Und das auch noch: Fliedens Kapitän André Leibold musste noch in der ersten Halbzeit angeschlagen runter.
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Und das auch noch: Fliedens Kapitän André Leibold musste noch in der ersten Halbzeit angeschlagen runter.

Dzihic bejubelt ersten Sieg

Die einen nicht ligatauglich, die anderen spielfreudig

Jetzt hat Enis Dzihic den langersehnten ersten Sieg mit seinem neuen Team eingefahren: Nach zuvor drei Remis, besiegte Türk Gücü Friedberg am Mittwochabend den SV Buchonia Flieden im Ober-Rosbacher Zwangsexil klar und deutlich mit 4:0 (3:0). Damit spricht Türk Gücü wieder ein gehöriges Wörtchen im Kampf um den Hessenliga-Verbleib mit, während sich Flieden wohl mehr und mehr mit der Verbandsliga anfreunden muss.

Das deutliche Ergebnis ist erklärbar: Die Personalsituation mit zahlreichen Verletzten und einigen Quarantäne-Fällen aufgrund einer Covid-Erkrankung hat das Buchonen-Lazarett auf mehr als zehn Spieler anwachsen lassen. Und selbst die, die spielten, waren längst nicht alle im Vollbesitz ihrer Kräfte.

Auch Leibold gesellt sich zum Lazarett

So hatte sich Abwehrchef Niko Zeller erst am Spieltag freitesten können, Mittelstürmer Tobias Rehm schleppte sich unter starken Schmerzen im Schulterbereich durch und Kapitän André Leibold musste schon nach einer halben Stunde angeschlagen runter. Frank Happ, Fliedens 2. Vorsitzender, wollte das Spiel noch kurzfristig verlegen, doch die Gastgeber machten verständlicherweise nicht mit. „Und da bleibt auch nichts hängen zwischen den Vereinen“, sagte Happ schon vor dem Spiel.

Doch natürlich hatten die Friedberger selbst ebenfalls einen nicht zu verhehlenden Anteil am deutlichen Ergebnis. Beispielsweise schraubte Dzihic am System. Er stellte auf ein brutal offensives 3-4-1-2 um, in das der zuletzt in Barcelona weilende Toptorjäger Noah Michel zurückkehrte. Doch Michel war nicht derjenige, der die Schlagzeilen schrieb – eher hatte er Mitleid für nicht hessenligataugliche Gäste, denn vor der Pause vergab Michel drei ganz dicke Dinger.

Die Tore machten da andere: Beim Führungstreffer reichte ein langer Ball hinter die Ecke, in den Demyan Imek einlief und zumindest im zweiten Versuch den ins Tor zurückgekehrten Lukas Hohmann überwand (10.). Beim 2:0 blieb Hohmann auf der Linie kleben, weswegen Masih Saighani leichtes Spiel hatte (20.). Dass Flieden dann gar noch in einen Konter lief, machte die erste Hälfte „rund“. Danach schaltete Friedberg zwei Gänge zurück, ohne auch nur ansatzweise in Gefahr zu geraten. Noch weniger als Schiedsrichter Felix Ebert (keine Gelbe Karte) hatte nur Friedbergs Schlussmann Felix Koob zu tun.

Die Statistik

Türk Gücü Friedberg: Koob; Usic, Saighani, Dudda – Imek (72. Lee), Henrich, Jost (61. Kilic), Eren – Schorr – Mahmudov (59. Yikilmaz), Michel.
Buchonia Flieden: L. Hohmann; Müller, Leibold (28. Zetzsche), Zeller, N. Hohmann – Sippel, Marquez Barrios – Hack (59. Portukal), Götze, Pfeiffer – Rehm (72. Y. Kress).
Schiedsrichter: Felix Ebert (TSG Kirtorf).
Zuschauer: 127.
Tore: 1:0 Demyan Imek (10.), 2:0 Masih Saighani (20.), 3:0 Murad Muhmadov (36.), 4:0 Alit Usic (64.).

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