SCW-Spielführer Kian Marius Golafra (Nummer sechs) bei der Seitenwahl mit Schiedsrichter Gahis Safi und seinem Gespann sowie Eddersheims Kapitän Hendrik Dechert. Foto: Pedro Acebes.
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SCW-Spielführer Kian Marius Golafra (Nummer sechs) bei der Seitenwahl mit Schiedsrichter Gahis Safi und seinem Gespann sowie Eddersheims Kapitän Hendrik Dechert.

Lüllig: "Das tut dem ganzen keinen Abbruch"

Im letzten Hessenliga-Spiel des Jahres 2021 musste der FC Eddersheim zum Abschluss der Gruppe B einen herben Rückschlag hinnehmen. Gegen den Tabellendritten SC Waldgirmes setzte es für den Main-Taunus-Club eine 0:2 (0:1)-Niederlage einhergehend mit einer Verschlechterung der Ausgangsposition für die im Frühjahr stattfindende Aufstiegsrunde. Die Mittelhessen dagegen konnten mit dem Dreier ihre Ausgangslage deutlich verbessern.

Ganz abgesehen davon, dass die "Süd-Meisterschaft" an den SC Hessen Dreieich abgetreten werden musste, geht der FCE als Zweiter nun mit 13 statt der möglichen 16 Zähler in die Playoffs, während sich Waldgirmes mit dem Auswärtssieg in der neuen Tabelle auf elf Punkte und Rang sechs verbesserte. Die Partie auf dem tiefen und schwer bespielbaren Rasenplatz an der Staustufe riss die 280 Zuschauer nicht von ihren Plätzen. Es war so ein Tag, an dem eine Mannschaft wie Eddersheim trotz ihres großen Potenzials noch Stunden hätte weiter spielen können und wohl nicht getroffen hätte. "Ich weiß nicht, ob nichts gelingen wollte. Wir haben wesentlich mehr investiert als Waldgirmes. Wir wollten auch das Spiel machen, während der Gegner über zwei Dinge erfolgreich sein wollte: Standards und Konter. Folgerichtig haben sie einen Standard zum 0:1 und einen Konter zum 0:2 abgeschlossen. Bei uns wollte hingegen der Ball heute nicht rein. Da fehlte uns bei sechs, sieben torgefährlichen Situationen die Konsequenz und das nötige Glück", analysierte Eddersheims Trainer Christian Lüllig hinterher den Spielverlauf.

Sein Team kam zwar zu Abschlüssen durch Christopher Krause (7.) und Turgay Akbulut (14.), doch die Schüsse gingen deutlich über das Tor. Die Gäste, bei denen mit Nick Gebauer ein Talent aus der Verbandsliga-Mannschaft debütierte, kamen dann nach einem Eckball von Kapitän Kian Marius Golafra zum Führungstreffer. Die Eddersheimer bekamen diese nicht konsequent verteidigt und Innenverteidiger Lukas Fries überwand aus dem Gewühl heraus den FCE-Schlussmann Paul Harbrecht (26.), der im letzten Spiel des Jahres den Vorzug gegenüber Stammkeeper Daniel Zeaiter erhalten hatte. Eine Minute vor dem Pausentee bot sich Ferdinand Scholl auf Ablage von Kapitän Hendrik Dechert die Ausgleichschance, aber der Versuch war zu schwach. Eine Minute nach Wiederbeginn schickte Lüllig sämtliche Ersatzspieler zum Warmmachen. Waldgirmes setzte dann zu einem Konter über Claudius Fürstenau an, dessen Pass in den Lauf von Luis Stephan zum zweiten Gästetreffer verwertet wurde (51.).

Große Vorfreude in Waldgirmes

Schon das Hinspiel in Waldgirmes hatte Eddersheim mit 0:1 verloren und auch im Rückspiel war den Hausherren trotz aller Bemühungen kein Treffer vergönnt. Akbulut scheiterte am gut aufgelegten Gästekeeper Maik Buss (57.), Krause zog am Kasten vorbei (61.) und der eingewechselte Niklas Rottenau versuchte es mit einem Kopfball, den Buss glänzend entschärfte (72.). Mit zunehmender Spieldauer wurde klar: Hier geht nichts für den FC Eddersheim, während Waldgirmes seinen Spielstil unaufgeregt runter spielte. Umsonst ist der SC Waldgirmes nicht Dritter in dieser ausgeglicheneren Staffel geworden. "Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir haben hier alles probiert, vielleicht fehlte nur die Konsequenz im Torabschluss", ergänzte Lüllig. Auch dass sich die Ausgangsposition dadurch verschlechtert hat, beunruhigte Lüllig nicht: "Das tut dem ganzen überhaupt keinen Abbruch, weil die Mannschaft über sechs Monate eine gute Runde gespielt hat. Im Topspiel gegen Waldgirmes kann man verlieren. Das ist sicherlich eine Niederlage, die weh tut. In der Summe schließen wir die Runde aber positiv ab, denn die Mannschaft hat sich sehr gut entwickelt. In den zehn schönen Spielen im neuen Jahr versuchen wir alles rauszuholen."

Große Zufriedenheit herrschte natürlich im Lager des SC Waldgirmes, denn das Team von Trainer Mario Schappert hat mit Rang drei ebenfalls großes geleistet. Der Sportliche Leiter Björn Velten sagte: "Wir haben uns heute die Punkte redlich verdient auf tiefem Geläuf mit einigen jungen Spielern aus der U23, die kurzfristig in den Kader gerückt sind. Da können wir stolz drauf sein. Wir mussten ein paar Punkte aufholen, die wir am Samstag durch diese furiose Situation verloren hatten. Unser Saisonziel war der Klassenerhalt und den haben wir uns mit tollen Spielen verdient." Jetzt freue man sich vor allem auf das Derby gegen den FSV Fernwald mit dem ehemaligen Trainer Daniyel Bulut, aber auch auf die Spiele gegen Stadtallendorf und die Barockstadt. "Das werden richtige Highlights", blickte Velten voraus.

Die Statistik:

FC Eddersheim: Harbrecht; Schmitt, Lang, Finger, Dechert (80. Schur) - Scholl, Demirbas, Kummer, Krause (67. Rottenau) - Matondo, Akbulut (78. Bernhardt).
SC Waldgirmes: Buss; Cinemre (76. Bebe), Fries, Gebauer, Erler, Enobore - Golafra, Stephan, Fürstenau, Böttcher - Koyuncu (86. Reinhard).
Schiedsrichter: Gahis Safi (TSG Ober-Wöllstadt).
Zuschauer: 280.
Tore: 0:1 Lukas Fries (26.), 0:2 Luis Stephan (51.).

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