1. torgranate
  2. Hessenliga

Wahnsinn: SVS dreht 0:2 in 4:2

Erstellt: Aktualisiert:

Philipp Bagus SV Steinbach
Philipp Bagus sorgte mit guten Paraden für den Steinbacher Auswärtssieg. © Mediennetzwerk Hessen/Bernd Vogt

Wird der Trainer gewechselt, kann das eine befreiende Wirkung mit sich bringen. Bei Türk Gücü Friedberg darf diese These für den Moment nicht unterschrieben werden. Unter der Woche trat Carsten Weber zurück, unter Interimstrainer Robert Cue verloren die Friedberger gegen den SV Steinbach in der Abstiegsrunde der Hessenliga nach früher 2:0-Führung noch mit 2:4 (2:1).

Völlig verrückte Dinge hatte Cue sich nicht einfallen lassen, vertraute einem 4-2-3-1 mit Goalgetter Noah Michel in der Spitze und Kapitän Daniel Henrich im defensiven Zentrum. Was Cue aber von Minute eins an ausstrahlte: positive Energie. Er versuchte die Mannschaft, der in der laufenden Runde allzuoft Konstanz über die komplette Spielzeit abging, zu pushen.

Sein Gegenüber Petr Paliatka musste im Vergleich zum 2:2 in Griesheim gleich auf drei Spieler verzichten: Alin Neacsu war nach Nachtschicht nicht fit, Michael Wiegand und Tom Wiegand mussten kurzfristig passen, was insbesondere auf das Zentrum Auswirkung hatte: So musste Thore Hütsch in der Dreierkette verteidigen und Petr Kvaca gemeinsam mit Fabian Wiegand das defensive Mittelfeld schließen.

Deutlich besser ins Spiel fand der Gastgeber, dessen druckvolles Spiel mit zwei frühen Treffern belohnt wurde. Zunächst nach einer Standard, die Patrick Schorr aus dem Halbfeld in Richtung langem Pfosten schlug, wo Masih Saighani per Kopf für seinen Innenverteidiger-Partner Julian Dudda querlegte (9.). Fünf Minuten später war es dann Linksverteidiger Jan-Philipp Häuser, der für Goalgetter Noah Michel perfekt servierte. Und jener Michel hatte in den Minuten danach zwei weitere hervorragende Situationen initiiert, die zweifelsohne zum 3:0 hätten führen könen.

Kvaca ist der König

So aber nutzte der SVS die erste gute Offensivaktion zum Anschluss, weil Marko Madzar für Dominik Hanslik auflegte (21.). Das Tor sorgte für einen Bruch im Friedberger Spiel. Leon Wittke hätte nach Standard sogar ausgleichen können (42.), allerdings vergab auch Friedberg durch Imek (31.) oder Michel (45.) das dritte Tor erzielen können.

Halbzeit zwei begann mit einem Paukenschlag: Im Zentrum bekam Steinbach einen Freistoß zugesprochen, Spielmacher Luca Uth führte blitzschnell aus, spielte flach den freistehenden Max Stadler an, der sich im Strafraum noch drehen und dann einschieben konnte (48.). Jetzt war das Spiel auf dem kleinen Kunstrasen vollkommen offen, wenngleich Friedberg das bessere und dominantere Team blieb. Was Steinbach aber gutmachte: die Defensive ließ kaum klare Torchancen zu. Und wenn, dann wuchs Keeper Philipp Bagus über sich hinaus. Er hielt spekatulär gegen Jan-Philipp Häuser (71.) oder Peter Jost (74.).

Und dann war es Kvaca, der das so dominante Spiel der Friedberger völlig auf den Kopf stellte: Nach Leon Wittkes Ecke köpfte er unter Bedrängnis ein (81.), drei Minuten später war es Wittke, der über die rechte Seite entwischte und Stalder perfekt in Szene setzte. Steinbach war völlig außer Rand und Band, brachte den Dreier über die Ziellinie und setzt ein Ausrufezeichen im Kampf um den Klassenerhalt.

Statistik

Türk Gücü Friedberg: Koob; Häuser, Saighani, Dudda, Schorr – Jost, Henrich – Usic (63. Yikilmaz), Imek (75. Demir), Eren – Michel.
SV Steinbach: Bagus; Hildenbrand, Bott, Hütsch – Madzar (74. Neacsu), F. Wiegand, Kvaca, Wittke – Uth – Stadler, Hanslik (68. Halimi, 90.+2 Göb).
Schiedsrichter: Alexander Wahl (TSV Laufdorf).
Zuschauer: 120.
Tore: 1:0 Julian Dudda (9.), 2:0 Noah Michel (14.), 2:1 Daniel Hanslik (21.), 2:2 Max Stadler (48.), 2:3 Petr Kvaca (81.), 2:4 Max Stadler (84.).

Auch interessant