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Der „Zirkus“ öffnet seine Türen für den SV Steinbach

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Von: Johannes Götze

Da geht es Richtung Steinbach: Petr Paliatka und der SVS spielen auch nächstes Jahr Hessenliga.
Da geht es Richtung Steinbach: Petr Paliatka und der SVS spielen auch nächstes Jahr Hessenliga. © Charlie Rolff

Was in der Winterpause nur die kühnsten Optimisten für möglich hielten, ist seit gestern Gewissheit: Der SV Steinbach spielt in der kommenden Saison Hessenliga – und sich dies dank des Mutes zur Veränderung verdient.

Jahrelang spielte der SV Steinbach unter Coach Petr Paliatka beständig im 4-2-3-1-System – und wagte im Winter den Systemwechsel. Dreierkette hinten, Doppelspitze vorne und einen klaren Spielmacher. Das System funktionierte nach kurzen Anlaufschwierigkeiten hervorragend. Fast zwei Punkte im Schnitt holte der SVS nach dem Winter. Und dabei war das Personal sogar austauschbar, denn Stützen wie Kapitän Sebastian Bott, Michael Wiegand, Petr Kvaca oder Luca Uth fehlten immer wieder.

Steinbachs Schlüssel zum Klassenerhalt war der Sieg in Friedberg

„Der Schlüssel war das 4:2 in Friedberg im zweiten Spiel. Da liegen wir 0:2 zurück, sind total unterlegen und gewinnen doch. Danach haben wir mit unfassbar viel Teamgeist und Mentalität inklusive des gut funktionierenden Systems an den Klassenerhalt geglaubt“, sagt Fabian Wiegand im Rückblick, der gestern die Kapitänsbinde trug und auf seiner neuen Position, der Sechs, die große Konstante in der Rückrunde war.

Sein Trainer schwang biernass in die Lobeshymne ein. „Es ist doch Wahnsinn und einfach geil, dass wir als 1500-Einwohner-Dorf nächste Saison wieder in der Hessenliga spielen. Wenn ich über die Autobahn fahre, lese ich auf den großen Schildern immer die Namen Zeilsheim, Ginsheim oder Hünfeld, aber Steinbach steht da nirgendswo und doch sind wir auch nächstes Jahr wieder in diesem Zirkus dabei.“

Es ist doch Wahnsinn und einfach geil, dass wir als 1500-Einwohner-Dorf nächste Saison wieder in der Hessenliga spielen.

Petr Paliatka

Aber der SVS machte es gestern spannend. Nachdem am Samstag Bad Vilbel vor den Augen von Paliakta in Baunatal weit in der Nachspielzeit den Siegtreffer erzielt hatte, war klar: es braucht noch einen Punkt. Entweder gestern oder nächste Woche gegen Griesheim.

Steinbach spielte nicht gut, die Drucksituation war der Mannschaft anzumerken. Es half ein früher Elfmeter, den Leon Wittke – vorsichtig formuliert – herausgeholt hatte und Torjäger Max Stadler mit Saisontreffer 14 über die Linie zitterte. Das 1:1 der beherzt auftretenden Gäste vom Mainspitzdreieck warf den SVS nicht mehr um – auch wenn er bedenklich wackelte. „Das ist doch aber normal. Die Jungs waren auch diesmal total heiß, aber in solchen Spielen fehlt die Leichtigkeit, weil du als Fußballer plötzlich etwas zu verlieren hast“, merkte Paliatka an, der den Seinigen nun eine ruhige Trainingswoche gönnt.

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