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„Kinderfehler“ und ein Ex-Neuhofer: RW Walldorf gnadenlos

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Von: Steffen Kollmann

Nireas Igkmpinompa (links) SV Neuhof Ahmet Dogan Rot Weiß Walldorf
Neuhofs Nireas Igkmpinompa (links) kann nur zusehen, wie Walldorfs Ahmet Dogan abzieht. © Charlie Rolff

Heimspiele bleiben für den SV Neuhof in dieser Hessenliga-Saison ein Reizthema. Gegen RW Walldorf kassierte der SVN beim 0:2 (0:2) die dritte Heimpleite im dritten Spiel.

Vermeidbar war auch diese Niederlage, zumal die Hausherren bei den Gegentoren mächtig mithalfen. Ganz besonders ärgerte sich Trainer Alexander Bär über das unnötige Foul von Fabio Cesar Menezes Nunes, als sein Gegenspieler mit dem Rücken zum Tor stand. „Ein Kinderfehler“, wie sich Bär über den 30-jährigen Brasilianer beschwerte. Und genauso unnötig war aus Neuhofer Sicht, dass Julian Ludwig den anschließenden Freistoß durch die Mauer schoss und im Tor unterbrachte (16.).

Beim zweiten Tor patzte Innenverteidiger Raymond Williams, hatte den Ball eigentlich schon sicher, ehe Laurin Vogt sich das Spielgerät schnappte. Ilias Benazza profitierte und traf zum 2:0 (29.). Ausgerechnet Benazza, könnte man meinen. In der Vorsaison spielte der 25-Jährige beim SV Neuhof, meist als Rechtsverteidiger, Walldorfs Trainer Artur Lemm stellte Benazza aber nach ganz vorne – und sollte das richtige Näschen haben, da Benazza nicht nur beim Tor einen guten Eindruck hinterließ. „Ich habe in der Vorbereitung versucht, einen Platz für ihn zu finden, da wir außen gut besetzt ist. Für den Sturm bringt Ilias viel mit – wie man beim Tor gesehen hat“, freute sich Lemm.

RW Walldorf sehr körperbetont – womit der SV Neuhof nicht klarkommt

Und Neuhof? Kam mit der ungewohnt körperlichen Spielweise der effektiven und gnadenlosen Gäste nicht wirklich zurecht, reklamierte bei fast jedem fair geführten Zweikampf der Walldorfer ein Foulspiel. „Das war ein Mentalitätssieg, über die sehr gute Arbeit gegen den Ball haben wir das Spiel gewonnen. Gerade in der Box haben wir überragend verteidigt“, lobte Lemm.

Spielfluss kam in der intensiv geführten Partie mit zahlreichen Gelben Karten selten auf, und so gab es kaum Chancen aus dem Spiel heraus. Neuhof hätte aber in Führung gehen können – wenn nicht müssen. Keine 120 Sekunden waren gespielt, als Akif Kovac nach einer Ecke komplett frei am zweiten Pfosten stand, aber drüber schoss.

Auch nach der Pause hatte Akif Kovac die lange Zeit beste Chance, scheiterte im Anschluss an einen Freistoß aber an Marcel Czirbus (77.). Einige Minuten roch es nach dem Anschlusstor, da Walldorf kaum noch Entlastung fand. Zum ungefährdeten Sieg reichte es am Ende dennoch, da Neuhofs Joker Ronaldo Shani nach Czirbus‘ unsauberer Klärungsaktion das halbleere Tor nicht traf (81.). „Abschlussschwäche hoch drei“, kommentierte Bär, der mit der Leistung nicht zufrieden war. „Der Gegner war griffiger, bissiger, wollte den Sieg einfach mehr.“

SV Neuhof: Grbovic; Igkmpinompa (68. Gärtner), Pandov, Williams, Menezes Nunes (76. Shani) – Sosa Perez, Yanez Cortes (65. Djebbari) – M. Kovac, Costa Sabate, A. Kovac – Somov (65. F. Kovac).
RW Walldorf: Czirbus; Huß, Matheisen, Thomasberger – Borger (82. Velosa), Ludwig (89. Metzler), Mladenovic, Dogan – Vogt (68. Vogler) – Benazza (72. Herdt), Mehnatgir (59. Konate Lueken).
Schiedsrichter: Frederik Angermaier (SV Oberselters).
Zuschauer: 100.
Tore: 0:1 Julian Ludwig (16.), 0:2 Ilias Benazza (29.).

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