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Rassismus-Vorfall wird wohl weiterverfolgt

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Von: Tobias Konrad

Fußball 2018: SG Barockstadt Trainervorstellung Alfred Kaminski
Barockstadts Sportlicher Leiter Volker Bagus äußerte sich zu dem Vorfall in Waldgirmes. © Charlie Rolff

Der rassistische Vorfall bei der Hessenligabegegnung zwischen dem SC Waldgirmes und der SG Barockstadt mit anschließender Spielunterbrechung wird wohl weiterverfolgt. In welcher Form, ist offen.

Im Spielbericht hat Schiedsrichter Manuel Winkler (TSV Landau) vermerkt, dass es eine Unterbrechung gab. Im Laufe des Sonntags soll ein Sonderbericht folgen, wie Wolfgang Heck, Einzelrichter der Hessenliga, verlauten lässt. An diesem Bericht orientiert sich Heck und entscheidet über anschließende Ermittlungen. Die genauen Umstände waren dem Einzelrichter am Sonntagvormittag noch nicht bekannt, weshalb er von weiteren Äußerungen Abstand nimmt. Möglich wäre zudem, dass eine private Anzeige gegen den Zuschauer vorgenommen wird. (Lest hier den Spielbericht mitsamt des Vorfalls.)

„Wir verurteilen jegliche rassistischen Gedanken“

Der Zuschauer, der nach seiner Äußerung sofort von Ordnern vom Sportgelände begleitet wurde, ist derweil nicht bekannt. Zwar fiel er mit einer Vielzahl von Rufen gegen die Spieler des SCW und das Schiedsrichtergespann auf und stand unmittelbar neben der Trainerbank der Barockstadt, bekannt ist er den Verantwortlichen der Fulda-Lehnerzer aber nicht. „Er stand neben unserer Bank, aber wir wissen nicht wo er hingehört. Wir können ihn nicht zuordnen. Ich selbst stand auf der anderen Seite des Platzes und habe nichts mitbekommen. Klar ist aber, dass wir einen solchen Fall nicht gutheißen können. Die SG Barockstadt spricht sich klar gegen Rassismus aus und verurteilt jegliche rassistischen Gedankengänge“, sagte Volker Bagus, Sportlicher Leiter der SGB.

Ein klares Zeichen für den Fußball setzten beide Mannschaften nach der zehnminütigen Spielunterbrechung, als sich darauf geeinigt wurde, die verbleibenden 20 Minuten zu spielen. Das Schiedsrichtergespann war zwischenzeitlich in der Kabine verschwunden, die Mannschaften verharrten auf dem Kunstrasen. Dass die Gastgeber sich für eine Spielfortsetzung aussprachen, lag zu großen Teilen an Glodi Bebe. Der SCW-Auswechselspieler war die Person, die beleidigt wurde, im Mannschaftskreis plädierte er für das Weiterspielen.

„Hat nichts mit Barockstadt zu tun“

Auf der Pressekonferenz machte Björn Velten, Sportlicher Leiter von Waldgirmes, noch mal deutlich, dass der Vorfall in keinster Weise etwas mit Barockstadt zu tun habe. „Der Verein, die Mannschaft und der Trainer sind vollkommen befreit von diesem Einzeltäter“, sagte Velten, der jedoch vielmehr den sportlichen Gedanken in den Vordergrund rückte: „Der SC Waldgirmes hat sich entschlossen, die verbleibende Zeit zu Ende zu spielen. Und das, obwohl wir in Unterzahl spielen mussten. Dabei haben wir das Unentschieden gegen einen hochgehandelten Gegner verteidigt.“

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