Rot-Weiss Walldorf spielt in besonderen Trikots. Auf der Brust steht „No War Nowhere“.
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Rot-Weiss Walldorf spielt in besonderen Trikots. Auf der Brust steht „No War Nowhere“.

Trainer Lemm in der Ukraine geboren

„No War Nowhere“: Rot-Weiss Walldorf mit klarer Botschaft auf den Trikots

Der Angriffskrieg des russischen Präsidenten Wladimir Putin auf die Ukraine erschüttert die Welt. An der großen Welle der Solidarität beteiligt sich ebenso Hessenligist Rot-Weiss Walldorf mit einer Botschaft auf den Trikots.

Im Heimspiel gegen den Hünfelder SV (3:0) trugen die Walldorfer erstmals das Trikot mit der Aufschrift „No War Nowhere“ auf der Brust. „Wir haben uns im Verein unterhalten, wie wir ein Zeichen setzen können. Ich habe daraufhin die Initiative ergriffen und gesagt, dass wir auf unser normales Trikot verzichten und mit diesem Trikot eine klare Botschaft senden können“, sagt Artur Lemm, Trainer von Walldorf. Für den Rest der Saison wird die Mannschaft in diesen Trikots spielen.

Hintergrund der Aktion ist neben dem Angriffskrieg, den der Verein „aufs Schärfste verurteilt“, Lemms persönliche Beziehung zur Ukraine. Der 46-Jährige ist in Nikopol im Süden der Ukraine geboren. „Was passiert, ist schwer in Worte zu fassen. Es macht mich traurig, wütend und fassungslos. Man verspürt eine Hilflosigkeit, weil man viel mehr helfen möchte“, sagt Lemm. „Neben der Aktion mit den Trikots habe ich mit meiner Firma Spenden gesammelt. So können wir was machen und die Leute vor Ort unterstützen“, fügt er an.

Angriffskrieg auf Ukraine „unfassbar unnötig“

Als „wahnsinnig schlimm und unfassbar unnötig“ bezeichnet Walldorfs Trainer den Angriffskrieg auf sein Heimatland. Teile seiner Familie wohnt noch in Nikopol, in der Nähe liegt Europas leistungsstärkstes Kernkraftwerk Saporischschja. „Die Stadt selber wird noch nicht bombardiert. Von dort zu fliehen ist ein riesen Weg“, erläutert Lemm. Seine Cousine lebt mit ihrer Tochter in Kiew, flüchtete an die polnische Grenze und wurde vor einigen Tagen von Lemms Eltern dort abgeholt. „Sie musste ständig in den Luftschutzbunker. Sie wohnt jetzt mit ihrer Tochter bei meinen Eltern in der Nähe von Mainz“, sagt Lemm.

Die Vor- und Nachbereitung von Trainings und Spielen helfen ihm dabei, für einige Stunden abzuschalten: „Das schafft man. Ich kann weiterhin mein Leben leben und parallel helfen. Der Fußball ist ein Stück weit Ablenkung.“ Der 46-Jährige freut sich über die Welle der Solidarität. „Wir wollten da ein Teil von sein, beziehen das Ganze aber nicht nur auf die Ukraine. Wir haben extra ‚nowhere‘ geschrieben. Ob Syrien, Afghanistan oder Ukraine - alle Kriege sind schlimm.“

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