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Niederlage von Erlensee gegen Walldorf „ein Schlag ins Gesicht“

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Jochen Breideband, Trainer des 1. FC Erlensee, war nach der Niederlage gegen den SC Waldgirmes bedient.
Jochen Breideband, Trainer des 1. FC Erlensee, sprach nach der Niederlage gegen Rot-Weiss Walldorf von einem „Schlag ins Gesicht“. © Ralph Kraus

Der SV Rot-Weiß Walldorf hat sich am Freitagabend durch einen glücklichen 1:0 (0:0)-Sieg über den 1. FC Erlensee zumindest bis morgen an die Tabellenspitze der Hessenliga gesetzt. Die Gäste aus dem Kreis Hanau bestätigten ihren Aufwärtstrend vom überzeugenden 6:0 über Adler Weidenhausen, konnten sich aber für einen guten Auftritt auf dem Walldorfer Kunstrasenplatz nicht belohnen.

Der 1. FC Erlensee agierte schon in der Anfangsphase druckvoll und kam durch Tim Nikolas Zimpel zu einer ersten guten Möglichkeit (4.). Wie schon letzten Freitag beim 3:1-Sieg über den FC Eddersheim kam Rot-Weiss Walldorf trotz einem schnellen Spieltempo nicht ins Spiel. Die Gastgeber agierten nicht druckvoll gegen den Ball, so hatte Erlensee ein Übergewicht im Mittelfeld. Was den Gästen aber abging, war die absolute Überzeugung. Walldorf musste vor 240 Zuschauern darauf hoffen, wie letzten Freitag eine Leistungssteigerung im zweiten Durchgang hinzulegen.

Niederlage vom FC Erlensee gegen Walldorf „ein Schlag ins Gesicht“

Erlensee konnte seine Feldvorteile bis zur Pause noch nicht nutzen. Nach Wiederbeginn reagierte der sichtlich unzufriedene Heimtrainer Artur Lemm und brachte Alexander Vogler für Manuel Konate Lueken. Die wohl spielentscheidende Szene ereignete sich fünf Minuten nach Wiederbeginn. Erlensees Kapitän Sebastian Wagner traf nach einem Steilpass ins Tor, doch der Linienrichter hob die Fahne und sah eine Abseitsposition. Alle Proteste der Gästebank blieben ungehört. Auf der Gegenseite bot sich Luki Matondo zwei Minuten die beste Möglichkeit der Gastgeber. Der Stürmer scheiterte an FCE-Torhüter Alem Omeragic (52.). Erlensee machte in der intensiven Partie mitunter viel Druck nach vorne, das einzige Tor des Abends fiel jedoch für die Hausherren. Nikola Mladenovic fasste sich aus 25 Metern ein Herz und erzielte mit dem Distanzschuss den Siegtreffer der Gastgeber (85.).

Was danach kam war die Schlussoffensive der Gäste, die noch durch den Kopfball von Luca Bergmann in der 90. Minute zu einer Riesenchance kamen. Erlensees Trainer Jochen Breideband meinte nach dem Spiel in der Pressekonferenz: „Kalt war mir nicht draußen, denn es war schon ein heißes Spiel. Das Ergebnis fühlt sich extrem ungerecht an. Die extrem unglückliche Niederlage ist wie ein Schlag ins Gesicht. So sitzen die Jungs jetzt in der Kabine. Wir haben auf jeden Fall das Weidenhausen-Spiel bestätigt. Gegen viele Gegner in der Klasse hätte es heute auch zu drei Punkten gereicht. Wir mussten am Anfang direkt führen, waren gut im Spiel. Ich stand beim Abseitstor genau auf der Höhe, das geht gar nicht. Bei einem 0:0 spreche ich das nicht an, aber so ist das extrem bitter. Nach dem Rückstand war es noch einmal eine super Reaktion, da haben wir noch mal zwei gute Chancen erzwungen.“

Breideband war überzeugt: „Diese Niederlage stecken wir schnell weg und fahren Montag nach Alzenau.“ Für Walldorfs Trainer Artur Lemm war es eine Premiere. Noch nie spielte er als Trainer gegen Erlensee, hatte aber mit Breideband vor einiger Zeit bei einem Projekt zusammen gearbeitet. Zum Spiel konnte er dem Kollegen in vielen Punkten zustimmen: „Wir sind leider wieder nicht gut ins Spiel gekommen. Erlensee ist uns mit großer Intensität entgegen getreten. Das Spiel hat sich sehr zwischen den Strafräumen abgespielt. Nach der Pause hatten wir mehr Struktur, trafen aber auf einen sehr starken Gegner, der die Klasse halten wird“, lobte Lemm. „Dieses Spiel hat aus unserer Sicht dieses Tor von Mladenovic gebraucht, um diesen hartumkämpften Sieg zu sichern“, fügte der Walldorf-Coach hinzu.

SV Rot-Weiß Walldorf: Czirbus; Huß, Thomasberger, Matheisen, Velosa - Ludwig - Konate Lueken (46. Vogler), Borger (75. Neway), Mladenovic - Matondo (66. Herdt), Vogt (90.+3 Kosch).
1. FC Erlensee: Omeragic; Fischer (87. Franek), Köhler, Bergmann, Beier - Kleinbihl (75. Nene), Hixt - Grünewald, Mohn, Zimpel (82. Niegisch) - Wagner (87. Damm).
Schiedsrichter: Dominic Schleicher (SV Erbach).
Zuschauer: 240.
Tor: 1:0 Nikola Mladenovic (85.).

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