Wer sich vor dem Training in den Kabinen umziehen möchte, muss die 3G-Regel erfüllen. Die Kontrolle wird ein Mehraufwand für die Vereine. Foto: SG Schlitzerland
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Wer sich vor dem Training in den Kabinen umziehen möchte, muss die 3G-Regel erfüllen. Die Kontrolle wird ein Mehraufwand für die Vereine.

"Irgendwann nicht mehr umsetzbar"

Seit Montag greift die Allgemeinverfügung im Landkreis Fulda, durch die nur noch geimpfte, getestete oder genesene Personen Zutritt zu Innenräumen der Sportstätten bekommen. Bedeutet: Möchte sich ein Spieler oder Trainer in den Kabinen umziehen oder duschen, muss er die 3G-Regel erfüllen. Selbiges gilt für Vereinsheime.

Eine weitere Belastungsprobe für die Vereine. „Das macht es für den Verein nicht einfacher, zumal wir auch noch nicht wissen, wie wir das mit den Zuschauern umsetzen sollen. Wir müssen ja gewährleisten, dass sie auf Toilette gehen können“, sagt Heiko Rützel aus dem Vorstand des FC Eichenzell. An die Trainer der beiden Mannschaften wurde weitergegeben, dass sie eine Liste führen sollen, wer aus dem Kader bereits geimpft ist und wer nicht. „Es wird für die Spieler auch nicht einfach, wenn die einen rein dürfen und die anderen müssen geschwitzt nach Hause fahren“, sagt Rützel.

Dort sieht Tim Mulfinger, Spielertrainer der SG Kressenbach/Ulmbach, ebenfalls ein großes Problem: „Das ist eine ganz angespannte Situation. Bei korrekter Umsetzung führt das zu einer Spaltung und das möchte niemand.“ Innerhalb der beiden Stammvereine habe man sich kurz über das Thema ausgetauscht, allerdings noch keine finale Lösung getroffen. „Für den Verein und den Trainer ist es schwierig, in so einen privaten Bereich hineinzuschauen. Ob man sich impfen lässt oder nicht ist ein sehr persönliches Thema“, betont Mulfinger. Im Main-Kinzig-Kreis gilt dieselbe Regelung.

Am Montag lag die Inzidenz in Fulda bei 81,1. Tendenz: eher sinkend. Dennoch ist eine Inzidenz von 100 nahe, es würden weitere Verschärfungen greifen. In einem Schreiben des Hessischen Fußball-Verbandes heißt es: „Sollte die 7-Tage-Inzidenz in einem Kreis über 100 steigen, gilt die 3G-Regelung bereits für den Zutritt zum Sportgelände. Die Teilnahme am Trainings- und Spielbetrieb wäre dann nur geimpft / genesen / getestet möglich.“ Auf Nachfrage beim Gesundheitsamt in Fulda sei dies aktuell noch kein Thema, werde jedoch bei Erreichen dieser Grenze besprochen werden. „Im Amateursport wäre das dann nicht mehr umsetzbar. Wir trainieren dreimal die Woche, haben noch ein Spiel und die Spieler müssten jedes Mal nach der Arbeit zum Testen fahren“, sagt Rützel.

Zudem ist ab einer Inzidenz von über 35 nur noch eine Teilnehmerzahl von 500 Personen bei Veranstaltungen im öffentlichen Raum zulässig sind. Doch hier gibt es die Möglichkeit für die Vereine, bei Heimspielen mehr Zuschauer begrüßen zu können. Genesene und geimpfte Personen zählen zuzüglich. „Da kommt aber die nächste Geschichte hinzu, wo wir weitere Personen abstellen müssen, die die Nachweise der Zuschauer kontrollieren“, sagt Frank Happ, stellvertretender Vorsitzender des SV Flieden. Eine erste Konsequenz wurde bei den Buchonen bereits getroffen: Im Jugendspielbetrieb werden die Kabinen geschlossen bleiben, bei den Senioren wird der Nachweis überprüft.

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