Sein erstes Punktspiel hatte sich Bardo Hirsch als Buchonen-Trainer sicherlich anders vorgestellt. Foto: Charlie Rolff
+
Sein erstes Punktspiel hatte sich Bardo Hirsch als Buchonen-Trainer sicherlich anders vorgestellt.

Hirsch: Wir hatten keine Chance

Außer Spesen nichts gewesen. Bardo Hirsch hatte sich sein erstes Punktspiel in Verantwortung als Fliedens Trainer anders vorgestellt. Doch gefrustet war er nachher nicht, nahm vielmehr seine Spieler in Schutz.

„Es war nicht alles schlecht und genau diese Sachen, die gut liefen, müssen wir mit in die nächsten Aufgaben nehmen“, sagte Hirsch an jener Stätte, wo er selbst mit Borussia Fulda in der Regionalliga große Erfolge feierte. Schnee von gestern, nannte er das und blickte nur auf das Spiel. „Wir haben die Bälle, die wir hatten, viel zu schnell verloren und hatten vorne ja nicht mal eine Chance“, konstatierte er ehrlich, um nachzuschieben, „dass in Fulda noch ganz andere Teams keine Chance haben werden.“

Anders die Barockstädter um Tolga Duran, der wie Dominik Rummel zwei Scorerpunkte sammelte: „Wir haben das gut gemacht“, sagte der beste Spieler am Platz und ließ durchschimmern, dass sein Team höchstens Gas, aber längst nicht Vollgas für den souveränen Sieg vor ordentlicher Kulisse geben musste.

„Die Verlegung von Samstag auf Freitag war wegen der Beerdigung von Fliedens Gönner Robert Müller selbstverständlich, wenngleich wir konstatieren müssen, dass uns das eine ganze Reihe an Zuschauern gekostet hat“, sagte Sebastian Möller am Rande des Spiels. Der Manager der SG Barockstadt nannte konkrete Zahlen, denn obwohl die Verlegung bereits Anfang der Woche feststand und das Ticketsystem entsprechend angepasst worden war, gaben mehr als 100 potenzielle Zuschauer ihre Tickets zurück. Dennoch wurden 440 Karten im Vorverkauf abgesetzt, rund 850 waren letztlich im Stadion. Vierstellig, so glaubt Möller, wäre die Zahl problemlos geworden, wenn das Spiel heute und nicht gestern stattgefunden hätte – ohne in Konkurrenz zu zahllosen Spielen von C- bis Gruppenliga zu stehen. Trotzdem war Möller zufrieden – nicht nur mit dem Ergebnis.

Ein großes Loch bei der SG Barockstadt hatte in der Corona-Pause der plötzliche Tod des langjährigen Betreuers Stefan Wenzel hinterlassen. Um ihm zu gedenken, hängt fortan sein Konterfei in der SGB-Kabine. Und eine bemerkenswerte Geste hatte sich Barockstadt-Keeper Tobias Wolf überlegt: Der lief im Feldspielertrikot auf – mit der Nummer 45. Das Trikot gehört Mitspieler Marcel Trägler, der sich in der Vorbereitung einen Kreuzbandriss zugezogen hatte.

Das könnte Sie auch interessieren