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Klares Votum pro Eintracht Frankfurt II – doch die Vereine waren dagegen

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Von: Steffen Kollmann

Eintracht Frankfurt Amateure -Borussia Fulda
Eintracht Frankfurts U23 wird bald wieder in der Hessenliga spielen. Hier, 2006, ist SGE-Stürmer Dominik Stroh-Engel im Duell mit dem Fuldaer Borusse Thomas Röher. © Christian Klein

Gegen das Votum der eigenen Vereine hat der Spielausschuss des Hessischen Fußball-Verbands beschlossen, die noch zu gründende zweite Mannschaft des Bundesligisten Eintracht Frankfurt zur neuen Saison in die Hessenliga aufzunehmen. 

Tom Balser, Zeilsheims Sportlicher Leiter, von den Hessenligisten gewählter Sprecher und Mitglied im Verbandsspielausschuss, hatte bereits im Vorfeld angekündigt, bei der Abstimmung die Meinung der Clubs repräsentieren zu wollen. Und das tat er auch: „Das Stimmungsbild der Vereine ging nicht mit dem überein, was letztlich entschieden wurde“, verrät Balser, der als einer von wenigen Stimmberechtigten gegen den Antrag der Eintracht stimmte.

Die Bedenken, die die Hessenligisten gegenüber Balser äußerten, bezogen sich auf die bei Spielen gegen die Eintracht höheren Anforderungen an die Sicherheitsmaßnahmen. Weitere Kritikpunkte waren die fehlende sportliche Qualifikation der SGE, die aufgrund einer Anpassung der Spielordnung gleich in der fünften Liga starten darf, sowie die absehbar (viel) zu große Ligastärke. Denn selbst wenn Hessen Dreieich wie angekündigt vor dem 15. Mai zurückzieht und damit als erster von sechs Absteigern feststeht, wird die Richtzahl von 18 Mannschaften vermutlich nicht erreicht werden. Momentan gibt es 22 Hessenligisten, zudem sind hessische Regionalligisten wie Gießen und der FSV Frankfurt akut abstiegsgefährdet.

Trotz der Vorbehalte der künftigen Ligakonkurrenten dankte Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche, der offiziell von einem „Meilenstein“ für die SGE sprach, den Hessenligisten für Vertrauen und Unterstützung. In erster Linie überzeugte der 41-Jährige den HFV-Ausschuss für Spielbetrieb und Fußballentwicklung. Hessenliga-Spielleiter Thorsten Bastian sagte, dass der HFV „der Talentförderung verpflichtet“ sei. „Unter anderem können somit jüngere Spieler Spielpraxis in der zweiten Mannschaft sammeln und gehen uns nicht, wie in der jüngeren Vergangenheit, verloren.“ Laut Krösche soll die U23 langsam und stetig wachsen, bei der virtuellen Sitzung versuchte er nach Angaben von Balser den Eindruck zu vermitteln, dass die Truppe kein sofortiger Aufstiegskandidat sei.

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