiewicz), Kaguah, Muhic, Bender - Goncalves, Hofmann - Hendrich (62. Siebert), Solak (90.+5 Schwabe), Mukasa (76. Mohr) - Woiwod (90.+1 Dervishi).

Schiedsrichter: Manuel Winkler (TSV Landau).

Zuschauer: 190.

Tore: 0:1 Erdinc Solak (13./Foulelfmeter), 1:1 Ren Gatamura (20.), 1:2 Kevin Malau Kaguah (84.).

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