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Neuhofs Aufschwung trägt einen Namen

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Fahrudin, Akif und Mirza Kovac (v.l.) sind seit dieser Saison beim SV Neuhof vereint. Foto: Tino Weingarten
Fahrudin, Akif und Mirza Kovac (v.l.) sind seit dieser Saison beim SV Neuhof vereint. © Tino Weingarten

Der Name Kovac hat sich in der Fußballwelt einen Namen gemacht. Die Brüder Robert und Niko spielten gemeinsam in Leverkusen, München und für die kroatische Nationalmannschaft. Beim SV Neuhof setzen sie einen drauf, denn dort spielen die Brüder Mirza und Fahrudin gemeinsam mit ihrem Cousin Akif.

Flanke Fahrudin, Kopfballablage Akif, Tor Mirza. Die 1:0-Führung des SV Neuhof im Derby bei der SG Barockstadt war eine Kovac-Produktion. "Ich habe ihm auf bosnisch zugerufen, dass er auf den zweiten Pfosten flanken soll", gibt Akif Kovac Einblick in die Entstehung des Treffers. Cousin Mirza ergänzt: "Wir versuchen, deutsch zu sprechen, weil wir hier leben und arbeiten. Manchmal müssen wir aber auch bosnisch sprechen. Der Gegner versteht uns dann nicht. Das war eine gute Aktion von den drei Kovac', aber wichtig war, dass wir gewonnen haben. Wir sind zwar drei Kovac', aber wir alle sind der SV Neuhof."

Die Freude darüber, zu dritt für einen Verein aufzulaufen, ist dem Trio anzumerken. Denn obwohl sie sich bereits das ganze Leben kennen, war das vor Neuhof erst einmal der Fall. In Bosnien, für sechs Monate. Beim Zweitligisten FK Rudar Kakanj spielten sie in der Saison 18/19 zusammen. Im Winter wechselte Akif Kovac zum SV Neuhof. "Über meinen Berater habe ich ein Angebot von Neuhof bekommen. Ich habe mit meiner Familie darüber gesprochen und die sagte, dass Deutschland ein gutes Land ist, um Fußball zu spielen", sagt Akif. Also entschied er sich für einen Wechsel zum SVN. Und gegen Katar, was eine weitere Alternative war.

Gut zweieinhalb Jahre später folgten seine Cousins, die in ihrer Heimat Wirtschaft studierten. "Ich habe mit Akif gesprochen und er sagte, dass wir in Deutschland Fußball spielen und arbeiten können. Das hat mir gefallen. Er hat mit dem Trainer gesprochen, wir haben uns verabredet, geredet und jetzt sind wir hier", sagt Mirza. Wieder vereint, fernab der bosnischen Heimat. Aber Stammspieler in der Elf von Trainer Alexander Bär. "Wir wissen, was der andere kann und wo er hinläuft. Wir verstehen uns gut auf dem Platz und ich denke, dass es der Mannschaft hilft", betont Mirza Kovac.

"Wir sollten nächste Saison hier bleiben"

Es war erneut eine Vorbereitung, in der Bär einen Umbruch moderieren musste. "Deshalb hatten wir anfangs Probleme. Wir haben zwar gut gespielt, aber nicht viele Punkte geholt", unterstreicht Mirza. Bruder Fahrudin ergänzt: "Wir haben einfach Zeit gebraucht. Jetzt ist vieles besser geworden." Mit einer Aufholjagd sicherte sich Neuhof die Teilnahme an den Play-offs. Hat somit früh Planungssicherheit und weiß, dass die Hessenliga weiterhin das Zuhause bleibt. "Wir haben nach dem Spiel gegen Alzenau in der Kabine gesagt, dass das ein Moment für uns ist und ein Geschenk für jeden, der mitgeholfen hat. Wir haben mit dem Verein Geschichte geschrieben", betont Akif Kovac, der mit sieben Toren und sechs Vorlagen Top-Scorer seiner Mannschaft ist.

Über die Feiertage geht das Trio gemeinsam in Heimaturlaub, Ende Januar bittet Bär dann wieder zum Auftakt für die Aufstiegsrunde. Die Kovac-Familie ist sich einig, dass mit der Mannschaft und der Verfassung aus den letzten Saisonspielen eine gute Platzierung möglich ist. Und was kommt danach? "Meine Meinung ist, dass wir nächste Saison hierbleiben sollten, um die Mannschaft stärker zu machen. Wir sind auch dankbar, weil die Leute von Neuhof uns geholfen haben und wir wollen helfen, noch besser zu sein", sagt Mirza Kovac. Das wird in Neuhof gerne gehört.

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