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Mit Gute-Laune-Fußball Heimfluch beenden

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Von: Tobias Konrad

Marc Götze vom SV Buchonia Flieden gegen Sebastian Bott vom SV Steinbach
Während bei Sebastian Bott (rechts) und dem SV Steinbach gute Laune herrscht, reiht sich beim SV Buchonia Flieden um Marc Götze ein Ausfall an den nächsten. © Charlie Rolff

Neben dem VfB Ginsheim war der SV Steinbach der klare Abstiegskandidat in der Hessenliga-Abstiegsrunde. Doch nach sieben Punkten aus drei Spielen könnte am Wochenende der Sprung in die gesicherte Zone glücken.

Ein Sieg gegen Rot-Weiß Walldorf (Samstag, 15 Uhr) und eine Niederlage von Bad Vilbel ist dafür vonnöten. Doch darüber will sich Trainer Petr Paliatka keine Gedanken machen, erinnert er vielmehr an die Zeit vor wenigen Wochen. „Wir waren für alle ein klarer Absteiger. Doch die Jungs haben gezeigt, dass wir das Niveau für die Hessenliga haben. Daraus ziehen wir Selbstvertrauen.“ Vor dem Start hatte der SVS nichts zu verlieren. Hat sich die Situation nun verändert? „Mitnichten“, sagt Paliatka: „Vor vier Wochen war das so und jetzt ist es das immer noch. Wichtig ist, dass wir uns nicht ausruhen und weiter Gas geben.“

Noch kein Heimsieg für Steinbach in dieser Saison

Gas geben ist das Stichwort, was der Trainer seinen Mannen eingehaucht hat. Beim ersten Training saß der gesamte Kader zusammen. Der Tenor daraus: Entweder wir ziehen voll durch, oder wir lassen es wie bisher laufen. Dann ist der Eintritt des Abstiegs nur eine Frage der Zeit. Ersteres ist eingetroffen, die gute Laune im Steinbacher Lager ist allgegenwärtig. „Die Ergebnisse passen, aber das hat zu weiten Teilen mit dem Fitnesszustand zu tun. Wir konnten die Vorbereitung ohne lange Ausfälle vollziehen. Somit können wir von der Bank reagieren. Das war vor der Pause nicht möglich“, schildert Paliatka, dessen Team gegen Walldorf die prächtige Laune behalten und so den Favoriten stürzen möchte. „Sie sind mit die beste Mannschaft der Abstiegsrunde. Die Aufgabe ist schwer, doch nicht unmöglich. Wir bleiben in der Einstellung der vergangenen Wochen.“ Mit dieser soll endlich der erste Heimsieg der Saison glücken. In zehn Partien gab es bisher drei Unentschieden und sieben Niederlagen.

Hirsch ist kein Träumer, aber auch kein Zauberer

Ganz anders ist die Stimmung beim SV Buchonia Flieden. Das Heimspiel gegen Viktoria Griesheim (Samstag, 15 Uhr) wird aufgrund der personellen Situation erneut eine Mammutaufgabe. Eine gesamte Stammelf fehlt der Buchonia, mit Lukas Hohmann fehlt nun ebenfalls der Stammkeeper corona-bedingt. Die Saison gelaufen ist für Christian Kress, der sich im Training das Kreuzband riss. „Es hört nicht auf“, formuliert Trainer Bardo Hirsch kurz und knapp. Er wird erneut aus der Reserve und der Jugend den Kader auffüllen müssen, die erste Elf stellt sich von alleine auf. „Es ist doch klar, dass die Jungs alles geben. Wie soll aber ein Juniorenspieler gegen einen gestandenen Hessenligaspieler agieren? Wir können meist nur reagieren anstatt zu agieren“, weiß Hirsch.

Wie soll ein Juniorenspieler gegen einen gestandenen Hessenligaspieler agieren?

Bardo Hirsch, Trainer des SV Buchonia Flieden

Die Situation nimmt er mittlerweile so hin. Ändern könne er sie ohnehin nicht. „Wir sind keine Träumer, aber auch keine Zauberer. Keine Mannschaft kann das kompensieren. Wir stecken aber nicht den Kopf in den Sand, die Stimmung ist gut. Mir tun die Verantwortlichen leid. Jeder versucht das Bestmöglichste zu machen, doch eine solche Misere hat wohl noch niemand erlebt.“

Das dritte osthessische Team, der Hünfelder SV, will nach zuletzt ernüchternden Auftritten gegen Türk Gücü Friedberg (Samstag, 15 Uhr) in die Spur finden. Die Sorgenfalten werden bei HSV-Coach Johannes Helmke nicht kleiner. Dem morgigen Geburtstagskind brechen in den kommenden Wochen noch Leon Zöll und Nils Wenzel weg. Einen weiteren Schritt in Richtung Klassenerhalt wollen die zuletzt stark aufspielenden Teams aus Baunatal (gegen Zeilsheim) und Hanau (gegen Bad Vilbel) machen, während Alzenau als erster der Abstiegsrunde das Schlusslicht aus Ginsheim empfängt.

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