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Gebrauchter SVS-Tag endet mit zwei Platzverweisen

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Von: Tobias Konrad

Max Stadler SV Steinbach Rico Kaiser FC Hanau 93
Nichts zu machen. Hanaus Rico Kaiser (rechts) schirmt den Ball ab und nahm die drei Punkte gegen Max Stadler und den SV Steinbach mit. © Memento36

Heimspiele des SV Steinbach in der Hessenliga gegen den FC Hanau 93 sind selten von Erfolg gekrönt. Das bewahrheitete sich im jüngsten Duell einmal mehr.

2:4, 0:2, 0:0. Die vergangenen drei Jahre fühlten sich die Hanauer im Mühlengrund wohl, die Serie hat mit dem 2:0-Sieg vom Sonntag eine weiteren positiven Anstrich erhalten. Dass der SVS nach dem 2:1 gegen den Baunatal eine komplizierte Aufgabe bevorstehen würde, wurde schon vor Anpfiff sichtbar. Nicht nur, dass der HFC mit dem Selbstverständnis von noch keiner Niederlage anreiste, die Personalsituation bei den Hausherren ließ wenig Spielraum für Trainer Petr Paliatka. Unter anderem wurde Alexander Reith wurde nicht rechtzeitig fit, auch Jannis Kehl fehlte krank. Lediglich drei Feldspieler schmückten die Bank, wobei Philipp Prokopenko pro forma dort saß.

Hessenliga: Hanau 93 gefällt es in Steinbach

In einer über weite Strecken ereignislosen ersten Halbzeit setzten die Gäste nach etwas mehr als einer halben Stunde zum vorentscheidenden Schlag. Hatte der SVS erst noch Glück, dass Kristijan Bejic freistehend den Ball neben den Pfosten setzte, war der nächste Angriff von Erfolg gekrönt. Einen langen Ball legte Bejic umgehend für Cem Kara ab, der aus 18 Metern perfekt schlenzte (35.). Die Halbzeitführung war verdient, Steinbach fand kaum statt. „Wir haben Hanau spielen lassen. Dass personell wenig Spielraum war, ist die eine Sache, aber die Elf am Platz hat nicht den gewohnten Einsatz gezeigt“, konstatierte Fabian Wiegand.

Der Verlauf sollte nach der Pause ein anderer werden, doch der Glaube an einen Punkt kam nie wirklich auf. Es fehlte an Durchschlagskraft, Hanau setzte immer einzelne Stiche und hätte nicht erst durch Ivan Samardzic für die Entscheidung sorgen können (86.). SVS-Keeper Philipp Bagus hielt mehrere Male überragend, allen voran HFC-Stürmer Kristijan Bejic raubte er den letzten Nerv und war Bagus mal geschlagen, war die Latte zur Stelle. Wie bei Samardzics Distanzknaller (68.). Da aber die Gäste den Deckel lange nicht draufmachten, arbeitete Steinbach weiter. Und die übliche Szene auf den Ausgleich kam tatsächlich. Thore Hütschs Kopfball streifte nur knapp am Tor vorbei (85.). Verdient wäre es nicht gewesen, dass erkannte auch Trainer Petr Paliatka, der die Niederlage „ganz gut akzeptieren kann, der Auftritt darf uns aber so nicht noch mal passieren. Wir merken, dass zehn Prozent weniger nicht reichen.“

In der Nachspielzeit kassiert Steinbach zwei Platzverweise

War die Niederlage bis zur 90. Minute als normal einzustufen, bekam sie in der Nachspielzeit zwei äußert unschöne Flecken. Michael Wiegand foulte, sah Gelb und bedankte sich bei Schiedsrichter Pascal Loschke, der umgehend wieder Gelb zückte. Der herbeieilende Petr Kvaca wählte ebenfalls ein paar warme Worte und wurde wie Sekunden zuvor Wiegand mit Gelb-Rot vom Platz geschickt. Etwas mehr Fingerspitzengefühl des Referees hätte gut getan, jedoch darf auch den SVS-Akteuren beim Blick auf das Personal eine solche Aktion nicht passieren. „Vielleicht stell ich mich Mittwoch gegen Neuhof selbst auf“, nahm es Paliatka leicht schadenfroh, während sein Gegenüber Kreso Ljubicic einen „dominanten Auftritt“ von seinem Team sah und beide Mannschaften eine gute Entwicklung seit Jahresbeginn attestierte.

SV Steinbach: Bagus; Hildenbrand, Bott, Hütsch – Stadler (72. Göb), F. Wiegand, M. Wiegand, Kvaca, Uth – Halimi (61. Aliyev), Paliatka jr.
FC Hanau 93: Brao; Vassiliou, Aslan, Sejdovic, Kovjenic – Ünal, Kalata – Kaiser (75. Danso), Kara (65. Samardzic), Ferokoski – Bejic (88. Baumann).
Schiedsrichter: Pascal Loschke (BC Sport Kassel).
Zuschauer: 120.
Tore: 0:1 Cem Kara (35.), 0:2 Ivan Samardzic (86.).
Gelb-Rote Karten: Michael Wiegand (90.+1, Steinbach), Petr Kvaca (90.+1, Steinbach).

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