Der Eddersheimer Jonas Kummer (links) kommt vor Hadamars Velibor Velemir an den Ball. Foto: Pedro Acebes
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Der Eddersheimer Jonas Kummer (links) kommt vor Hadamars Velibor Velemir an den Ball.

Kohlbacher hievt starke Eddersheimer an die Spitze

Im Spitzenspiel der Gruppe B der Hessenliga setzte sich der FC Eddersheim überraschend deutlich beim SV Rot-Weiß Hadamar durch. Die Mannschaft von Trainer Christian Lüllig gewann beim bisherigen Tabellenführer mit 4:1 (2:0) und setzte sich durch diesen verdienten Auswärtssieg selbst an die Spitze der Südwest-Staffel. Die Gastgeber enttäuschten auf der ganzen Linie und kamen nie wirklich ins Spiel.

Hadamars Trainer Stefan Kühne zeigte sich nach dem Abpfiff als fairer Verlierer. Die Frage, ob die Zuschauer an der Faulbacher Straße mit den Gästen aus dem Main-Taunus-Kreis die beste Mannschaft in dieser Saison gesehen hätten, konnte der Coach durchaus bejahen. Kühne betonte aber, dass sein Team an diesem sonnigen Samstag einen besonders schlechten Tag erwischt habe. In der Tat, denn von Beginn an spielten nur die Eddersheimer. Die Gäste gingen nach einer Flanke von Jonas Kummer durch einen Abschluss von Nils Kohlbacher in Führung (4.) und ließen in der Folge noch weitere Tormöglichkeiten liegen. Die Gastgeber fanden überhaupt nicht ins Spiel. "Die Körpersprache sagte schon alles aus. Wir kamen in jedem Zweikampf zu spät", monierte Kühne.

Es dauerte 22 Minuten, bis die Hausherren überhaupt in die Nähe von FCE-Torhüter Daniel Zeaiter kamen, als ein Schuss vor der Torlinie geklärt wurde. Kurz vor der Pause trat dann der junge Eddersheimer Stürmer Kohlbacher erneut in Erscheinung und erhöhte aus kurzer Distanz (41.). In der Nachspielzeit von Durchgang eins war die Partie für Hadamars Jerome Zey schon beendet. Nach wiederholtem Foulspiel mit dazugehörigem Ballwegschlagens sah der Mittelfeldspieler die Gelb-Rote Karte (45./+1). Mit einem Mann weniger brauchten die Gastgeber dann ein Geschenk der Eddersheimer, um gegen die das Geschehen bestimmenden Gäste wieder etwas Hoffnung zu haben. Zeaiter im FCE-Tor mit einem völligen Blackout, schoss Stürmer Jann Bangert an und der Ball trudelte ins Tor (54.).

19-jähriger Kohlbacher der Mann des Tages

Die Gäste wurden nun nachlässig, es war aber für Hadamar nicht mehr als ein Hoffnungsschimmer, denn die Westerwälder brachten an diesem Tag nicht mehr viel zustande und kassierten nicht nur die erste Heimniederlage, sondern auch die zweite 1:4-Pleite der Runde. "Scheinbar können wir nur mit 1:4 verlieren", erinnerte Kühne an die Niederlage im Kreisderby beim TuS Dietkirchen. Eddersheim spielte es unaufgeregt herunter und fuhr dann mit dem überragenden Kohlbacher, vor der Saison von Regionalliga-Absteiger FC Bayern Alzenau an die Staustufe gekommen, einen guten Konter zum 3:1 (79.). Mit seinen drei Treffern war Kohlbacher zweifellos der überragende Mann bei den Gästen.

"Nils hat sich in den letzten Wochen sehr gut entwickelt, musste sich an den Männerfußball gewöhnen, obwohl er in Alzenau schon Regionalliga-Einsätze hatte ", lobte Eddersheims Trainer Christian Lüllig den den erst 19-jährigen. Den Schlusspunkt setzte dann der eingewechselte Vasilios Mantzafleris (79.). Lüllig zeigte sich nach dem überzeugenden Auftritt natürlich hochzufrieden: "Aufgrund der ersten Halbzeit war der Sieg verdient. Wir sind extrem gut ins Spiel gekommen, haben aber in der zweiten Hälfte den Gegner aufgebaut durch diesen individuellen Fehler. Da haben wir uns ungeschickt angestellt, es dann aber mit den Kontern hinten raus noch klar ausgespielt." Aufgrund der Ausgeglichenheit der Staffel sei es weiter wichtig, von Woche zu Woche an die Leistungsgrenze zu gehen, um die Aufstiegsrunde zu erreichen.

Die Statistik:

SV Rot-Weiß Hadamar: Strauch - Neugebauer (76. Kern), Dimter, Dillmann, Wölfinger - Paul, Zey, Velemir, Burggraf (68. Kittel) - Bangert, Koch (46. Teller).
FC Eddersheim: Zeaiter - Schmitt, Bernhardt, Finger, Dechert - Schur, Scholl - Krause (76. Mantzafleris), Kummer, Matondo - Kohlbacher.
Schiedsrichter: Joschka Pfeifer (FSV Rimbach).
Zuschauer: 357.
Tore: 0:1 Nils Kohlbacher (4.), 0:2 Nils Kohlbacher (41.), 1:2 Jann Bangert (54.), 1:3 Nils Kohlbacher (79.), 1:4 Vasilos Mantzafleris (89.).
Gelb-Rote Karte: Jerome Zey (Hadamar, 45./+1).

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