Louis Goncalves FSV Fernwald
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Louis Goncalves und der FSV Fernwald meldeten sich aus der zweieinhalbwöchigen Pause mit einem Sieg zurück.

Fernwald mit Prestige-Sieg

Waldgirmes-Trainer Mario Schappert mit klarer Kritik nach Derby-Niederlage

In einem von Wetterkapriolen gezeichneten Mittelhessen-Derby unterlag der SC Waldgirmes in der Hessenliga-Aufstiegsrunde dem alten Rivalen FSV Fernwald mit 2:4 (1:1). Im zweiten Abschnitt rissen die Gäste das Geschehen an sich, zogen dank drei Toren in 15 Minuten auf 4:1 davon und holten sich drei Zähler für das eigene Prestige. 

Denn mit dem Aufstiegsrennen haben beide Vereine nicht wirklich etwas zu tun. Beide Clubs sind froh, den Klassenerhalt mit der Teilnahme an der Aufstiegsrunde in der Tasche zu haben und die Saison sorglos zu Ende spielen zu können. Es ging munter los auf dem Kunstrasen und schon schnell sorgte ein Kopfballtor von Lukas Fries nach einer butterweichen Flanke von Barbaros Koyuncu für das 1:0 der Gastgeber (11.). Fernwald antwortete postwendend mit dem Ausgleich durch einen Distanzschuss von Ceyhun Dinler (14.). Und weil sich das Spielgeschehen danach beruhigte und die Teams bisweilen das nötige Derby-Feeling vermissen ließen, war das beinahe viertelstündlich wechselnde Wetterpanorama das Hauptthema bei den über 330 Zuschauern. 

Mal schien die Sonne frühlingshaft, dann gab es Regen- und Graupelschauer, dazu einen abartig kalten Wind, der einem kräftig ins Gesicht blies. Halbzeit zwei lieferte wieder mehr Spielereignisse, sodass an der Wetterlage lediglich festzuhalten war, dass es nach dem Seitenwechsel plötzlich windstill, sonnig und trocken blieb. Auf dem Platz ergriff nun der FSV Fernwald vermehrt die Initiative, hatte schon nach einer Stunde mit Erdinc Solak und dem eingewechselten Yannis Grönke die Führung auf dem Fuß. Dann drehten die ganz in gelb spielenden Gäste aus dem Landkreis Gießen komplett auf, ließen dem sehenswerten 2:1 durch Solak (67.) durch den durchgebrochenen Brian Mukasa schnell das dritte Tor folgen (75.) und legten gar mit Tim Richter noch einen vierten Treffer nach (82.). 

Waldgirmes-Trainer Mario Schappert kritisiert Auftritt seiner Mannschaft

Den demoralisierten Waldgirmesern blieb nur der zweite Kopfballtreffer von Defensivmann Fries zum 2:4-Endstand. Gästecoach Daniyel Bulut, langjähriger Trainer des SC Waldgirmes, freute sich im rappevollen Vereinsheim „die vielen alten Gesichter wieder zu sehen.“ Zum Spielverlauf sagte Bulut: „Generell ist es schwer, in Waldgirmes zu gewinnen. Die erste Halbzeit war witterungsbedingt sehr schwierig. Wir konnten dann nach der Pause ohne Wind fußballerische Akzente setzen. Der Sieg ist am Ende verdient, hier kennen sich alle, von daher ist das ein freundschaftliches Derby.“ Sein Kollege Mario Schappert sah dagegen im Wetterumschwung das einzige positive an einem wechselhaften April-Nachmittag. 

Sein Team habe keine Personalprobleme zu beklagen gehabt, aber in der zweiten Hälfte eine sehr dürftige Vorstellung gezeigt. „Das hatte lange einen Freundschaftsspiel-Charakter mit sehr vielen Leichtsinnsfehlern im Spielaufbau. Fernwald hat es im Umschaltspiel gut gemacht, da konnten wir dem Tempo eines Tim Richter oder Erdinc Solak nicht folgen und es nicht verteidigen“, kritisierte der SCW-Coach. „Die Aufstiegsrunde kann man sich schön reden, denn es ist alles okay und der Klassenerhalt steht fest. Aber in einem Derby in so einer Art und Weise zu verlieren ist enttäuschend, da braucht im Videotext das Wort Aufstiegsrunde nicht drüber zu stehen“, wetterte Schappert. 

Statistik

SC Waldgirmes: Buss; Enobore, Schmidt, Fries, Stephan (73. Fürbeth) - Cinemre, Böttcher (46. Schneider) - Erben (63. Hartmann), Fürstenau, Koyuncu - Tega. 
FSV Fernwald: Sahin; Burger, Goncalves, Bender, Freese (58. Grönke) - Hendrich, Mukasa (85. Schäfer), Hofmann, Dinler - Richter (85. Okada), Solak.
Schiedsrichter: Schiedsrichter: Simon Wecht (SV Fürth).
Zuschauer: 332.
Tore: 1:0 Lukas Fries (11.), 1:1 Ceyhun Dinler (14.), 1:2 Erdinc Solak (67.), 1:3 Brian Mukasa (75.), 1:4 Tim Richter (82.), 2:4 Lukas Fries (88.). 

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