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Niko Zvekic: Über Steinbach und Hünfeld nach Serbien und Kroatien

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Von: Steffen Kollmann

Niko Zvekic (blaues Trikot) spielte bis Sommer beim Hünfelder SV. Heute lebt er in Serbien und kickt in Kroatien.
Niko Zvekic (blaues Trikot) spielte bis Sommer beim Hünfelder SV. Heute lebt er in Serbien und kickt in Kroatien. © Siggi Larbig

Als einer von sieben Spielern wurde Nikolaj Zvekic im Sommer von Hessenliga-Absteiger Hünfelder SV verabschiedet. Seitdem ist viel passiert: Der 21-Jährige lebt inzwischen in Serbien und kickt in Kroatien.

Über die Feiertage ist Niko Zvekic in Petersberg-Steinau, um Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen. In den vergangenen Monaten blieb einiges auf der Strecke. Denn im Sommer ist der Defensivmann nach Serbien gezogen. Im Heimatland seines Vaters, der einst Jugendspieler bei Roter Stern Belgrad war, arbeitet der 21-Jährige an seinem großen Ziel: Profifußballer zu werden. Im vergangenen Winter stand Zvekic bereits vor einem Wechsel zur U21 des 1. FC Kaiserslautern, wechselte aber stattdessen vom SV Steinbach zum Hünfelder SV.

Niko Zvekic: Über Steinbach und Hünfeld nach Serbien und Kroatien

Und nach dem Hessenliga-Abstieg des HSV ging es direkt weiter. Nur war der Schritt ein deutlich größerer: Zvekic zog in die mehr als 1200 Kilometer entfernte Donaustadt Novi Sad. In der Vorbereitung trainierte er bei serbischen Erst- und Zweitligisten mit. Ein Wechsel zog sich aber lange hin, so dass der Steinauer kurzfristig beim kroatischen Fünftligisten NK Sindjelic Trpinja nahe der serbischen Grenze unterkam. Dort spielt Zvekic aber nur; In Serbien trainiert er individuell, auch mit zwei Sportprofessoren, die vor allem das Augenmerk auf Athletik und Individualtechnik legen.

„Damit ich im Sommer bereit bin für den richtigen Schritt“, sagt Zvekic. Auch wenn der Weg, alles andere für sein großes Ziel hintenanzustellen, seine Schattenseiten hat: „Natürlich macht man sich darüber Gedanken, wie es weitergeht. Aber Fußball kann ich nur bis 35 spielen. Die Chance werde ich nie wieder zurückbekommen. Ich werde alles versuchen, aber wenn es nicht klappt, kann ich immer noch andere Dinge machen.“ Beispielsweise interessiert sich Niko Zvekic für den Trainerbereich, auch ein Lehramtstudium sei irgendwann mal eine Option.

„Fußball kann ich nur bis 35 spielen. Die Chance werde ich nie wieder zurückbekommen.“

Allerdings noch nicht jetzt. Eine Rückkehr nach Deutschland ist vor dem nächsten Sommer ebenfalls keine Option. „Bei der Weltmeisterschaft hat man gesehen: Jedes Land kann Fußball spielen“, hält sich der Defensivmann verschiedene Optionen offen. Derzeit sieht er seine These in Serbien bestätigt, wenngleich er sagt: „Wir sind der Überzeugung, dass es hier einfacher ist, nach oben zu kommen. Das Niveau ist nicht vergleichbar mit dem in Deutschland.“

In Novi Sad wurde der 21-Jährige jedenfalls herzlich aufgenommen - obwohl er (noch) kein serbisch spricht: „Die Leute wollen immer helfen. Generell hat der Fußball einen hohen Stellenwert. Die Serben sind wie die Kroaten sehr stolz auf ihr Land. Mit dieser Mentalität kann man sehr erfolgreich sein. Das hat man bei Kroatien während der Weltmeisterschaft gesehen.“

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