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Rasanter Weg führt nun zum FC Rot-Weiß Erfurt

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Von: Tobias Konrad

Patrick Ecke Torwarttrainer Erfurt
Patrick Ecke (links, hier mit Trainer Goran Miscevic) ist als Torwarttrainer beim FC Rot-Weiß Erfurt tätig. © Marcel Junghanns

Mal eben in das Amt des Torwarttrainers einsteigen und nach nur 21 Monaten bereits beim Traditionsverein FC Rot-Weiß Erfurt angelangt sein. Klingt utopisch? Ist aber möglich. Das zeigt Patrick Ecke. Der 32-Jährige hat vor wenigen Wochen Hessenligist SV Neuhof gen Thüringen verlassen.

Im Sommer 2020 begann alles. Ecke, zu jenem Zeitpunkt beim A-Ligisten SG Cornberg/Rockensüß aktiv, machte sich Gedanken, wie denn die kommenden Jahre sportlich aussehen könnten. Vielleicht wäre das Dasein als Torwarttrainer möglich. Lose Gedanken vorerst, ehe Kontakte den in Sontra wohnenden Ecke zum Verbandsligisten SV Türkgücü Kassel beförderten. Unter dem damaligen Trainer Hüseyin Üstün gewann er Lust und Laune an der Aufgabe. Professionalität legt Ecke ohnehin stets an den Tag. So bildete er sich rasch fort, nahm an Lehrgängen teil und erwarb Lizenzen.

Nach einer Saison führte der Weg zum SV Neuhof. Erneut sorgten zufällige Kontakte dafür. Statt Verbandsliga also nun Hessenliga. Aber nur für rund neun Monate. Denn Anfang März klingelte plötzlich das Telefon. Fabian Gerber, Erfurts Trainer (im Team mit Goran Miscevic) war am anderen Ende der Leitung. Die Nummer hatte dieser von Angelos Kerasidis, Mittelfeldspieler bei RWE und zuvor in Diensten des SVN. "Es ergeben sich immer irgendwelche Zufälle. Wir hatten mit Neuhof ein Testspiel in Erfurt. Ich habe dabei mit Angelos gesprochen und festgestellt, dass bei ihnen kein Torwarttrainer vorhanden ist. So nahm die Geschichte ihren Lauf, bis kurz darauf der Anruf erfolgte", schildert Ecke. Mehrere Gespräche standen an, ehe sich beide Seiten auf eine zweiwöchige Probephase verständigten. "Wir haben geschaut, ob es passt", sagt der 32-Jährige. Und das tat es. Die Harmonie sowie die Ambitionen stimmten in den täglichen Trainingseinheiten überein.

In Erfurt alles ein Vielfaches größter

Die Zusammenarbeit ist vorerst bis zum Sommer ausgelegt. Ein Verbleib Eckes ist nicht unrealistisch, muss allerdings in den zeitlichen Rahmen passen. Der dreifache Familienvater ist als Objektleiter in der Gebäudereinigung tätig. Doch sollte Erfurt der Regionalligaaufstieg glücken, würde Ecke wohl noch mehr eingespannt werden. Bereits jetzt sind die Gegebenheiten ganz anders als noch in Neuhof, obwohl beide Teams in der Oberliga agieren. "Parallelen lassen sich nicht ziehen. Das Trainingsgelände ist viel größer, die Trainingsgestaltung mit Nachbearbeitung und Analyse noch intensiver. Der gesamte Verein ist zudem um ein Vielfaches größer und strukturierter. In Erfurt steht die gesamte Stadt hinter dem Verein und die Fanbase ist gigantisch. Und das, obwohl die Insolvenz noch nicht abgeschlossen ist", erläutert der Torwarttrainer.

Die glorreichen Zeiten mit der zweiten Bundesliga sind zwar vorbei, allerdings haben die Rot-Weißen die vielen Rückschläge der vergangenen Jahre verdaut und einen Neuanfang geschaffen. Bitter wiegt noch das Ausscheiden im Thüringenpokal-Halbfinale am vergangenen Wochenende, als Regionalligist Meuselwitz vor 4500 Zuschauern im Erfurter Steigerwaldstadion 3:0 siegte. Groll ist zwischen Ecke und dem SV Neuhof wegen des Wechsels nicht entstanden. "Die Zusage für die neue Saison hatte ich eigentlich gegeben. Wir haben uns aber verständigt, dass ich bei einem vielversprechenden Angebot den Schritt gehen kann", informiert der Sontraer, der bislang von seinen neuen Torwartschützlingen nur positives Feedback kassierte.

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