Neben den Etablierten wie Julian Pecks (rechts) hat sich Niklas Budesheim einen Platz in der ersten Mannschaft erkämpft. Foto: Charlie Rolff
+
Neben den Etablierten wie Julian Pecks (rechts) hat sich Niklas Budesheim einen Platz in der ersten Mannschaft erkämpft.

"Ich gehe lieber den schwierigen Weg"

Mit 20 Jahren ist Niklas Budesheim das Küken im Kader von Hessenligist SG Barockstadt. Bei "Barockstadt inside" spricht er über seinen Werdegang und seine Rolle.

Ich habe nie einen konkreten Plan erstellt, wie mein fußballerischer Weg verlaufen soll. Aber wenn ich einen hätte, wäre ich jetzt schon weiter, als ich es mir ausgemalt hätte.

Als ich 2020 vom JFV Viktoria Fulda in die U23 der Barockstadt gewechselt bin, wollte ich erst einmal in der Verbandsliga ankommen. Aber dann, vor etwas mehr als einem Jahr, wurde ich von Hessenliga-Coach Sedat Gören angerufen. Ich sollte zunächst zwei bis drei Wochen mittrainieren – stattdessen bin ich im vergangenen Winter offiziell in den Kader der Ersten aufgestiegen.

Ich habe mich in der Mannschaft von Anfang an sehr wohl gefühlt. Es herrscht ein gutes Klima, obwohl die Werdegänge der Spieler sehr unterschiedlich sind. Wir spielen alle aus bestimmten Gründen dort, wo wir jetzt spielen: Da ist es egal, ob jemand im Profifußball unterwegs war oder wie ich aus dem eigenen Verein kommt.

Das Niveau im Training ist sehr hoch, es macht viel Spaß, sich in jeder Einheit mit den Besten zu messen. Durch meine Schnelligkeit und körperliche Robustheit hatte ich immer einen Vorteil, allerdings habe ich mit dem Ball noch Luft nach oben. Das merke ich besonders, wenn wir im Training viel auf engem Raum spielen.

Auch aufgrund der langen Corona-Pause musste ich lange auf mein erstes Hessenliga-Spiel warten. In der Jugend habe ich nicht oft die Bank gedrückt, daher war das eine neue Erfahrung für mich. Aber nicht die einzige, denn auf der Linksverteidiger-Position habe ich zuvor noch nie gespielt. In der Jugend war ich rechts vorne unterwegs, bis mich mein Junioren- und späterer U23-Trainer Florian Roth als Rechts- oder Innenverteidiger aufgestellt hat.

"Fußbadruck hinterlassen"

Jeder Fußballer will spielen, deshalb kommt man schon mal ins Nachdenken, wenn man vier oder fünf Spiele auf der Bank sitzt. Aber irgendwann bekommt man seine Chance, sei es durch gute Trainingsleistungen oder einen Ausfall eines Mitspielers. Dann ist es wichtig, Gas zu geben und den eigenen Fußabdruck zu hinterlassen, gleichzeitig aber auch mannschaftsdienlich zu spielen.

Das Topspiel in Erlensee war mein erster längerer Einsatz, eine Partie, die bis zum Ende auf der Kippe stand. Ich habe Vollgas gegeben und viel positives Feedback erhalten. Im letzten Heimspiel gegen Hünfeld durfte ich erstmals von Beginn an im Stadion auflaufen. Ich bin jemand, der nach seinen Fehlern sucht – deshalb war es gar nicht so einfach, sich im Nachhinein vor Augen zu führen, dass es ein ziemlich cooles Erlebnis war. Dabei geht es genau da drum: Ich spiele Fußball, seit ich drei Jahre alt bin, mache es als Hobby. Spaß und Freude sollten immer vorhanden sein.

Es ist manchmal etwas surreal, wenn ich überlege, dass ich neben Tobias Göbel bis jetzt der einzige bin, der den Sprung von der eigenen Jugend in den Kader der Hessenliga-Mannschaft geschafft hat. Das macht mich stolz. Ich habe nie mit dem Gedanken gespielt, mein Glück bei einem anderen Verein zu suchen. Herausforderungen sind dazu da, angenommen zu werden, und ich gehe lieber den schwierigen als den einfachen Weg. Ich habe den Ehrgeiz, mich in der Startelf zu etablieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema