Volker Höpp wird vielleicht auch noch mal im Steinbacher Mühlengrund vorbeischauen. Bis Ende des Jahres darf er noch in der Hessenliga pfeifen. Foto: Kevin Kremer
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Volker Höpp wird vielleicht auch noch mal im Steinbacher Mühlengrund vorbeischauen. Bis Ende des Jahres darf er noch in der Hessenliga pfeifen.

Höpp darf das, was Gräfe nicht darf

Was wurde in den vergangenen Monaten über die Altersgrenze bei Bundesliga-Schiedsrichtern diskutiert. Mit dem Erreichen des 47. Lebensjahrs ist Schichtende. In Leistungsklassen dürfen Manuel Gräfe und Co. nicht mehr pfeifen. Die Altersgrenze gilt ebenfalls in Hessen- und Verbandsliga. Doch dort wurde nun eine Ausnahme gemacht.

Volker Höpp (FSV Dauernheim) leitete am Samstag das Spiel zwischen Erlensee und Hünfeld, obwohl er das 47. Lebensjahr bereits in der vorangegangenen Saison erreicht hatte. Eigentlich wäre damit seine Laufbahn oberhalb der Gruppenliga beendet gewesen. Verbandsschiedsrichterobmann Gerd Schugard (Dipperz) erklärt, weswegen für Höpp eine Ausnahmereglung bis zum 31. Dezember dieses Jahres geschaffen worden ist: "Durch den coronabedingten Abbruch der Vorsaison erhält Volker Höpp auch aus sozialen Gesichtspunkten die Möglichkeit, die Spiele zu pfeifen, die ihm durch den Abbruch verwehrt worden sind." Höpp sei viele Jahre in der Hessenliga als anerkannter Schiedsrichter unterwegs gewesen und bekäme durch die halbjährige Verlängerung seiner Tätigkeit in Hessens oberster Spielklasse ein Stück weit Anerkennung zurückgezahlt.

Höpp bildet eine Ausnahme – in mehreren Fällen: Denn dass Schugard in den vergangenen Jahren überhaupt einmal einen Schiedsrichter wegen Altersgründen aus der Hessen- oder Verbandsliga verabschiedet hätte, komme ihm nicht in den Sinn. Meist hören die Schiedsrichter, die in immer jüngerem Lebensalter die Hessenliga erreichen, schon deutlich früher in den höheren Spielklassen auf. Ü-40iger wie Höpp oder Carsten Dücker (TSG Mackenzell) sind die absolute Ausnahme. Dass Höpp das Niveau für die Hessenliga mitbrächte, hätte er in den letzten Jahren unter Beweis gestellt.

Und Höpp hilft zusätzlich, die enge Personaldecke zu bestücken. Von den 38 Schiedsrichtern im Hessenliga-Pool haben sich vorerst zwei Schiedsrichter freistellen lassen, zusätzlich fallen zwei Schiedsrichter bis Jahresende aus beruflichen Gründen aus. Mit Höpp bleibt Ansetzer Schugard mehr Spielraum. Auf einen Vergleich mit Gräfe will sich Schugard derweil nicht einlassen, weil Schugard sagt, "dass Manuel Gräfe bis zum letzten Tage pfeifen konnte, weil die Bundesliga nicht abgebrochen wurde. Es ist nunmal bekannt, dass mit dem 47. Lebensjahr die Altersgrenze in Leistungsklassen erreicht ist."

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