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Der Trainersohn spielt immer – und liefert ab

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Von: Steffen Kollmann

Petr Paliatka jr. (links) lief in allen Saisonspielen für den SV Steinbach auf – und traf siebenmal.
Petr Paliatka jr. (links) lief in allen 21 Saisonspielen für den SV Steinbach auf – und traf siebenmal. © Memento36

In einer jungen Steinbacher Mannschaft ist er der Jüngste: Petr Paliatka junior hatte keine Anpassungsprobleme, spielt beim Hessenligisten immer, ist zweitbester Torjäger – und sieht dennoch Luft nach oben.

„Vor der Saison hätte ich die sieben Treffer wahrscheinlich unterschrieben. Aber es hätten drei, vier Tore mehr sein können“, weiß der 18-Jährige, der fulminant startete und in seinem allerersten Hessenliga-Spiel zweimal traf sowie einen Assist gab. Fünf Tore standen nach sechs Spieltagen zu Buche, es folgten „nur noch“ zwei – auch deshalb, weil Paliatka kaum noch auf seiner Stammposition im Sturmzentrum zum Einsatz kam. Ob im zentralen Mittelfeld, rechts vorne oder rechts hinten in der Fünferkette – der Allrounder musste dort aushelfen, wo gerade Not am Mann war.

SV Steinbach: Vielseitigkeit kostet Petr Paliatka einige Saisontore

So ist das eben, wenn ein Coach seinen Schützling sehr genau kennt – und noch mehr, wenn der eigene Vater Trainer ist. Petr Paliatka senior erinnerte sich daran, dass sein Sohn schon in der Regionalauswahl rechts hinten gespielt hat und im Nachwuchs von Wehen Wiesbaden mitunter in der Mittelfeldzentrale auflief. „Man wird oft gefragt, wie es ist, wenn dein Vater der Trainer ist. Ich finde es gut zu wissen, dass er gerade uns junge Spieler unbedingt weiterbringen will. Und die Konstellation beeinflusst sicher nicht unseren gesamten Alltag“, betont der Junior, der sogar von fremden Leuten den ein oder anderen Spruch über sich ergehen lassen musste, als Trainersohn sowieso immer spielen zu würden. Das wird cool weg moderiert: „Ich denke, dass jeder in der Mannschaft weiß, wie es wirklich ist. Das ist am wichtigsten.“

Obwohl Paliatka noch im Jugendbereich spielen könnte, half er mit seiner Flexibilität und seinem Torriecher in allen 21 Saisonspielen dabei, dass der SV Steinbach im gesicherten Mittelfeld überwintert. Für den Neuzugang kommt das nicht überraschend. „Wir haben eine gute Truppe und hätten noch mehr Punkte holen können, wenn wir nicht so viele Ausfälle gehabt hätten. Aber auch wenn wir mal ein paar Spiele verlieren, bleibt bei uns alles ruhig.“

Ein weiterer Vorteil aus Paliatkas Sicht: der Steinbacher Kampfgeist. Der sei auf eine gute Fitness zurückzuführen, weshalb der 18-Jährige erneut eine harte Vorbereitung erwartet. Für jemanden wie den ehrgeizigen Paliatka kein Problem: „Es ist mein Ziel, immer höher zu kommen“, sagt der Shootingstar. Dass der SV Steinbach ein guter Zwischenschritt sein kann, zeigt das Beispiel Daniel Hanslik, der inzwischen Zweitliga-Profi bei Kaiserslautern ist. Früher spielte er beim SVS und arbeitete bei der Polizei – genau wie Petr Paliatka heute.

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