1. torgranate
  2. Hessenliga

Fröhlichs Volleyhammer langt dem HSV nicht

Erstellt: Aktualisiert:

Hünfelds Leon Zöll ist hier zwar einen Schritt vor dem grätschenden Baunataler Jonas Springer, aber insgesamt war der KSV besser. Foto: Siggi Larbig
Hünfelds Leon Zöll (links) feierte seinen Geburtstag während des Spiels gegen Ginsheim. © Siggi Larbig

Immerhin nicht verloren und somit über dem Strich geblieben, dazu aufgrund eines riesigen Lazaretts Moral bewiesen. Und doch hatte sich der Hünfelder SV im Heimspiel gegen Schlusslicht VfB Ginsheim insgeheim mehr als ein 2:2 (1:1) ausgerechnet.

Und für den Moment sah es auch danach aus: Mit jeder Menge Entschlossenheit ging der HSV in Durchgang zwei, erspielte sich prompt eine Eckballserie und schloss kurz später einen herrlichen Angriff wunderschön ab: Kevin Krieger schickte Geburtstagskind Leon Zöll steil, dessen starke Flanke Maximilian Fröhlich per Volleyschuss aus zwölf Metern unter die Latte zimmerte (49.). Das 2:1 sollte sich aber nicht als der erhoffte Brustlöser erweisen, denn Ginsheim blieb dran und kam knapp zehn Minuten später zum vermeidbaren Ausgleich, weil sich Zöll und Steffen Witzel nicht einig waren. Den Angriff über rechts veredelte Dillon Fosuhene im Nachsetzen (59.). Dabei blieb es, weil klare Chancen in einem nicht nur nach der Pause nicht guten Hessenligaspiel Mangelware blieben. Wenngleich: Gerade im Schlussakkord hatte Ginsheim den längeren Atem, setzte sich in Hünfelds Hälfte fest, schaffte aber nicht mehr den Lucky Punch.

Dass Hünfeld ein wenig die Luft ausging, war beim Blick auf die Aufstellungen nur allzu verständlich: Elf Feldspieler plus ein Torwart sind noch fit, der Rest des mehr als 20 Mann starken Kaders fehlt wegen Corona oder Verletzungen. Gegen Ginsheim standen unter anderem Stammkeeper Benedikt Kaiser, Abwehrchef Benjamin Fuß, Kapitän Julian Rohde, der beste Torjäger Andre Vogt, Mentalitätsmonster Marcel Dücker oder die Stürmer Christoph Sternstein, Max Vogler und David Brähler nicht zur Verfügung. Viel schlimmer geht‘s nun wirklich nicht mehr. Eingewechselt wurden gegen Ginsheim mit Ivan Lovakovic und Jonas Budenz zwei Spieler des Gruppenligateams. Defensivallrounder Budenz gar als Stürmer – es fehlten schlicht die Alternativen.

Unter den Vorzeichen haben es die Jungs gut gemacht, da gibt es keine Vorwürfe.

Simon Grosch, Co-Trainer Hünfelder SV

Das 1:1 zur Pause ging in Ordnung: Nachdem sich beide Teams erst einmal auf dem Naturrasen akklimatisieren mussten, versuchte zunächst Ginsheim die Spielkontrolle zu gewinnen, ohne jedoch wirklich gefährlich zu werden. Und so dauerte es eine halbe Stunde, bis das Spiel Fahrt aufnahm und acht ganz wilde Minuten erlebte: Erst hatte Ginsheim Glück, weil HSV-Spielmacher Krieger beinahe ein Eigentor erzwungen hätte (27.), dann der HSV, weil Christian Makana plötzlich durch war, ihm aber auch die Nerven durchgingen (31.). Aber Makana weiß, dass er es besser kann und traf eine Minute später nach Angriff über links sträflich frei vorm Tor.

Der HSV antwortete wütend: Erst wurde Fröhlich geblockt, dann verwertete Steffen Witzel eine präzise getretene Ecke von Sebastian Alles (35.). Der HSV war jetzt am Zug: zweimal verpasste Mittelstürmer Aaron Gadermann nach Vorlage von Nicolas Häuser, zudem setzte Franz Faulstich einen Kopfball knapp drüber. Und genau dieses Momentum rettete der HSV in Durchgang zwei – doch nicht lange genug.

Statistik

Hünfelder SV: Brunner; Häuser, Faulstich (67. Lovakovic), Witzel, Zöll – Alles, Zvekic (84. Budenz) – Wenzel, Krieger, Fröhlich – Gadermann.
VfB Ginsheim: Stägemann; Fosuhene, Akoto, Baljak (28. Speranza), Kohnhäuser, Kissel, Oriana, Redl, Pandov, Manneck, Makana (75. Aboubakari).
Schiedsrichter: Daniel Heist (TSV Hertingshausen).
Zuschauer: 200.
Tore: 0:1 Christian Makana (33.), 1:1 Steffen Witzel (35.), 2:1 Maximilian Fröhlich (49.), 2:2 Dillon Fosuhene (59.).

Auch interessant