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Abgezockt im Abstiegskampf

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Von: Tino Weingarten

Lukas Hildenbrand war der Unglücksrabe. Foto: Kevin Kremer
Lukas Hildenbrand war der Unglücksrabe. © Kevin Kremer

Eine Niederlage für den SV Steinbach, die so bitter wie diskutabel ist. Denn dass Türk Gücü Friedberg im Hessenliga-Abstiegskampf 2:1 (0:0) gewann, haben sie einem fragwürdigen Pfiff von Schiedsrichter Patrick Werner mitzuverdanken.

Türk Gücü war das gesamte Spiel über die aktivere Mannschaft, fand allerdings durch einen mindestens diskutablen Pfiff zurück ins Spiel. Noah Michel drang in den Strafraum ein, zog an Lukas Hildenbrand vorbei und fiel. Schiedsrichter Werner zögerte nicht lange und pfiff, gefolgt von heftigen Protesten der Steinbacher. Michel zeigte sich von der längeren Diskussion unbeeindruckt, schoss in die Mitte und glich zum Endstand aus (65.).

Trainer einig: Türk Gücü Friedberg feiert verdienten Sieg

„Das macht einen guten, cleveren Stürmer aus. Den pfeift natürlich nicht jeder“, gestand Türk Gücü-Trainer Enis Dzihic nach dem Spiel. Petr Paliatka, Trainer des SVS, sagte auf der Pressekonferenz, dass es aus seiner Sicht nach Elfmeter aussah, seine Spieler ihm jedoch gesagt hätten, dass es keiner gewesen sei. Am verdienten Erfolg von Friedberg habe dieser Pfiff jedoch nichts geändert.

Denn Michel schwang sich noch zum Matchwinner für Friedberg auf, weil er die Abseitsfalle des SVS überlistete, vor Bagus cool blieb und zum Siegtreffer einschoss (83.). Steinbach war viel defensiv gefordert und hatte im ersten Durchgang Glück, dass weder Murad Mahmudov (7.) noch Demyan Imek (33.) den Ball an Philipp Bagus vorbeibrachten. „Der Sieg ist hochverdient. Ich bin froh, dass sich die Jungs belohnt haben. Wir wollten Steinbach nicht zum Spielen kommen lassen, das haben wir geschafft und von der ersten bis zur letzten Minute kompakt gespielt“, sagte Dzihic.

Beim SVS war es Max Stadler, der kurz vor der Halbzeit die erste Torannäherung verzeichnete, aber das Außennetz traf (44.). Stadler sollte zunächst aber für Jubel beim SV Steinbach sorgen, weil er sich wenige Sekunden nach dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit um den afghanischen Nationalspieler Masih Saighani drehte und zur Führung für die Hausherren traf (47.). In der Folge zog sich die Mannschaft von Paliatka zurück, überließ Friedberg das Spiel, prallte allerdings an der guten Umschaltbewegung der Gäste ab.

Paliatka haderte damit, dass seine Mannschaft nicht an die Leistung aus den vergangenen Spielen anknüpfen konnte, schob aber nach: „Uns haben zwei Spieler gefehlt, die viel Qualität für die Hessenliga mitbringen. Das haben wir gemerkt.“ Auf Petr Kvaca und Michael Wiegand musste Paliatka verletzungsbedingt verzichten, zufrieden war er mit seiner Mannschaft aber dennoch: „Wir haben uns gut verkauf und die Jungs haben alles gegeben. Wir sind immernoch voll drin.“

Statistik:

SV Steinbach: Bagus; Hildenbrand, Bott, Hütsch - T. Wiegand, F. Wiegand - Madzar, Uth (80. Halimi), Wittke - Hanslik, Stadler.
Türk Gücü Friedberg: Koob; Usic (83. Häuser), Saighani, Dudda - Jost - Imek, Eren - Henrich (89. Kilic), Schorr - Mahmudov (54. Yikilmaz), Michel.
Schiedsrichter: Patrick Werner (SKG Bauschheim).
Zuschauer: 150.
Tore: 1:0 Max Stadler (47.), 1:1 Noah Michel (65., Foulelfmeter), 1:2 Noah Michel (83.).

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