Hinter Sebastian Alles' (rechts) Mitwirken im Rückspiel gegen den KSV Baunatal um Nico Möller stehen noch viele Fragen. Foto: Charlie Rolff
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Hinter Sebastian Alles' (rechts) Mitwirken im Rückspiel gegen den KSV Baunatal um Nico Möller stehen noch viele Fragen.

In Baunatal spielen zwei Rumpftruppen

Die sportliche Relevanz geht dem Derby zwischen dem SV Steinbach und der SG Barockstadt (Sonntag, 14 Uhr) zwar ab, auf den anderen Plätzen nehmen die Hessenligisten auf der Zielgeraden noch einmal Tempo auf.

Auf den ersten Blick kam die Pause der Hünfelder am vergangenen Spieltag zur rechten Zeit. „Grundsätzlich schon“, sagt HSV-Trainer Johannes Helmke, „aber wir können trotzdem nicht aus dem Vollen schöpfen, von den Verletzten ist niemand zurückgekehrt.“ Maximilian Fröhlich musste das Training abbrechen, Sebastian Alles und Alexander Reith sind für die Partie beim KSV Baunatal (Samstag, 14.30 Uhr auf Kunstrasen) fraglich – die Kapitäne Julian Rohde und Steffen Witzel fehlen ohnehin. Dass die Personalsituation des coronageplagten Gegners ebenfalls nicht rosig ist, spiele daher keine Rolle: „Baunatal wird schon Spieler aufstellen, die geradeaus laufen können.“

Der erste Blick von Helmke richtet sich auf die Abstiegsrunde. "Das sind enorm wichtige Punkte für die Play-downs. Je weniger Spiele es werden, desto eher schaut man auf die Tabelle. Aber ich denke, dass wir für die Play-offs eher Außenseiterchancen haben", betont Helmke. Um die so notwendigen Punkte aus Baunatal zu entführen, komme es vor allem auf die Defensivleistung an, die mit neun Gegentoren in den letzten drei Spielen zu Wünschen übrig ließ. "Wir haben über die Saison gut verteidigt, das ist uns zuletzt aber etwas abgegangen. Der Schwerpunkt im Training lag darauf, wieder Freude am Verteidigen zu haben", sagt Helmke.

Bär will keine Kopfschmerzen

Spielen die Konkurrenten mit und der SV Neuhof schlägt am Samstag (14 Uhr) den FC Bayern Alzenau, könnte die Play-off-Teilnahme fix sein. Im Umkehrschluss allerdings auch die Abstiegsrunde. Dass diese Konstellation so eingetreten ist, schien vor Wochen noch surreal, mit drei Siegen ist der SVN aber jetzt ganz dick im Geschäft. Für Trainer Alexander Bär gibt es vor dem Duell zu viele Wenn-Aussagen. "Da muss schon alles passen. Und deshalb brauchen wir uns keine Gedanken darüber machen. Das bereitet nur Kopfschmerzen", sagt er und freut sich viel mehr, "dass wir den Freundschaftsspielen aus dem Weg gegangen sind und nun uns mit einem Gegner messen dürfen, der ganz andere Strukturen vorweist". So sei Alzenau personell und finanziell eine Liga höher als Neuhof, und ein José Holebas hole der Verein laut Bär nicht, um dann in der Abstiegsrunde zu spielen.

Eine Entwicklung des Spiels lasse sich nicht voraussagen. "Die Witterung wird Einfluss haben, zudem hat jedes Team seinen Plan. Es kann alles passieren. Meine Mannschaft darf beweisen, dass sie gegen die Top-Teams mithalten kann. So wie zuletzt gegen Erlensee und Barockstadt, wobei die Teams ersatzgeschwächt waren. Alzenau wird nun voll motiviert kommen", schildert Bär, dessen Truppe schon einige Zeit nur im Matsch am B-Platz trainiert. Beim 0:0 im Hinspiel zeigte der SVN, dass gegen den Konkurrenten Zählbares drin ist. Das Spiel wurde am späten Donnerstagabend von Sonntag auf Samstag verlegt, was der SVN aufgrund der dann noch nicht geltenden neuen Corona-Einschränkungen präferiert hatte. Bayern Alzenau hatte lange überlegt, letztlich aber zugestimmt. Bei Alzenau fällt José Holebas aus, Kapitän Marcel Wilke ist fraglich.

Macht Fernwald die Play-offs klar?

Andernorts kann bereits eine Entscheidung fallen: Gewinnt der FSV Fernwald sein Heimspiel gegen den SV Flieden am Samstag (14 Uhr), dann ist der Mannschaft von Trainer Daniyel Bulut die Teilnahme an den Play-offs nicht mehr zu nehmen. Sollte Flieden in diese noch reinrutschen, käme das einem Wunder gleich. Drei Spiele haben die Buchonen noch in der Hinterhand, bei sechs Punkten Rückstand auf den Fünften Alzenau und deren direkten Duell gegen Neuhof dürfte der Blick einzig Richtung Play-downs gehen - was die Partie für die Buchonen jedoch nicht uninteressant macht. Ein Erfolg in Fernwald und der FSV könnte die Aufstiegsrunde noch verspielen.

Ruhepause für die Stammkräfte

"Manche Spieler werden eine Pause bekommen, das war eine lange Zeit nicht der Fall", lässt SGB-Trainer Sedat Gören durchblicken. So wird Gören vermutlich froh sein, dass der Ausgang der Partie gegen Steinbach nicht in das kommende Jahr mit einfließt, um einigen Stammspielern, die zuletzt immer spielen mussten, Erholung zu verschaffen. Zumal am letzten Spieltag gegen Erlensee noch einmal wichtige Punkte verteilt werden. Dafür will die SGB gegen Steinbach (Sonntag, 14 Uhr) Rückenwind aufnehmen: "Die letzten Wochen waren nicht zufriedenstellend. Da fassen wir uns an die eigene Nase und machen uns Gedanken, warum das so passiert ist." Das Auswärtsspiel wird dabei zu einem kleinen Heimspiel, da das Spiel auf den Kunstrasen in Lehnerz verlegt wurde.

Nur noch in grauer Theorie geht es am Samstag (14 Uhr) im Spiel zwischen Eintracht Stadtallendorf und dem Hanauer FC um etwas. Während Stadtallendorf seit Ewigkeiten in den Play-offs steht, braucht Hanau ein Wunder, um noch in jene vorzurücken.