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„Das sieht man in der Hessenliga nicht so oft“

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Von: Steffen Kollmann

Jannis Kehl SV Steinbach gegen Younes Djebbari SV Neuhof
Jannis Kehl (links, im Zweikampf mit Neuhofs Younes Djebbari) hat sich beim SV Steinbach einen Stammplatz im defensiven Mittelfeld erkämpft. © Charlie Rolff

Sieht man von der U23 der Frankfurter Eintracht ab, gibt es wohl kein Team in der Hessenliga, das auf so viele junge Spieler wie der SV Steinbach setzt. Umso beeindruckender ist der Saisonstart mit zehn Punkten aus fünf Spielen.

Einer, der sinnbildlich für den erfolgreichen Weg des SVS steht, ist Jannis Kehl. Der 19-Jährige kommt aus Steinbach, spielte bis zum Sommer bei den A-Junioren der SG Barockstadt – und hat sich in kürzester Zeit am Mühlengrund etabliert. „Dass es von Anfang an gleich so läuft, hätte ich nicht erwartet – der Schritt von der Junioren- in die Senioren-Hessenliga ist groß. Im ersten Spiel gegen Fernwald war ich daher richtig nervös“, erzählt Kehl.

SV Steinbach: Jannis Kehl in jedem Spiel in der Startelf

Dass Trainer Petr Paliatka ihn gleich in die Startaufstellung beordern würde, überraschte den 19-Jährigen trotz guter Vorbereitung. Kehl fing sich nach einer nervösen Anfangsviertelstunde, war später mit dafür verantwortlich, dass der SVS dank des 3:1-Erfolgs prächtig startete. Und Kehl spielte sich fest, startete seither in jedem Spiel auf der wichtigen Position im defensiven Mittelfeld. „Das ist meine Position, ich spiele schon jahrelang auf der Sechs. Ich bin eher der defensivere Part – das Spielerische überlasse ich lieber Spielern wie Luca Uth oder Alex Reith“, beschreibt der Youngster seine Rolle.

In der Steinbacher Mannschaft ist Kehl, der vergangene Saison bei Barockstadts U23 erste Seniorenluft schnupperte, in bester Gesellschaft. Neben Philipp Bagus, Luca Uth, Thore Hütsch, Max Stadler, Petr Paliatka und Homan Halimi ist Kehl einer von sieben Spielern, die fast immer auf dem Feld stehen, obwohl sie maximal erst 21 Jahre alt sind. „Das sieht man in der Hessenliga nicht so oft. Wir haben eine super Mischung aus jungen Spielern und erfahrenen Kräften, das macht uns aus“, betont der 19-Jährige.

Als „Steinbacher Jung“ viele Steinbacher Heimsiege in Erinnerung

Entsprechend leicht fiel für Kehl die Eingewöhnung in der neuen Mannschaft, zumal mit Akteuren wie Uth oder Stadler seine besten Freunde in der Mannschaft spielen. Der gute Saisonstart tat sein übriges, so dass eigentlich nur noch eins fehlt, um das Glück der Steinbacher perfekt zu machen: ein Heimsieg. Bereits in der Vorsaison war die Bilanz auf fremden Plätzen deutlich besser als am Mühlengrund, und in dieser Saison gab es alle drei Erfolge auf fremdem Geläuf. „Es wird Zeit, dass wir den ersten Dreier zuhause holen“, unterstreicht Kehl, der als „Steinbacher Jung“ zahlreiche Heimsiege als Zuschauer in Erinnerung hat.

Gegen den KSV Baunatal gab es vor heimischer Kulisse allerdings noch nie etwas zu holen. Mit 4:0 und 2:0 gewannen die Nordhessen beide Partien im Burghauner Ortsteil. Kehl weiß um die Schwierigkeit der Begegnung am Sonntag (15 Uhr), spricht von einem „knackigen Gegner, der sehr defensivstark ist“. Die bisherige Baunataler Bilanz mit acht Punkten und nur fünf Gegentoren kann sich sehen lassen, wird aber von der des SVS getoppt. Kein Team hat weniger als die vier Steinbacher Tore kassiert.

SV Neuhof: Pflichtsieg nach längster Auswärtsreise?

Defensiv läuft es auch beim SV Neuhof vernünftig, bei vier erzielten Treffern drückt aber vorne der Schuh. Da trifft es sich gut, dass mit Unter-Flockenbach die schlechteste Defensive auf die Mannschaft von Alexander Bär wartet. Der Aufsteiger hat als einziger Hessenligist noch keinen Saisonsieg eingefahren, weshalb der Drittletzte Neuhof am Samstag (17 Uhr) schon fast vor einem Pflichtsieg steht – trotz der längsten Auswärtsanreise von fast zwei Stunden.

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