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„Für das Auge ein erbärmliches Spiel“

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Verlängerte seinen Vertrag um zwei Jahre: Angelo Barletta. Foto: Patrick Scheiber
Angelo Barletta sah ein ganz schwaches Hessenligaspiel. © Patrick Scheiber

Mit einem torlosen Remis endete das Hessenliga-Abstiegsrundenspiel zwischen dem FC Bayern Alzenau und dem FV Bad Vilbel. Beide Trainer bewerteten das 0:0 in der anschließenden Pressekonferenz unterschiedlich. 

Bad Vilbels Trainer Amir Mustafic wäre vor der Partie mit einem Punkt zufrieden gewesen, nach dem Abpfiff war der FV-Coach der Meinung, „dass wir das Spiel gewinnen konnten, vor allem aufgrund der Mentalität in der zweiten Halbzeit. Die ersten 30 Minuten war es selbst mir als Taktikfreund etwas zu viel Taktik.“

In der Tat war im ersten Abschnitt recht wenig los was Höhepunkte betraf. Die gab es nämlich so gut wie gar nicht. Die Gäste spielten frech nach vorne, während die Unterfranken es über Standards probierten. Mit Rückkehrer Gianluca Alessandro fehlten vor allem in der Offensive die zündenden Ideen. Kurz vor der Pause tauchte Alzenau mit dem jungen Lukas Fecher vor Vilbels Schlussmann Robin Orband auf, der klären konnte. Auf der Gegenseite wurde erst Filip Cirpaci abgeblockt, dann zielte Domagoj Filipovic am Tor vorbei. Nach dem Seitenwechsel kam unter dem Strich vom Regionalliga-Absteiger zu wenig. Kaum Aktionen nach vorne, vieles wirkte statisch und einfallslos. Bezeichnend ein Distanzschuss von Dren Hodja weit über das Tor. Die Wetterauer kamen durch zwei Weitschüsse immerhin fast noch zum Siegtreffer, doch FCB-Torhüter Fabian Wolpert parierte gegen Maximilian Böger glänzend (74.) und war auch nach Kaito Shymodas dynamischen Abschluss auf dem Posten (82.).

Es wäre ein Skandal gewesen, wenn hier irgendeiner gewonnen hätte.

Angelo Barletta, Trainer Bayern Alzneau

„Die zweite Hälfte haben wir kaum was zugelassen und unsere Torchancen leider nicht genutzt. Wir hatten auch den Willen nach vorne zu spielen. Wir haben viel investiert und nehmen den Punkt mit, der uns auch gut tut“, analysierte Mustafic. Sein Kollege Angelo Barletta war mit der Darbietung nach zwei Wochen Pause durch den Spielausfall beim SV Zeilsheim natürlich nicht einverstanden, war aber „mehr als zufrieden mit dem Punkt. Ich stehe für offensiven Fußball, will Tore erzielen. Aber wir stecken in der Abstiegsrunde und da ist jeder Punkt wie ein Sieg. Wir brauchen hier nicht zu glänzen, sondern wollen mit aller Macht die Klasse halten. Selbst wenn wir Erster werden, steigen wir ja nicht auf. Erst nächstes Jahr werden wir schöneren Fußball sehen.“

Zum Spiel sagte Barletta: „Für das Auge war das ein erbärmliches Spiel. Es wäre ein Skandal gewesen, wenn hier irgendeiner gewonnen hätte. Ich weiß nicht wo Bad Vilbel Torchancen gesehen hat, denn ich habe keine gesehen.“ Eine Breitseite gab es noch in Richtung Zeilsheim, denn Alzenau wird laut Barletta das Nachholspiel am Mittwoch (20 Uhr) nicht um eine Woche verschieben. „Entweder Zeilsheim weist erneut fünf Coronafälle auf, oder es wird von unserer Seite aus gespielt. Das Thema ist ziemlich nervig.“

Statistik

FC Bayern Alzenau: Wolpert; Pancar, Wilke, Bergmann, Bhatti – Alexander (85. Felchle), Alessandro (65. Tyrokomos), Hodja, Fecher – Brauburger, Grünewald (55. Baumann).
FV Bad Vilbel: Orband; Gashi, Safaridis, Filipovic – Okuno, Knauer, Embaye, Böger (84. Ushiyama) – Cirpaci (81. Kovacic), Bauscher (90. Polak), Shimoda.
Schiedsrichter: Frederik Angermaier (SV Oberselters).
Zuschauer: 288.

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