Der SV Steinbach packt gemeinschaftlich an, um das Heimspiel gegen Walldorf am Samstag möglich zu machen.
+
Der SV Steinbach packt gemeinschaftlich an, um das Heimspiel gegen Walldorf am Samstag möglich zu machen. Es helfen sogar Co-Trainer „Joe“ Weber, Präsident Dr. Helmut Zentgraf, Trainer Petr Paliatka und Kapitän Sebastian Bott.

SVS will unbedingt spielen

Der Präsi, die Trainer und der Kapitän schieben um die Wette

Spielt ein Dorf Hessenliga, funktioniert das wohl nur mithilfe eines Mäzens oder aber mit verrückten Menschen und viel Zusammenhalt. Einen Mäzen sucht man in Steinbach vergebens, dafür wurde aber der Zusammenhalt des Vereins am heutigen Freitag einmal mehr ganz offensichtlich.

„Komm Johannes, schnapp‘ dir nen Schneeschieber“, rief Petr Paliatka quer über den Steinbacher Mühlengrund, als er den Autor dieser Zeilen beim ungewöhnlichen Ortstermin entdeckte. Paliatka war zum Scherzen aufgelegt. Der Trainer des Hessenligisten SV Steinbach hatte Freitagmittag um 14 Uhr mit seinem Co-Trainer Joachim „Joe“ Weber entschieden, dass sie trotz der heftigen Schneefälle unbedingt am Samstag (15 Uhr) gegen Rot-Weiss Walldorf ihr erstes Heimspiel in der Hessenliga-Abstiegsrunde bestreiten wollen.

Und so glühten schnell die Telefonleitungen heiß, in Windeseile fanden sich rund 15 Freiwillige ein, um regelrecht um die Wette zu schieben. „Wir haben eben mal aus Spaß ausgerechnet, wie viel Kubikmeter Schnee jeder schieben muss“, sagte Weber und rechnete bei circa acht Zentimeter Schneedecke, Platzgröße und zur Verfügung stehendem Personal 540 Kubikmeter Schneemasse pro Nase aus. Kein Zuckerschlecken. Und deswegen verwunderte es nicht, dass sich „nur“ ein Spieler zum Schneeschieben eingefunden hatte. Natürlich Kapitän Sebastian Bott, der sich als Vorbild stets im Vereinsleben einbringt. Würde aber die ganze Mannschaft helfen, der Muskelkater könnte dem einen oder anderen Spieler spätestens während des Spiels einen Streich spielen.

540 Kubikmeter Schnee dürften es pro Nase sein.

Co-Trainer „Joe“ Weber hat gerechnet

Doch Steinbach will ja punkten gegen Walldorf, deswegen nimmt der Verein den Kraftakt schließlich auf sich: „Wir erhoffen uns durch die Bedingungen keinen Vorteil, weil der Platz gut ist, auch gar nicht tief. Nur der Schnee muss halt weg“, sagte Paliatka, während Weber nachschob: „Wir machen das, weil wir gut drauf sind und derzeit keine Verletzten haben. Das kann unser Vorteil sein.“ Eifrig schob sogar der Vorsitzende mit. Dr. Helmut Zentgraf war sichtlich stolz auf seine Schäfchen: „Das zeigt, dass das Vereinsleben bei uns ausgeprägt und intakt ist.“ Dabei blickte er gar nicht auf. Er hatte schließlich was zu tun.

Fraglich ist aber, ob sich der ganze Aufwand tatsächlich lohnt: Denn während des Ortstermins schneite es munter weiter, sogar für Samstag ist noch Schneefall gemeldet. Aber die Steinbacher wissen sich noch zu helfen. Einer im Ort hätte noch ein Quad mit Schneeschieber, der musste am Freitag allerdings arbeiten. Vielleicht könne er aber am Samstag aushelfen, falls noch ein neuer Angriff gestartet werden müsste. Zuversichtlich sind die Steinbacher – und das dürfen sie nach sieben Punkten aus drei Auswärtsspielen in den Play-downs sein.

Das könnte Sie auch interessieren