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Spektakel am Samstag: Hanau kommt dreimal zurück, Friedberg siegt in letzter Minute, Fernwald abgezockt

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Von: Leon Weiser

Semih Sentürk von Hanau 93 steht auf dem Feld.
Semih Sentürk hat für Hanau 93 das Tor zum 3:3-Ausgleich gegen den SV Adler Weidenhausen erzielt. © Rolf-G.Herchen/Charlie Rolff

Der 1. Hanauer FC 1893 weicht auf den Kunstrasenplatz in Hochstadt aus und kommt gegen Weidenhausen dreimal nach einem Rückstand zurück. Zum Sieg nach dem dritten Ausgleich reichte es jedoch nicht. Dennoch war eine unfassbare Moral der Hanauer. Unterdessen hat sich Friedberg in der letzten Minute von einem späten Nackenschlag erholt - nicht ganz so dramatisch ging es in Hadamar zu, wo Fernwald deutlich gewonnen hat.

1. Hanauer FC 1893 - SV Adler Weidenhausen 3:3 (0:1)

Ein spektakuläres Spiel haben alle Fans in Hochstadt begutachten können. Denn Hanau 93 und die Adler aus Weidenhausen haben sich nichts geschenkt. „Die Partie hätte gut und gerne 6:6 oder 7:7 ausgehen können. Es war ein offener Schlagabtausch, bei dem beide Teams auch viel zugelassen haben. Für die Trainer war es nicht unbedingt schön, dafür hatten die Fans ihren Spaß“, sagt Hanaus Spielertrainer Kreso Ljubicic nach der Partie. In dem wilden Spiel ging Aufsteiger Weidenhausen dreimal in Führung, Hanau kam dreimal zurück. Beide hätten das vierte Tor erzielen können, aber es wollte nicht sein. „Es ist ein gerechtes Ergebnis für beide“, meint Ljubicic. Den Wahnsinn beendete Semih Sentürk in der 82. Minute, neun Minuten nach der dritten Gästeführung.

Die Partie fand nicht in Hanau, sondern in Hochstadt statt, weil der Platz in Hanau nicht bespielbar sei. „Wir trainieren unter der Woche auf verschiedenen Kunstrasenplätzen. Teilweise gehen wir sogar in die Soccer-Halle, um zu trainieren“, meint der Coach. Hintergrund sei, dass möglichst alle Spiele in diesem Jahr vonstatten gehen sollen, um englische Wochen in der Rückrunde zu vermeiden. „Ich sehne mich nach der Winterpause. Wir kriechen auf dem Zahnfleisch, haben viele Ausfälle“, beklagt Ljubicic. Das Spiel gegen Alzenau soll aber auf jeden Fall gespielt werden. Weidenhausen nutzt der Punkt im Abstiegskampf nur bedingt, der Aufsteiger hat nun 19 Punkte auf der Habenseite, Hanau kann gegen Alzenau die 40-Punkte-Marke knacken, das Ziel von Ljubicic.

1. Hanauer FC 1893: Brao; Sejdovic, Danso, Kalata (60. Biehrer), Sentürk (88. Raafat), Samardzic, Ünal, Aslan, Baumann (40. Vassiliou), Sen, Kaiser.
SV Adler Weidenhausen: Klotzsch; Renke (79. Nguyen), T. Ullrich (90. Stunz), Göbel, Gonnermann, Gerbig, Görs, K. Krug, Immig (86. Felmeden), M. Krug (90.+4 J. Ullrich), Schneider.
Schiedsrichter: Christoffer Reimund (SV Zwingenberg).
Zuschauer: 80.
Tore: 0:1 Tim Ullrich (12.), 1:1 Kilian Krug (52., Eigentor), 1:2 Jan Gerbig (61.), 2:2 Tarik Sejdovic (64.), 2:3 Jan Gerbig (73.), 3:3 Semih Sentürk (82.).

SV Rot-Weiß Hadamar - FSV Fernwald 0:4 (0:1)

„In der ersten Halbzeit war es ein Chancenwechsel. Erst haben wir die Möglichkeit aufs 1:0, dann Hadamar, dann wieder wir und Hadamar“, erklärt Fernwalds Trainer Daniyel Bulut nach dem 4:0-Erfolg bei Rot-Weiß Hadamar. Ausschlaggebend war das 1:0 kurz vor und das zweite Tor kurz nach der Pause jeweils durch Mica Hendrich. „Mit dem 1:0 ist Ruhe eingekehrt. Die Jungs haben es dann super gemacht. Ich muss ihnen ein großes Kompliment machen“, freut sich der Coach. Zudem bewies er mit der Einwechslung von Tom Woiwod ein glückliches Händchen, der kurz nachdem er in die Partie gekommen war, traf. „Alle ziehen mit, alle wollen gewinnen. Das macht die Arbeit für mich als Trainer natürlich leicht“, frohlockt Bulut. Der FSV Fernwald steht mit 38 Punkten kurz vor der 40-Punkte-Marke - das Ziel scheint in greifbarer Nähe zu sein, bei einem Sieg gegen Friedberg. „Wir sind sehr selbstbewusst, aber es wird ein schweres Spiel“, so Bulut. Hadamar hingegen muss nach zuletzt drei ungeschlagenen Heimspielen (ein Sieg, zwei Remis) eine deftige Niederlage einstecken und bleibt im Tabellenkeller der Hessenliga stecken.

SV Rot-Weiß Hadamar: Hasselbach; Fosuhene (51. Ramcilovic), Paul, Wölfinger, Dimter, Teller, Zey (60. Kosuchin), Wilhelmy (70. Sedy), Dillmann, Burggraf, Koch (79. Kittel).
FSV Fernwald: Kleiheider; Kagua, Burger (72. Mohr), Muhic, Bender, Mukasa (81. Siebert), Goncalves, Solak (85. Markiewicz), Strack (77. Woiwod), Hendrich, Hofmann (85. Schäfer).
Schiedsrichter: Dennis Jantz (1. SC Kohlheck).
Zuschauer: 150.
Tore: 0:1 Mica Hendrich (42.), 0:2 Mica Hendrich (47.), 0:3 Lucas Burger (63.), 0:4 Tom Woiwod (79.).

Türk Gücü Friedberg - SC Waldgirmes 3:2 (2:1)

Ausgerechnet der ehemalige Spieler des SC Waldgirmes, Masih Saighani, entscheidet die Partie zugunsten des Gastgebers. Türk Gücü Friedberg bleibt auf dem dritten Tabellenplatz der Hessenliga stehen. Durch einen Last-Minute-Erfolg steht Friedberg nun bei 44 Punkten. Die Moral hat gestimmt. Der Ausgleich für Waldgirmes durch Felix Erben fällt in der ersten Minute der Nachspielzeit. Nicht wenige Vereine geben ein Spiel dann noch komplett aus der Hand. Die Gastgeber jedoch konterten blitzschnell und gingen nur zwei Minuten später erneut in Führung. Das Spiel wurde somit zweimal gedreht. Erst wurde aus einem 0:1 (23) 20 Minuten später ein 2:1 (33., 43.), und dann folgte das 3:2 auf den Ausgleich. Es bleibt für die Elf von Enis Dzihic bei vier Punkten Rückstand auf die ersten zwei Plätze. Waldgirmes hingegen bleibt bei 27 Punkten in der unteren Tabellenhälfte stecken.

Türk Gücü Friedberg: Koob; Saighani, Henrich, Eren, Yikilmaz, Usic, Schorr, Scheffler, Imek, Häuser, Michel.
SC Waldgirmes: Buss; Fries, Schmidt, Golafra, Erben, Bartheld, Schneider (70. Hartmann), Safiew, Fürstenau, Cinemre (84. Götz), Olizzo.
Schiedsrichter: Jannis Jäschke (SG Nieder-Roden).
Zuschauer: 160.
Tore: 0:1 Kevin Bartheld (23.), 1:1 Masih Saighani (33.), 2:1 Noah Michel (43.), 2:2 Felix Erben (90.+1), 3:2 Masih Saighani (90.+3).

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