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Pokalwunder auf der Rhönkampfbahn?

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Von: Tobias Konrad

Benedikt Kaiser Hünfelder SV Hessenliga Foto Stefan Tschersich
Der Einsatz von Hünfelds Keeper Benedikt Kaiser gegen den TSV Steinbach Haiger ist fraglich. © Stefan Tschersich

Vorhang auf für das Hessenpokal-Achtelfinale zwischen Hessenligist Hünfelder SV und Regionalligist TSV Steinbach Haiger heute (19 Uhr) auf der Rhönkampfbahn.

In der vorigen, von Corona geprägten Saison hätte sich der HSV mit den Kickers Offenbach duelliert. Ein Zuschauermagnet, der ordentlich Geld in die Kassen gespült hätte, weshalb Hünfelds Fußballchef Mario Rohde sauer war, als die Runde neu gelost wurde – entgegen aller Absprachen. Der TSV hat nun zwar nicht den großen Namen wie Ligakonkurrent OFC, doch das Ziel beider Clubs ist gleich. Liga drei soll es sein, die Strukturen bei den Mittelhessen sind entsprechend professionell. In der jüngsten Vorbereitung gönnte sich der Regionalligist ein einwöchiges Trainingslager in der Türkei, in zwei Ligaspielen in diesem Jahr sprangen vier Zähler heraus für das Team von Trainer Ersan Parlatan, der im Saisonverlauf Adrian Alipour ablöste.

HSV will unangenehm sein

Johannes Helmke Hünfelder SV Trainer
HSV-Trainer Johannes Helmke will mit seinem Team einen Fight liefern. © Charlie Rolff

Ein ambitionierter Verein stellt sich in der Zuse-Stadt vor, weshalb sich HSV-Trainer Johannes Helmke einen tollen Rahmen wünscht. Und zu diesem soll sein Team beitragen und Attribute auf dem Kunstrasen zeigen, die in einem Pokalspiel als Außenseiter vonnöten sind. Kampf, Kompaktheit, unbändiger Wille, unangenehmes Auftreten, das gegenseitige Aushelfen untereinander und einige offensive Nadelstiche. „Gelingt uns das, entwickelt sich vielleicht ein Fight. Wir gehen trotz allem entspannt rein, die Jungs freuen sich auf einen höherklassigen Gegner und für uns als Verein ist es ohnehin eine besondere Partie. Die Rollen sind klar verteilt und gegen einen mit reichlich Erfahrung gespickten Gegner haben wir nichts zu verlieren“, stellt Helmke heraus.

Wir sind nicht ratlos.

HSV-Trainer Johannes Helmke zur Anzahl der Gegentreffer in der Vorbereitung

Wichtig wird die defensive Ausrichtung sein, nachdem es in den bisherigen vier Testspielen gegen Verbandsligisten im Schnitt drei Gegentreffer gab. „Wir sind ob dieser Tatsache aber nicht ratlos. Nun geht es im Wettbewerb um wesentlich mehr“, sagt der Trainer des Hessenpokalsiegers von 1963, der in der vorigen Saison die FSG Bebra und die SG Bad Soden auf dem Weg ins Achtelfinale ausschaltete. Gegen den letztjährigen Finalisten (0:3 gegen Wehen Wiesbaden) und Hessenpokalsieger von 2018 und 2020 fallen Julian Rohde und der Langzeitverletzte Max Vogler aus. Ein großes Fragezeichen steht außerdem hinter dem Mitwirken von Torhüter Benedikt Kaiser und Nikolaj Zvekic. Beim Gegenüber fällt der defensive Mittelfeldspieler Dino Bisanovic aus, während Abwehrmann Jannik Bandowski fraglich ist.

Steinbach Haiger hat Hünfeld genau analysiert

Parlatan indes wird heute nicht auf den Untergrund schimpfen wie beim 1:1 am Samstag in Bahlingen. „Unter den aktuellen Witterungsbedingungen steht uns ein solch guter Kunstrasenplatzt sicher nicht schlecht zu Gesicht, auch weil er eine gute Größe hat. Dennoch dürfen wir das Ganze nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern müssen die Aufgabe seriös angehen. Entsprechend haben wir die Hünfelder genau so beobachtet und analysiert, wie das bei unseren Regionalliga-Kontrahenten der Fall ist“, überlässt der TSV-Coach nichts dem Zufall.

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