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Neuhofs Paez über Argentiniens WM-Sieg: „Meine neuen Nachbarn kennen mich jetzt“

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Von: Tino Weingarten

Juan Manuel Paez SV Neuhof
Juan Manuel Paez vom Hessenligisten SV Neuhof feiert den WM-Sieg seines Heimatlandes Argentinien. © Ralph Kraus

Mit dem Gewinn des WM-Titels lösten Lionel Messi und die argentinische Nationalmannschaft eine große Begeisterung im südamerikanischen Land aus. Auch bei Juan Manuel Paez vom Hessenligisten SV Neuhof.

Der 23-Jährige schaute sich das WM-Finale gegen Frankreich von der heimischen Couch in Fulda mit seiner Freundin aus an. „Der WM-Sieg löst in uns ein sehr starkes Gefühl aus“, beschreibt der Argentinier, der in Mendoza nahe der Grenze zu Chile aufgewachsen ist. Von der Freude und Begeisterung in seinem Heimatland bekommt Paez trotz mehr als 11.000 Kilometer Entfernung einiges mit.

Juan Paez vom SV Neuhof über den WM-Sieg von Argentinien

Bruder, Cousinen und Cousins leben noch in Argentinien. „Ich hatte einen Videoanruf mit meinem Bruder. Er hat sich im Fernsehen angeschaut, wie Messi den Pokal überreicht bekommen hat und ist dann zum Stadion gefahren, wo alle gefeiert haben“, schildert Paez. Allein in Katar waren die Stadien fest in der Hand argentinischer Fans, die hohe Bedeutung des WM-Triumphs ist im Land kaum greifbar. „Die Situation in Argentinien ist nicht gut. Finanziell ist es nicht die beste Zeit, die Menschen leben nicht gut. Jetzt können sie zwei Tage oder eine Woche lang fröhlich sein“, sagt Paez.

Dabei begann die WM für Argentinien mit einem Dämpfer, die 1:2-Niederlage gegen Saudi-Arabien war die größte Sensation des Turniers. „Nach dem Spiel waren alle traurig. Aber ich glaube, dass es ein Signal für Argentinien war. Sie hatten 36 Spiele in Folge nicht verloren. Sie haben gedacht, es würde von alleine gehen“, betont der 23-Jährige vom SV Neuhof.

Im Finale verspielten Messi und Co. zunächst eine 2:0-Führung und einen sicher geglaubten Triumph. „Ich war etwas traurig über die Art und Weise, wie man zu den Gegentoren kam. Es war verrückt. Ich war sehr nervös, ich kann gar nicht erklären, wie ich mich in diesem Moment gefühlt habe. Aber ich hatte trotzdem den Glauben, dass wir gewinnen würden“, beschreibt Paez seine Sicht des Finales - und die seiner Nachbarn: „Als wir gewonnen haben, habe ich viel geschrien. Ich glaube, meine neuen Nachbarn kennen mich jetzt.“

„Lionel Messi ist der Beste der Welt“

Nicht zuletzt war der dritte Weltmeister-Titel der Argentinier die Krönung der Karriere von Lionel Messi, der sich mit dem Erfolg im Finale auf eine Ebene mit dem legendären Diego Maradona stellt, der 1986 den bis Sonntag letzten WM-Sieg Argentiniens einfuhr. „Ich habe gesehen, wie Messi 2010, 2014 und 2018 nicht gewonnen hat. Für ihn freut es mich sehr, denn er hat es oft versucht. Er braucht keinen Ballon D‘or mehr, er ist der Beste der Welt“, betont Paez.

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