1. torgranate
  2. Hessenliga

Reaktion auf das 1:6 - Türk Gücü Friedberg siegt im dichten Nebel

Erstellt:

Noah Michel (vorne) und Toni Reljic trafen beim Sieg von Türk Gücü Friedberg in Erlensee.
Noah Michel (vorne) arbeitete gegen den SV-Unter-Flockenbach an seiner Torausbeute. © Charlie Rolff

Türk Gücü Friedberg hat am Samstagabend sein Hessenliga-Heimspiel gegen Aufsteiger SV Unter-Flockenbach mit 4:1 (3:0) gewonnen und den dritten Tabellenplatz gefestigt. Eine Woche nach der bösen 1:6-Schlappe bei Rot-Weiß Walldorf zeigten die Wetterauer eine entsprechende Reaktion und bewiesen einmal mehr, dass sie in dieser Saison zu den Topteams zählen. 

Zum wiederholten Male gab es indes Missverständnisse in Sachen Trikotfarben. Die Gäste waren in roter Spielkleidung angereist, obwohl sie bei der üblichen Absprache im Vorfeld weiß angegeben hatten. Türk Gücü Friedberg hatte ebenfalls rote Trikots dabei und musste, da weiterhin kein Materialraum am Burgfeld zur Verfügung steht, die schwarzen Ausweichtrikots erst herbeiholen. Deswegen begann die Partie bei dichtem Nebel einige Minuten später. Bei grenzwertigen Sichtverhältnissen und vor einer Minuskulisse seit dem Umzug an die neue Spielstätte sorgte Türk Gücü schon in der Anfangsphase für klare Verhältnisse und legte schnell drei Tore vor.

Türk Gücü Friedberg überrollt Unter-Flockenbach zu Beginn

Auf Zuspiel von Toni Reljic traf Kamil Yikilmaz zum 1:0 (9.). Dann flankte Noah Michel von der rechten Seite, Reljic nahm sehenswert mit der Brust an, scheiterte an SVU-Torwart Schütz und schob im Nachschuss ein (16.). Kurz darauf war Michel auf und davon und erhöhte mit einem Heber auf Vorarbeit von Demyan Imek auf 3:0 (20.). Mirko Schneider, der Trainer des SV Unter-Flockenbach, musste nach dem Abpfiff anerkennen: „Das Spiel haben wir in der ersten Halbzeit verloren, ganz klar. In den ersten 20 Minuten haben wir keinen Zweikampf gewonnen, waren nicht präsent. Fast schon so wie beim 0:6 vor 14 Tagen in Gießen. Gegen Topmannschaften muss man von Anfang an da sein. Der Gegner hat mit Reljic und Michel zwei Granaten aus dieser Liga, aber die darf man halt nicht komplett freistehend lassen.“ Der Sturmlauf der Gastgeber legte sich nach dem 3:0, von den Gästen kam bis zur Pause wenig.

Schneider wechselte zur Pause gleich auf vier Positionen und fand dann, dass „die zweite Hälfte okay war.“ In der Tat kamen die „Flockies“ stärker auf, verkürzten durch Stürmer Linus Hebling (51.) und hatten dann weitere Gelegenheiten. Es wurde auch ein laut Schneider „glasklarer Elfmeter“ reklamiert, den auch der Friedberger Gegenspieler eingestanden hätte. Im Nebel war die Situation aber für die Zuschauer und Heimcoach Enis Dzihic aus der Ferne nicht erkennbar und auch der Schiedsrichter pfiff den geforderten Strafstoß nicht. Einige Eckbälle segelten in den Friedberger Strafraum hinein, aber letztlich war dann mit Michels zweitem Treffer nach einer Ecke per Kopfball die Erlösung für die Hausherren perfekt (82.). Unter-Flockenbach bleibt trotz der Niederlage auf einem Nichtabstiegsplatz, „nächste Woche daheim gegen Erlensee müssen wir die Punkte holen, obwohl die gerade einen Lauf haben“, so Schneider.

Entspannt biss kurz danach Enis Dzihic in sein Köfte-Brot, ehe er seine Stellungnahme zur Partie abgab: „Die Niederlage in Walldorf ist Vergangenheit, heute wollten wir mit einem Sieg in unseren Mannschaftsabend gehen. Das haben wir im ersten Abschnitt überragend gemacht. Wir haben die Stürmer des Gegners komplett aus dem Spiel genommen und waren aggressiv gegen den Ball. Diese Galligkeit, die ich in Walldorf vermisst habe, die hatten wir heute von der ersten Minute an.“ Dzihic befürchtete zwischendurch gar einen Abbruch aufgrund des Nebels, was aber letztlich nicht notwendig war. „Das Gegentor ärgert mich wegen Torhüter Felix Koob, dass wir es nicht schaffen, mal für ihn zu Null zu spielen und nicht vorne das fünfte oder sechste Tor machen“, sagte Dzihic. Nächsten Samstag kreuzt Schlusslicht SV Neuhof am Burgfeld zum ersten Rückrundenspiel auf (14.30 Uhr). Trainer Alexander Bär kann sich mit seinen Männern auf eine ganz schwere Aufgabe einstellen.

Türk Gücü Friedberg: Koob; Usic, Häuser, Scheffler - Imek (59. Gatamura), Henrich, Schorr (84. Knecht), Eren (90.+1 Fujikawa) - Reljic (88. Mahmudov) - Yikilmaz (79. Hayashi), Michel.
SV Unter-Flockenbach: Schütz; Mayer (46. Eckstein), Heckhoff, Kaffenberger, Kamuff - Hechler (46. Arikan), Schaudt (46. Zyprian), Hamann, Marquardt (84. Johnson) - Diefenbach (46. Blüm), Hebling.
Schiedsrichter: Patrick Haustein (FC Großen-Buseck).
Zuschauer: 138.
Tore: 1:0 Kamil Yikimaz (9.), 2:0 Toni Reljic (16.), 3:0 Noah Michel (20.), 3:1 Linus Hebling (51.), 4:1 Noah Michel (82.).

Auch interessant